Inge Kerpen genießt den Duft der ersten Magnolienblüten in ihrem Garten.
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Inge Kerpen genießt den Duft der ersten Magnolienblüten in ihrem Garten.

450 Quadratmeter

Frühlingsputz im Garten

  • vonCarmen Erlenbach
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Motiviert vom schönen Sonnenschein gingen Inge Kerpen und ihr Enkel Steven Sullivan ans Werk. Der Garten musste von dem Laub des Vorjahrs und dem vielen Moos zwischen dem Gras befreit werden.

Es zwitschert, summt und brummt, fliegt und flattert. Im Garten der Mörfelderin Inge Kerpen tut sich was. Kaum ließ der gestrige Sonnenschein das Thermometer erstmals auf 23 Grad steigen, rüstete sich die 69-Jährige für den ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr auf ihrem rund 450 Quadratmeter großen Gartengrundstück. Bei dieser schwierigen Arbeit, die ins Kreuz und in die Beine geht, half der 25-jährige Enkel Steven Sullivan. Kerpen vertikutierte den Rasen, der Enkel mähte und rächte das geschnittene Gras zusammen.

Zunächst musste für die beiden Elektrogeräte ein Verlängerungskabel durch den Garten gelegt werden. Blaumeisen, die gerade eine geeignete Wohnung in einem Nistkasten am Pflaumenbaum beziehen, ließen sich von der Unruhe um sie herum nicht abschrecken. Neugierig beäugten sie die Großmutter und ihren Enkel und hüpften ihnen vor den Füßen herum. Nicht verwunderlich – denn all das viele Moos, was der Vertikutierer vom Boden zwischen dem Gras nach oben befördert hatte, konnte das Blaumeisenpaar gut für seinen Nestbau gebrauchen.

Froh über die Hilfe

Während Kerpen eine Reihe Rasen nach der anderen bearbeitete, zog Steven mit dem Rechen nach. Das gesamte gelockerte Grünzeug wurde später in Säcke verpackt und zur städtischen Kompostierungsanlage gefahren.

„Ich bin froh, dass mir mein Enkel hilft“, freute sich Kerpen. Denn den großen Garten alleine in Ordnung zu halten, das schafft sie inzwischen nicht mehr.

In den kommenden Tagen werden dürre Stängel von Astern des Vorjahrs abgeschnitten, in denen Insekten überwinterten. Hier und da blüht es schon – gelbe Osterglocken, rötliche Christrose, erste Blüten verschiedener Obstbäume und eine duftende Magnolie geben sich ein Stelldichein. Hummeln und Bienen finden sich ein, aber auch bunte Schmetterlinge und Käfer.

Auch ein Eichhörnchen, das sich gar nicht scheu gab, fand sich zum zweistündigen Arbeitseinsatz ein. Offenbar hatte es noch einige Tannenzapfen und Nüsse von seinem Wintervorrat im Erdboden versteckt und wollte kontrollieren, was sich da in seinem Revier tut.

Zwischendurch gönnte sich Kerpen in ihrem Pavillon ein kleines Päuschen, an dem die warme Frühlingssonne der großen Kletterrose erstes saftiges Grün entlockt hat. In den kommenden Tagen legt sich Kerpen blühende Stiefmütterchen, Primeln und Vergissmeinnicht zu, wenn ihr Garten von dem dürren Laub des Vorjahres befreit und die Erde gelockert ist.

Gefräßige Wühlmäuse

Früher steckte Kerpen um diese Jahreszeit immer Gladiolenzwiebeln, seit vier Jahren jedoch nicht mehr. Denn dort sind gefräßige Wühlmäuse eingezogen, die den Zwiebeln den Garaus machen. „Gewiss könnte ich die Tiere mit Gift bekämpfen. Aber das kommt nicht in meinen Garten“, so Kerpen. Nach getaner Arbeit genoss sie mit ihrem Enkel in dem Pavillon eine Tasse Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Hält das schöne Wetter an, setzt sich der außerhäusliche Arbeitseinsatz in den kommenden Tagen fort.

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