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Immer mehr Senioren leben in Armut

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Die Zahl der bedürftigen Senioren in Mörfelden-Walldorf nimmt zu.

Rund 6000 Frauen und Männer leben in Mörfelden-Walldorf in Armut. Von ihnen leben wiederum 2582 in sogenannten Bedarfsgemeinschaften, denen vom Baby bis zum Senior alle Altersgruppen angehören können. Das geht aus den jüngsten Statistiken der Agentur für Arbeit und den Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes in Wiesbaden hervor. Das sind vier Prozent mehr Betroffene als noch ein Jahr zuvor.

Alle Betroffenen erhalten, nach dem XII. Sozialgesetzbuch, zusätzliche staatliche Hilfe zum Lebensunterhalt. Allerdings wird die Höhe dieser Ergänzungszahlungen nach Anrechnung der „Einkommen“ aller Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft ermittelt. Dazu gehören bei Senioren die Rente und bei kleinen Kindern das Kindergeld.

Der monatliche Bruttobedarf der Bedarfsgemeinschaften betrug laut den Statistiken durchschnittlich 853 Euro (2016: 835 Euro). Davon entfielen 359 Euro oder 42 Prozent auf Aufwendungen für Unterkunft und Heizung. 257 Euro oder 30 Prozent des Bruttobedarfs wurden durch ein angerechnetes Einkommen gedeckt. Nach der Anrechnung dieses Einkommens verblieb den Betroffenen ein monatlicher Nettobedarf von durchschnittlich 597 Euro (2016: 580 Euro).

Bei diesen Zahlen sind von Armut betroffene Senioren außerhalb der Bedarfsgemeinschaften nicht erfasst. Ihre Zahl steigt jährlich an, räumen Sozialpolitiker ein. Bei mehr als 6500 Senioren in der Doppelstadt dürften mindestens 780 mit ihrem Alterseinkommen nicht auskommen, geht man von der Armutsdefinition der Europäischen Union aus.

Die besagt, dass, wer nur 40 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung hat, als arm gilt. Als gefährdet gilt, wer nicht mehr als 70 Prozent des Durchschnittseinkommens ausgeben kann.

In Mörfelden-Walldorf müssten danach, an der Kaufkraft gemessen, alle Einwohner als arm gelten, deren Kaufkraft bei nicht mehr als 2978 Euro im Jahr liegt. Gefährdet sind, nach den Berechnungen der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, alle, die jährlich nicht mehr als 5211 Euro ausgeben können.

(sc)

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