Auftritt in Mörfelden-Walldorf

Henni Nachtsheim und Michael Apitz begeistern mit ihrem Eintracht-Programm

Eine ganz besondere Veranstaltung im Zeichen der Frankfurter Eintracht wurde im Bürgerhaus Mörfelden geboten. Henni Nachtsheim und Michael Apitz präsentierten eine gelungene Mischung aus Comedy, Lesung und Comic.

Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen: 9:2. Was wie eine Erfindung aus einem übermütigen Traum eines Eintracht-Fans klingt, das war am 14. November 1981 ein reales Ergebnis in der Fußball-Bundesliga. „Das war mein emotionales Schlüsselerlebnis, weshalb ich zu einem so großen Eintracht-Fan geworden bin“, verriet Henni Nachtsheim am Dienstagabend den rund 550 Besuchern im voll besetzten Bürgerhaus Mörfelden. Das damalige 9:2 bleibt für ihn unvergessen, denn es war gleichzeitig einer der schönsten und traurigsten Tage in seinem Leben. Eigentlich hatte er Liebeskummer und wollte sich unter seiner Bettdecke verkriechen. Doch die geschenkte Eintrittskarte zwang ihn unter Menschen ins Stadion – und die Stimmung stieg mit jedem Tor: „Als ich das Stadion verließ, hatte ich den Namen der Frau vergessen, wegen der ich zuvor Liebeskummer hatte.“

Nach einer kurzen Begrüßung durch René Lorenz von der Volksbank Darmstadt-Südhessen, die den Abend zusammen mit dem städtischen Sport- und Kulturamt organisiert hatte, lieferte Nachtsheim bereits in den ersten Minuten seines Auftritts ein Pointenfeuerwerk ab. Er malte fantasievoll aus, was er gegenüber den Veranstaltern alles an Ideen für den Auftritt vorgeschlagen hatte, unter anderem einen Kampf mit einem echten weißen Hai auf der Bühne in einem riesigen Aquarium. Zu seiner Enttäuschung wurden diese und weitere spektakuläre Ideen aber abgelehnt.

Nachtsheim bewies auch Selbstironie: „Manche im Publikum fragen sich vielleicht: Den kenne ich doch von ,Mundstuhl’.“ Seine Zuschauer wussten aber natürlich, dass er ein Teil des legendären hessischen Komiker-Duos „Badesalz“ ist. So waren neben den Eintracht- auch viele „Badesalz“-Fans gekommen, aber die meisten Gäste waren sicher beides. Nachtsheim sprach eine der wichtigsten Eigenschaften eines erfahrenen Eintracht-Fans an: gesunde Skepsis. Ein Beispiel sei das phänomenale 6:0 der Frankfurter gegen Bayern München am 22. November 1975, denn die nächsten Rückschläge, häufig gegen vermeintlich schwache Gegner, ließen nicht lange auf sich warten. „Den Eintracht-Fan erkennt man im Sommer im Freibad an einer dicken Jacke, denn er bleibt skeptisch“, scherzte Nachtsheim.

Hierzu passt auch die Aktualität: Sensationeller Pokalsieg in der Saison 2017/18 mit einem 3:1 gegen Bayern München im Finale, Ausscheiden in der ersten Runde in dieser Pokal-Saison. Die schönsten Tore, besten Spieler, spektakulärsten Partien und größten Erfolge der Eintracht – Deutscher Meister 1959, Finale im Europapokal der Landesmeister 1960, UEFA-Cup-Sieger 1980 und fünf Mal Deutscher Pokalsieger – dominierten den Abend. Auch schmerzhafte Momente wie die 1992 in Rostock verpasste Deutsche Meisterschaft fehlten nicht, wurden aber schnell wieder verdrängt.

Künstlerisch festgehalten wurden viele tolle, aber auch die traurigen Momente der Eintracht-Geschichte von Comiczeichner Michael Apitz. Er führte dem Publikum im Bürgerhaus viele seiner originellen und künstlerisch beeindruckenden Bilder auf der Leinwand vor. Das von Apitz aus allen Generationen von 1959 bis heute gezeichnete „Eintracht-Dream-Team“ wurde von einem Gast für einen guten Zweck zu einem hohen dreistelligen Betrag ersteigert.

Im zweiten Teil des Abends lasen Nachtsheim und Apitz aus ihrem gemeinsamen Buch „Adlerträger – Lilli Pfaff und die Geschichte von Eintracht Frankfurt.“ Das lustige Buch über die Geschichte des Traditionsvereins mit Illustrationen und Kurz-Comics handelt von drei begeisterten Eintracht-Fans, die zusammen unter einem Dach leben: Das Mädchen Lilli Pfaff, ihr Opa Bonifaz und der Papagei „Adler“, der so gerne ein Adler sein will, bis er sich schließlich für einen hält. In einem für alle Eintracht-Fans besonderen Moment des Abends gab sich der echte Eintracht-Adler „Attila“, das lebende Maskottchen des Vereins, die Ehre und zeigte sich kurz den Besuchern.

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