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Rund 25 Personen halfen dem SDW-Kreisverband Groß-Gerau an der Rudolfsruh beim Bau einer Hirschkäferwiege.

Neue Kinderstube für den Nachwuchs

Hirschkäfer haben nun ein neues Zuhause für ihre Brut

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Rund 25 Personen beteiligten sich am Bau der Hirschkäferwiege um einen alten Eichenwurzelstock hinter dem Vereinsheim Rudolfsruh in Mörfelden. Diese benötigen die Käfer, um ihre Eier abzulegen.

Sie sind auf den Wald angewiesen. Doch wie, wenn sie dort keine idealen Bedingungen mehr vorfinden? Mit einer Kinderstube für Larven und den Nachwuchs will der Kreisverband Groß-Gerau der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) die Zukunft der Hirschkäfer hinter seinem Vereinsheim Rudolfsruh in Mörfelden sichern.

Die Idee für eine Hirschkäferwiege ist laut Vorsitzender Friederike Heislitz schon einige Jahre alt. Jedoch fehlte bislang das Geld dafür. Darum reichte sie das Konzept für dieses Projekt und drei weitere im vergangenen Jahr bei der hessenweiten Umweltlotterie „Genau“ ein – die Abkürzung für „Gemeinsam für Natur und Umwelt“. Für drei dieser Projekte erhielt der Verein den sofortigen Zuschlag in Höhe von jeweils 5000 Euro. Neben der Hirschkäferwiege konnte deshalb im Oktober auch eine Streuobstwiese in Worfelden angelegt werden.

Darüberhinaus wird demnächst noch eine Streuobstwiese zwischen Mörfelden und Walldorf neu gepflanzt. Für die Begrünung des Außengeländes der Bertha-von-Suttner-Schule und die dortige Einrichtung eines grünen Klassenzimmers hat Friederike Heislitz von der Umweltlotterie bereits 1000 Euro dank einer Sonderauslosung erhalten. Den Rest des Geldes erwartet sie noch.

Weil die Sache mit der Umweltlotterie so gut klappte, hat Friederike Heislitz auch dieses Jahr wieder vier Projekte eingereicht. Sie hofft, dass erneutes Geld für die Gestaltung von zwei Naturlehrpfaden in Nauheim und Büttelborn fließt, aber auch für die Anschaffung waldpädagogischen Materials für den Verein sowie die Überarbeitung und Erneuerung des Waldlehrpfades An den Eichen in Walldorf. Die Zusage, dass diese Projekte in die engere Auswahl kommen, hat sie bereits erhalten. Bis die Entscheidung eintrifft, könnte es noch dauern.

Rund 25 Personen beteiligten sich am Bau der Hirschkäferwiege hinter dem Vereinsheim. Sie ist laut Heislitz wichtig, weil die auffallend großen, schwarzen und mit einem Geweih ausgestatteten Käfer ihre Eier an vermoderndes Eichenholz legen. „Davon gibt es im Wald nur noch sehr wenig.“

Deshalb wurde rund um einen alten Eichenwurzelstock eine zwei mal vier Meter große und 85 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben, die mit Eichenstammholz befüllt wurde. Dazwischen kamen Lagen aus Mutterboden und Eichenhackschnitzeln.

Die Umweltschützerin Heislitz hofft, dass die Hirschkäfer diese neue Einrichtung als neue Lebensgrundlage annehmen. Mit von der Partie waren Vorstandsmitglieder, die „Waldfüchse“ als Nachwuchs der SDW sowie Privatpersonen bis aus Büttelborn.

Wer beim Schutz der Hirschkäfer und deren Verbreitung helfen will, sollte dem Hessen-Forst funde melden. Seit dem Jahr 2007 sammelt die Fachstelle Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) über das Hirschkäferbeobachtungsnetz Informationen. Auch tote Tiere sollten gemeldet werden, weil auch sie Rückschlüsse auf ihre Verbreitung zulassen.

Ziel der Aktion ist, das Hirschkäfervorkommen besser einzuschätzen und seine Lebensbedingungen zu verbessern. So soll herausgefunden werden, wo überall der Käfer in Hessen lebt, welche Baumarten er besiedelt und ob sein Bestand jährlich schwankt. Nur wo er bekannt ist, können seine Belange bei der Bewirtschaftung von Waldflächen und Landesplanung berücksichtigt werden.

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