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Hier kennt die Kunst keine Grenzen

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Die Künstlerin Petra Wohlfahrt mit zwei ihrer neueren Arbeiten ? eine alte Jeans gegen ein opulentes Ballkleid.
Die Künstlerin Petra Wohlfahrt mit zwei ihrer neueren Arbeiten ? eine alte Jeans gegen ein opulentes Ballkleid. © Mara Paul

28 Künstler präsentierten am Wochenende bei der Open-Air-Galerie am Bürgerhaus ihre Arbeiten. Dabei ließen sich die Künstler auch bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Kunst und Kultur in Mörfelden und Walldorf benötigen nicht den roten Teppich der Großstadt. Vielmehr fungierte das Souterrain des Bürgerhauses Mörfelden bei der sechsten Open-Air-Galerie am Wochenende als Bühne und zugleich Laufsteg für überwiegend einheimische Künstler. Sie fühlten sich zufrieden mit dem Zuspruch und Umsatz – denn einige Kunstwerke wurden auch verkauft.

Freilich handelte es sich primär um eine Verkaufsausstellung. Aber einige Künstler ließen sich beim Malen drinnen und draußen zwei Tage lang von Besuchern über die Schulter schauen. Diese passive Teilnahme am Malen schult den Blick für fremde Techniken und ruft gewiss demnächst auch Nachahmer auf den Plan.

Realistisch und abstrakt

Für die Ausstellung gab Initiatorin Ulrike Gähtgens-Maier kein Thema vor. „Jeder zeigt, was er mag.“ Sie selbst präsentierte neben ihren inzwischen bekannten bunten Köpfen nach der Teilnahme an einem Malkurs auch abstrakte Arbeiten. Insgesamt waren bei der Galerie 14 Positionen mit 28 Künstlern vertreten. Neben der Malgruppe „Ein ägyptischer Vogel“ der Nieder-Ramstädter Diakonie, die zu treuen Teilnehmern zählt, präsentierte erstmals die Malgruppe „Familie Montez“ sich und ihre Werke. Den Kontakt knüpfte die Künstlerin Petra Vogt aus der Doppelstadt, die dieser Gruppe seit etwa einem Jahr angehört, die wiederum zum Frankfurter Kunstverein zählt.

Zu den Exponaten zählten naturalistische Motive, Grafiken, Zeichnungen, Abstraktes, Collagen, aber auch Porträts. So stach besonders das von Queen Elizabeth ins Auge, das Jannie Frühwald mit Acrylfarben auf eine Leinwand bannte. Leider war das Motiv mit sehr viel Ähnlichkeit etwas „nach unten gerutscht“ und hätte eine bessere Platzierung auf der Unterlage verdient.

Für neuen Roman

Zu den Ausstellern zählten der erstmalige Teilnehmer Jafar Kazimi aus Afghanistan mit Motiven aus seiner Heimat sowie Gerhard Schüpfer-Maciolek mit rund 30 Arbeiten. Darunter alleine 21 Federzeichnungen, die er teilweise erstmals zeigte. Einige sind für seinen neuen Roman „Aphrodite mit den braunen Mandelaugen“ entstanden, der 490 vor Christus in und um das Orakelwesen spielt, und den er am 21. August Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt vorstellt. Noch ist das 600 Seiten starke Buch nicht erschienen. Zu Schüpfer-Macioleks Exponaten zählte unter anderem auch das mit Ölkreide im Stil des Pointilismus gehaltene Abbild einer Hallig bei Norderney.

Auch Petra Wohlfahrt zählt zu den treuen Teilnehmern der Open-Air-Galerie. Einmal mehr zeigte sie eine Auswahl aus ihrem Schaffenszyklus. Dabei wurde deutlich, dass sich die Künstlerin keine Grenzen setzt. Ob sie eine abgetragene Jeans mit Tapeten- und Holzleim sowie Farben in ein Kunstwerk verwandelt oder daneben eine grazil anmutende Tänzerin in opulenter roter Ballrobe in Szene setzt.

Gähtgens-Maier erinnerte daran, dass die Open-Air-Galerie einst von ihr, Bürgermeister Heinz-Peter Becker und Erika Herdt vom Kunstfenster ins Leben gerufen wurde, weil die dortigen Ausstellungskapazitäten nicht mehr ausreichten. Seither finden bei der Open-Air-Galerie Jung und Alt zusammen – von der erst 16-jährigen Lea Maurer bis zur 79-jährigen Organisatorin, die mit Herz und Hand stets bei der Sache ist.

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