Volksfest

Ein Hoch auf die Walldorfer Kerb!

Nach einer verkürzten „Notfall-Kerb“ im Jahr 2017 konnten die Walldorfer Kerweborsch zusammen mit den „Buschspatzen“ und der „Flying Dragon Bar“ dieses Jahr den Walldorfern wieder ein buntes Kerwewochenende anbieten. Die Ehrenamtlichen hatten ein vielseitiges Programm zusammengestellt.

Immer am vierten Wochenende im Oktober heißt es in Walldorf: „Wem is die Kerb? – Unser!“ Der Samstag mit der Aufstellung des Kerwebaums, der Kerweredd und dem von beiden großen christlichen Kirchen erteilten Kerwesegen ist hierbei stets besonders wichtig. Jochen Mühl, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Walldorf, erinnerte an die historische Bedeutung der Kerb: „Kerb – das ist seinem Ursprung nach ja Kirchweih. Wir feiern, dass Gott unter uns sein Haus gebaut hat; dass uns Gott im Alltag und im Feiern nahe ist.“

Pfarrer Paul Nieder von der katholischen Pfarrgemeinde Christkönig in Walldorf bat in einfühlsamen Worten um Empathie: „Wir beten für alle, denen in diesen Tagen nicht nach Feiern zumute ist: weil sie in einer schwierigen Lebenslage sind, weil ihre Gesundheit beeinträchtigt ist oder weil sie einen lieben Menschen verloren haben.“

Fröhliche Rede

Kerwevadder Maurice Coutandin hielt vor dem zuvor am Walldorfer Festplatz aufgestellten Kerwebaum eine fröhliche Kerweredd in Reimform: „Ihr liewe Leit, was iss dann heit, wann die Kerwevadder uff die Laader stei’t? Ei Kerb iss heit, ihre liewe Leit! Jed’ Jahr wenn’s uff de vierte Sonndaach im Oktober geht, in Walldorf de Geist der Kerb eiweht.“ Der Termin hat sich eingebürgert. Er ist jedoch mit Nachteilen behaftet. So ist das Wetter Ende Oktober, so auch am vergangenen Wochenende, meistens eher unfreundlich. Zudem sitzt am Monatsende bei vielen das Geld nicht mehr so locker. Weiterhin ist es nachteilig, dass die Walldorfer Kerb als letzte im Landkreis Groß-Gerau und nur eine Woche nach der großen Kerb in Mörfelden stattfindet. Diese ist seit 1998, als sie vom Festplatz in Mörfelden in die Ortsmitte an den Dalles verlegt wurde, wieder zu einem großen Erfolg und beliebten Anziehungspunkt in Mörfelden und darüber hinaus geworden.

Die Walldorfer Kollegen trotzten den für sie ungünstigen Faktoren und stellten dieses Jahr trotz finanziell begrenzter Mittel mit der Hilfe von Sponsoren gemeinsam mit dem „1. Carneval Club Walldorf – Die Buschspatzen“ von der Sport- und Kulturgemeinde (SKG) Walldorf und der „Flying Dragon Bar“, ein vielseitiges Programm über fünf Tage auf die Beine. Das war eine deutliche Veränderung zu 2017, als nur eine verkürzte „Notfall-Kerb“ angeboten werden konnte.

Bereits am Freitagabend hatte DJ Mike in der SKG Halle dem Publikum eingeheizt. Einen Abend später brachte bei der „KerweNight!“ Alan Best mit seiner Band „Four for you“ die Gäste mit flotten Rhythmen zum Tanzen.

Kneipentour

Während am Sonntag der traditionelle Kerwegottesdienst sowie der Kerwefrühschoppen anstand, der vom Akkordeon Club Walldorf und dem „Shanty-Chor“ des Dreieich Segel Club Langen schwungvoll musikalisch begleitet wurde, so gibt es am Montag die große Tour durch die Kneipen. Mit der gestrigen „Best of 80er und 90er Party“ mit DJ Tony.P in der SKG Halle und dem heutigen „Familientag“ auf dem Walldorfer Festplatz findet die Kerb ihren Abschluss. Auf dem Festplatz sind zahlreiche Fahrgeschäfte, Spiele, ein Schützenhaus sowie Verkaufs-, Essens- und Getränkestände aufgebaut.

Auf das Problem, Nachwuchs und genügend ehrenamtliche Helfer für die Kerb zu finden, ging auch der Kerwevadder in seiner Kerweredd ein: „Aach fehle Mädscher und Borsche, der Nachwuchs macht uns große Sorsche.“

Auch das Thema Feuerwehr sowie die Bürgermeisterwahl 2019 wurden von Coutandin aufgegriffen. Der Kerwevadder erwähnte hierbei, dass mit Karsten Groß ein ehemaliger Walldorfer Kerwevadder zur Wahl stehen wird. Neben der lokalen Politik behandelte Coutandin auch die Bundespolitik sowie die Landtagswahl: „Bitte, Finger weg vun dene Braune, verderwe es Land, unn die Leit, unn die Laune!“

Die Laune ließen sich die Walldorfer Kerweborsch von niemand verderben, aber sie und alle ehrenamtlichen Helfer haben einen Wunsch für 2019: „Das diesjährige Programm wurde von der Walldorfer Bevölkerung angenommen, aber wir würden uns für nächstes Jahr über noch mehr Resonanz freuen“, so Sebastian Goll, Erster Vorsitzender des Walldorfer Kerwevereins.

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