Energetische Sanierung

Häuser am Festplatz der Doppelstadt sollen modernisiert werden

Mörfelden-Walldorf ist im Klimaschutz und der Förderung erneuerbarer Energien sehr aktiv. Ein Modellprojekt des städtischen Energie- und Klimaschutzbüros entsteht derzeit in Walldorf. Es könnte Schule machen.

Die energetische Sanierung von Häusern stellt längerfristig für Hausbesitzer eine lohnende Investition dar. Sie trägt zur Energieeinsparung und damit auch zum Klimaschutz bei. Doch die Investitionskosten sind oft eine finanzielle Herausforderung. Deshalb arbeitet die Stadt an einem Modellprojekt in Walldorf, das im Erfolgsfall auf andere Stadtviertel der Doppelstadt übertragen werden könnte.

So soll im Bereich der Okrifteler Straße nördlich des Festplatzes der Häuserbestand energetisch saniert und ein Nahwärmenetz mit Bioenergie aus einer lokalen Heizzentrale entstehen. Hieran können sich die Bürger beteiligen, indem sie Anteile an der Genossenschaft „Bürger-Energie-Rhein-Main eG“ (BERMeG) erwerben.

„Das Quartier mit vielen älteren Häusern aus den 1950er und 1960er Jahren ist als Modellprojekt gut geeignet, da hier mit relativ wenig Aufwand ein großer Effekt erzielt werden kann“, so Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD).

Laut Theo Pauly, Sanierungsmanager der Stadt Mörfelden-Walldorf, sei eine energetische Sanierung der Gebäude nicht nur klimafreundlich, sondern senke für die Hausbesitzer auch die Energiekosten. „Wir wollen daher die Sanierungsquote erhöhen“, sagte Pauly. Der Sanierungsmanager ist der zuständige Mitarbeiter aus dem städtischen Energie- und Klimaschutzbüro für das Projekt.

Vor der praktischen Umsetzung sind viele Untersuchungen und Planungsschritte notwendig. Aktuell hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage des Stadtplanungs- und Bauamtes vorgelegt. Die Stadtverordnetenversammlung soll vorbereitenden Untersuchungen für das rund 32,4 Hektar große Gebiet mit rund 1200 Einwohnern in Walldorf zustimmen.

Der Beschluss würde dann nach den gesetzlichen Vorschriften ortsüblich bekanntgemacht werden. Weiterhin wird den Stadtverordneten zur Kenntnis gegeben, dass für die Untersuchung die „DSK Deutsche Stadt- und Grundentwicklungsgesellschaft mbh&Co. KG“ aus Wiesbaden beauftragt wird. Mit der DSK soll ein Vertrag auf der Grundlage ihres Angebots vom 4. August 2017 abgeschlossen werden. In der Magistratsvorlage wird betont, dass das Angebot der DSK in Höhe von 14 875 Euro inklusive Mehrwertsteuer den Erwartungen entspreche und alle Anforderungen erfülle. Die Vorlage wird Ende Februar von der Stadtverordnetenversammlung beraten werden.

Die DSK war im Jahr 2014 von der Stadt Mörfelden-Walldorf beauftragt worden, ein integriertes energetisches Quartierskonzept zu erstellen. Im September 2015 legte sie eine Analyse für das ausgewählte Gebiet in Walldorf vor. Diese beinhaltete Empfehlungen für städtebauliche Verbesserungen, insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung, Energieeinsparungen und die Minderungen des Schadstoffausstoßes. Hieraus entstand ein Maßnahmenkatalog, der zur Umsetzung empfohlen wurde. Die rechtliche Grundlage für die geplanten Sanierungen ist ein Förderprogramm der vom Bund getragenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Da Projekte wie in Walldorf vom Bund unterstützt werden, wird auch die Stelle von Theo Pauly zu 65 Prozent von der KfW finanziert. Das Energie- und Klimaschutzbüro der Stadt unter der Leitung von Andreas Fröb berät auf dieser Basis im Rahmen des „energetischen Sanierungsmanagements“ Bewohner und Akteure im Quartier und begleitet auch deren Investitionen, was bisher überwiegend im öffentlichen Bereich durchgeführt wurde.

Die Hauseigentümer im betreffenden Quartier in Walldorf bekommen dank der formellen Ausweisung ihres Viertels als „Sanierungsgebiet“ die Chance, Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten an ihren Häusern erhöht steuerlich absetzen zu können.

Für diese städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen steht der Stadt Mörfelden-Wallforg nach dem Städtebaurecht ein sachlich, zeitlich und räumlich begrenztes Sonderrecht für das ausgewählte Quartier zur Verfügung. Zunächst müssen aber die vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt werden, bevor ein „Sanierungsgebiet“ formell ausgewiesen werden kann. Die neue Vorlage ist hierfür ein weiterer Schritt. Der Beschluss über eine Sanierungssatzung für das Quartier soll möglichst noch dieses Jahr fallen.

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