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Stadtrat Thomas Winkler kandidiert für die Grünen um das Amt des Bürgermeisters.

Wahl

Grüne nominieren Thomas Winkler

Die Bürgermeisterwahl am 24. März rückt immer mehr in den Fokus. Mit ihrem Stadtrat Thomas Winkler haben nun auch die Grünen einen Kandidaten nominiert.

Nach Amtsinhaber Heinz-Peter Becker (SPD), CDU-Fraktionschef Karsten Groß und Stadtrat Alfred Arndt (DKP/Linke Liste) greift nun ein vierter Kandidat ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus ein: In einer Mitgliederversammlung am Donnerstag wählten die Grünen Stadtrat Thomas Winkler zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Die 13 stimmberechtigten Mitglieder gaben ihm 12-Ja-Stimmen und eine Enthaltung.

„Ich möchte den Bürgern die Stadt zurückgeben. Die Politik gegen die Bevölkerung muss ein Ende haben“, so der 61-Jährige gestern in einem Pressegespräch über seine Motivation. Winkler lebt seit 1961 in Walldorf. Er ist selbständig und betreibt seit 1986 das Kino „Lichtblick“. Seit 1989 ist er ehrenamtlich für die Grünen in der Kommunalpolitik tätig, gehört seit 29 Jahren als Stadtrat dem Magistrat an. Seine Ehefrau Andrea ist die Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Ehrenamt stärken

Thomas Winkler will nun als Bürgermeister in die hauptamtliche Politik wechseln: „Wir Grünen sind vor Ort präsent und haben uns in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit unserer Oppositionsarbeit in der Bevölkerung positiv sichtbar gemacht.“ Als aktuelles Beispiel nennt Winkler den aus Sicht der Grünen erfolgreich verlaufenen Bürgerentscheid, in dem sich die Mörfelden-Walldorfer mit rund 75 Prozent Ja-Stimmen für den Erhalt von zwei Feuerwehrgerätehäusern ausgesprochen haben. Die Grünen hatten – wie auch die beiden anderen Oppositionsparteien CDU und DKP/Linke Liste – die Bürgerinitiative „MöWa für Zwei“ unterstützt.

Der langfristige Erhalt der Feuerwehrstandorte in Walldorf und Mörfelden ist für Winkler ein zentraler Punkt: „Wir müssen die Sanierung und Modernisierung vorantreiben und die freiwillige Feuerwehr stärker unterstützen.“ Der Erhalt der Ehrenamtlichkeit bei der Feuerwehr sei für die Stadt sehr wichtig, allein aus finanziellen Gründen. Weiterhin setzt Winkler auf mehrere ökologische Themen: „Wir müssen die grüne Mitte zwischen Mörfelden und Walldorf erhalten, hier darf es kein neues Baugebiet geben.“ Neue Wohngebiete sieht der Kandidat generell sehr kritisch, zum Beispiel wegen des Flächenverbrauchs. Aber auch finanziell stellten sie für die Stadt eine erhebliche Belastung dar.

Deshalb will sich Winkler bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf die Schließung von Baulücken und auf Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten konzentrieren. „Wir müssen den sozialen Wohnungsbau vorantreiben. Hierzu sollten wir eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründen, die Wohnungen in Eigenregie errichtet“, so der Kandidat.

Aktive Flughafenpolitik

Bei der Verkehrspolitik setzt Winkler auf mehrere Schwerpunkte: Lärmschutz, Verkehrsberuhigung mit mehr Tempo 30 auf den Straßen, Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV), mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sowie Verbesserung der Radwege. „Wir müssen den ÖPNV stärken und alternative Mobilität fördern. Außerdem müssen wir wieder eine fahrradfreundliche Stadt werden.“ Gegenüber der Fraport AG dürfe sich die Stadt nicht wegducken, sondern sie müsse eine „aktive Flughafenpolitik“ betreiben.

An Bürgermeister Becker kritisiert Winkler, dass sich dieser von den Freien Wählern (FW) die Agenda vorgeben lasse. Hierfür sei die Diskussion um die Feuerwehr ein aktuelles und die Abhängung der Banner gegen den Flughafenausbau ein älteres Beispiel. Die derzeitige Regierungspolitik der Koalition aus SPD, FW und FDP ist für Winkler „neoliberal“ und „technokratisch“, sie richte sich gegen die Bürger.

Bei den Stadtwerken spricht sich der Kandidat gegen eine Gewinnorientierung aus, sie sollten kostendeckend arbeiten. Die Baugröße der Kläranlage müsse überprüft, der Anstieg der Abwassergebühren sozial verträglich gestaltet werden. Winkler will die Grundsteuer B senken und in den Kitas mehr Personal einsetzen, um neben den Kern- auch die Randzeiten dauerhaft besetzen zu können. Die Kürzung bei der Vereinsförderung will er zurücknehmen, da die Vereine für den sozialen Zusammenhalt sehr wichtig seien. Winkler rechnet mit einer Stichwahl und ist optimistisch, diese erreichen zu können: „Wir Grünen können zuversichtlich in die Wahl gehen.“

von ALEXANDER KOCH

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