+
Die Grünsammelstelle bei der Bertha-von-Suttner-Schule soll an einem Standort in der Nähe neu gebaut werden.

Zusammenlegung

Grünsammelstelle in Mörfelden-Walldorf soll umziehen: Neuer gemeinsamer Standort mit dem Wertstoffhof geplant

Der Magistrat hat einen Grundsatzbeschluss für einen neuen Standort der Grünsammelstelle gefasst. Um Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte zu erzielen, plant die Stadt dort auch einen neuen Wertstoffhof.

Mörfelden-Walldorf - Die Grünsammelstelle in der Nähe der Bertha-von-Suttner-Schule muss verlegt werden. So wurde im Sommer 2017 festgestellt, dass die dortige Entwässerungssituation nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Umfangreiche Baumaßnahmen mit hohen Investitionskosten wären nötig, um diese Auflagen zu erfüllen.

Derzeit gibt es eine Übergangsregelung. So ist die Grünsammelstelle mit drei städtischen Mitarbeitern besetzt. Diese sollen gewährleisten, dass die Grünabfälle, hauptsächlich Rasenschnitt, in wasserdichten Containern gelagert werden. Das kann jedoch keine dauerhafte Lösung sein, weshalb der Stadt im Wesentlichen zwei Optionen bleiben: umfangreiche Investitionen am bestehenden Platz der Sammelstelle oder die Suche nach einem alternativen Standort.

Da die „Untere Naturschutzbehörde“ (UNB) die notwendigen Baumaßnahmen am bestehenden Standort sehr kritisch beurteilt – die Grünsammelstelle liegt in einem sogenannten Gebiet mit hoher Schutzkategorie (FFH-Gebiet) – sieht die Stadt die Verlegung der Grünsammelstelle vor. Das wurde auch von der UNB ausdrücklich empfohlen. Der Magistrat hat hierzu bereits einen Grundsatzbeschluss gefasst. Dieser liegt den parlamentarischen Gremien vor. Die Drucksache wird heute Abend im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss beraten. Am 19. Februar soll in der Stadtverordnetenversammlung der Grundsatzbeschluss fallen.

20 Jahre Vertragslaufzeit

Der Magistrat schlägt den Stadtverordneten vor: „Der Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung für den Betrieb einer Grünsammelstelle und eines Wertstoffhofes in der Nähe der Bertha-von-Suttner-Schule mit dem Zweckverband Riedwerke und die Durchführung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens wird beschlossen.“ Die Vertragslaufzeit soll 20 Jahre betragen. Der Kreis hat der Stadt eine kreiseigene Alternativfläche angeboten. Diese liegt nördlich der Zufahrt zur Baumschule Dietrich östlich des alten Walldorfer Weges. Somit läge der neue Standort der Grünsammelstelle ganz in der Nähe des alten. Trotz der nur relativ kleinen Verschiebung gäbe es einen wichtigen Unterschied: Das neue Gelände ist in keinem Gebiet mit hoher Schutzkategorie. Ein praktischer Vorteil sei zudem, dass Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss hier problemlos zu installieren wären.

Keine Lärmbelastung

Für die Bürger würde sich nicht viel ändern. Sie würden fast den gleichen Standort in unmittelbarer Nähe zum bisherigen anfahren können. Dieser liegt zwischen beiden Stadtteilen und ist von Mörfelden und Walldorf über den Vitrolles-Ring gut zu erreichen. Auch bei der Annahme von Abfällen würde es keine Änderungen geben. Maßgeblich bleibe die Abfallsatzung und die Gebührenordnung der Stadt.

Auch der neue Standort liege wie der alte weit entfernt von jeglicher Wohnbebauung. Daher gäbe es keine Lärm-, Geruchs- oder Verkehrsbelastung für die Einwohner der Doppelstadt.

Um Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte zu erzielen, plant die Stadt am neuen Standort der Grünsammelstelle auch einen neuen Wertstoffhof. Die in einer Grobplanung ermittelten Planungs- und Baukosten für das Projekt betragen insgesamt etwa 1,7 Millionen Euro. Derzeit betreibt die Firma „Frasur GmbH“ im Auftrag des Zweckverbands Riedwerke für die Stadt Mörfelden-Walldorf einen Wertstoffhof. Dieser liegt auf dem Betriebsgelände der Firma in der Straße „An der Brücke 1-5“. Für diesen Standort liegt aber nur eine befristete Genehmigung für den Betrieb eines Wertstoffhofes vor. Auch hier müssten – ähnlich wie bei der Grünsammelstelle – umfassende Sanierungen durchgeführt werden, um den Betrieb dort weiterbetreiben zu können. Daher bietet sich die Zusammenlegung der beiden Entsorgungseinrichtungen der Stadt an einem gemeinsamen Standort an.

In Abstimmung mit den Riedwerken hat die Stadt hierfür ein Konzept erarbeitet. Für die erforderlichen Baumaßnahmen muss Baurecht geschaffen werden, wofür ein vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren notwendig ist. Die Riedwerke haben zudem ein Planungsbüro beauftragt, das die erforderlichen Planungsunterlagen erarbeitet.

von Alexander Koch

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare