Rund um die Bertha-von-Suttner-Schule

Freiwillige Helfer befreien die Natur von Unrat

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Rund 25 Freiwillige waren dem Aufruf des Umweltamts gefolgt, rund um die Suttner-Schule achtlos weggeworfenen Müll aufzusammeln. Am Ende kamen 40 Säcke mit Abfall zusammen.

Es ist Samstagmorgen gegen 9 Uhr, eigentlich die beste Zeit, um sich noch einmal im kuscheligen Bett umzudrehen. Gerade bei diesem Wetter, denn es regnet unentwegt. „Wir sind gespannt, wie viele kommen – und ob überhaupt jemand erscheint“, sagt Michael Christ vom Umweltamt der Stadt Mörfelden-Walldorf und blickt an der Bushaltestelle vor der Bertha-von-Suttner-Schule in die trübe Landschaft.

Rund 30 Anmeldungen waren bei ihm eingegangen. Dann kommt endlich ein Auto, gleich mit fünf Insassen, danach ein weiteres und schließlich treffen auch noch zwei Radfahrer ein. „Sind wir hier richtig? Wir wollen helfen, Müll einzusammeln“, fragt ein Mann aus einem Wagen heraus. Am Ende kamen rund 25 Müllsammler zusammen, von jungen Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) über Angehörige von Pro Asyl bis hin zu Mitgliedern der Generationenhilfe.

Eine solche Aktion, bei der Bürger freiwillig – selbst bei Regenwetter – die Flur durchstreifen und einsammeln, was andere achtlos oder gar vorsätzlich weggeworfen haben, wäre nicht nötig, wenn es keine Zeitgenossen gäbe, die kein Verantwortungsbewusstsein für eine saubere Natur und keinen Respekt davor haben, anderen die Lebensqualität zu vermiesen.

„Wenn ich so etwas sehe, fehlt mir jedes Verständnis“, ereifert sich Regina Engelberg, als sie über das Gelände vor der Bertha-von-Suttner-Schule blickt. „Früher war es unsere Pflicht, den Schulhof und das gesamte Außengelände sauber zu halten, aber heute scheint das niemanden zu kümmern“, sagt die ehemalige Suttner-Schülerin enttäuscht. Jetzt ist sie dennoch gekommen, um mitzuhelfen, den herumliegenden Unrat einzusammeln. „Da kommen wenigstens die Stiefel mal zum Einsatz“, meint sie und zeigt auf ihre bunten Schuhe, mit denen sie auch mal durch einen Wassergraben laufen kann.

„Ich kann das einfach nicht sehen, dass so viel Dreck in der Landschaft herumliegt“, sagt Wiltrud Klundt, die mit ihrem Mann Mathias gekommen ist. Aus ihrer reichhaltigen Erfahrung – das Paar ist von Beginn an bei der Aktion dabei – haben sie Eimer mitgebracht. „So brauchen wir die Säcke nicht durch das Gebüsch zu schleifen, wir machen erst die Eimer voll und kippen sie dann in die Säcke“, erklärt das Ehepaar.

Christina Schönberger hat sechs junge Leute der SDW um sich geschart, und alle wollen helfen, damit die Landschaft wieder sauber aussieht. Vom städtischen Bauhof sind Udo Eckert und Daniel Tista gekommen, sie hatten nicht nur Handschuhe, Greifzangen und Müllsäcke dabei, sondern standen auch bereit, um größere Fundsachen direkt aufzuladen und später die Müllsäcke einzusammeln. Nach einer Einteilung der Sammelgebiete zerstreuten sich alle in verschiedene Richtungen.

„Wir fangen gleich hier an“, meinte Christina Schönberger und schickte Max, Lars und Julius schon mal zum nächsten Gebüsch. Dort wurden die jungen Müllsammler auch gleich fündig. Max zog einen Feuerlöscher aus dem hohen Gras, und Julius hatte einen Gartenstuhl entdeckt. Das waren aber auch schon die größten Fundstücke des Tages. Ansonsten gab es die üblichen „Wegwerfartikel“, viele Flaschen, Plastiktüten und Verpackungen. Am Ende kamen 40 mehr oder wenig volle Müllsäcke zusammen.

Als Lohn für ihren mehr als zweistündigen Einsatz waren die freiwilligen Helfer im Anschluss zu einer Stärkung in das Sportlerheim der Turngesellschaft Walldorf eingeladen. Dort gab es Schnitzel mit Pommes und erfrischende Getränke. „Noch besser wäre es, wenn wir diese Aktion nicht machen bräuchten, aber es ist toll, dass es solche Menschen wie Sie alle gibt, die den Müll einsammeln“, dankte Bürgermeister Heinz-Peter Becker allen, die trotz unfreundlichen Wetters mitgeholfen hatten, die Landschaft wieder schöner zu machen.

Bisher wurden bei der herbstlichen Müllsammelaktion des städtischen Umweltamts von freiwilligen Helfern rund 2,4 Tonnen Unrat zusammengetragen. Den Wanderpokal für die fleißigste Gruppe konnte das Stadtoberhaupt einmal mehr an die „Waldfüchse“ der SDW überreichen.

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