Zukunft ungeklärt

Wie geht’s mit dem Ärztehaus in Mörfelden weiter?

Die Zukunft des Ärztehauses in Mörfelden ist für die medizinische Versorgung in der Doppelstadt ein wichtiges Thema. Die DKP/Linke Liste hat das Thema in einer aktuellen Anfrage an den Magistrat aufgegriffen.

Es ist unstrittig, dass das Ärztehaus in der Schubertstraße in Mörfelden in die Jahre gekommen ist und dort dringender Handlungsbedarf besteht. Die Stadt strebt eine langfristig tragfähige Lösung an. Die Fraktion der DKP/Linke Liste (LL) hat zum komplexen Thema in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung eine umfangreiche Anfrage an den Magistrat gestellt. In dieser wurden zahlreiche Sachverhalte rund um das Ärztehaus aufgegriffen.

Eine zentrale Frage war der Rückerwerb für die Stadt durch die Hessische Landgesellschaft mbH (HLG) vom bisherigen Betreiber: „Ist der Rückerwerb des Ärztehauses durch die Hessische Landgesellschaft bereits erfolgt?“, erkundigt sich die DKP/LL. In der vom Stadtplanungs- und Bauamt verfassten Antwort heißt es hierzu: „Der Vertrag mit der HLG wurde am 21. Dezember 2017 geschlossen, die Übergabe an die HLG erfolgte am 27. April 2018.“

In Ergänzung zur Frage nach dem Rückerwerb des Gebäudes fragt die DKP/LL den Magistrat auch nach möglichen Interessenten für das Ärztehaus. Hierauf bekam der Anfragesteller jedoch die Antwort, dass es bislang noch keine Verhandlungen mit potenziellen Investoren gegeben habe: „Verhandlungen oder Gespräche mit Investoren wurden noch nicht geführt und machen auch erst dann Sinn, wenn der zu verhandelnde Rahmen gesetzt ist. Hierfür muss zunächst mit den derzeitigen Ärzten im jetzigen Ärztehaus geklärt werden, von welchen zukünftigen Raumbedarfen auszugehen ist und welche sonstigen Rahmenbedingungen zu beachten sind.“

Mit den Ärzten sei die Stadt seit November 2016 regelmäßig im Gespräch. Aktuell vordringlich sei die Klärung des Bedarfs in einem neuen Ärztezentrum. Die DKP/LL betont in ihrer Anfrage, dass ein modernes, attraktives und zukunftsweisendes Ärztehaus auf dem Stand der heutigen Technik das Ziel sein müsse. Dieses solle langfristig entscheidend zur Gewährleistung der ärztlichen Versorgung in der Doppelstadt beitragen.

Eine von der DKP/LL angesprochene Idee ist eine eventuelle Umwandlung des Ärztehauses in ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ): „Gibt es Überlegungen, Planungen oder Gespräche, ein neues oder grundsaniertes Gebäude oder einzelne Praxen auch in Form eines MVZ zu betreiben beziehungsweise zu führen?“ Diese Idee wird vom Stadtplanungs- und Bauamt zwar grundsätzlich für „vorstellbar“ gehalten. Allerdings gäbe es hier bei der praktischen Umsetzung Schwierigkeiten, vor allem aufgrund des Alters des Gebäudes: Das Gebäude zu sanieren, mache aus Sicht des Stadtplanungs- und -bauamtes keinen Sinn, weil die Aufwendungen hierfür zu kostenintensiv wären und das Gebäude im Grundsatz immer noch ein „altes“ Haus bleibe, das den Anforderungen an ein modernes Ärztehaus auf Dauer nicht gerecht würde. Es gebe daher Überlegungen, ein neues Ärztehaus zu bauen. „In welcher Form das Ärztehaus betrieben wird oder werden könnte, ist noch offen, da dies im Wesentlichen auch von den Interessen der Ärzte abhängt. Grundsätzlich ist der Betrieb als Medizinisches Versorgungszentrum natürlich vorstellbar“, heißt es.

Die Antwort zeigt, dass die Stadt bereits über Alternativen nachdenkt. Das wird noch dadurch verstärkt, dass am bestehenden Standort auch die räumlichen Verhältnisse beengt sind. Das Nachbargrundstück, das der Telekom gehört, kann nämlich nicht erworben werden, wie der DKP/LL auf ihre Nachfrage mitgeteilt wird: „Die Corpus Sireo Real Estate, Verwalterin der Telekom für diese Liegenschaft, teilte uns am 2. März 2018 mit, dass weder der Erwerb noch die Nutzung des Grundstückes möglich sind.“ Zu möglichen Alternativen zum bestehenden Standort wird ausgeführt: „Das Stadtplanungs- und -bauamt denkt darüber nach, ein neues Ärztehaus mit einer Kita (als Ersatzbau für die temporäre Kita XII am Gärtnerweg) und einer Tagespflegeeinrichtung (als Ersatz für die Einrichtung in der Daimlerstraße) in einem Gebäudekomplex zusammenzufassen, um Kostensynergien zu erreichen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare