Junge Bildhauer

Jugendliche gestalten unter Anleitung von Filipe Mirante fantasievolle Figuren

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Der Bildhauer Filipe Mirante fand viele lobende Worte für die jungen Teilnehmer am Kinder-Kunst-Wochenende. Aber auch die Stadt vergaß er nicht zu erwähnen, die dem Nachwuchs mit der Veranstaltung eine großartige Chance böte.

Zum Ende des diesjährigen Kinder-Kunst-Wochenendes sah man nur zufriedene Gesichter. Erneut war der Portugiese Filipe Mirante aus seinem Heimatland nach Mörfelden-Walldorf gekommen, um den Werkstoff Ytong von Kindern bearbeiten zu lassen.

Mirante schwärmte: „Die Skulpturen, Ergebnisse harter Arbeit, würden einer Ausstellung genügen. Ich bin davon überzeugt, wenn beispielsweise eine Galerie in Berlin oder in einer anderen Großstadt die Kunstwerke präsentieren würde, ohne zu wissen, dass sie aus Kinderhand stammen, könnten sie sogar Käufer finden.“

Seine Schützlinge genießen totale Freiheit in der Auswahl ihrer Objekte, die sie erschaffen, erklärte Mirante, der nie ein bestimmtes Thema vorgibt. Es helfe, wenn man die Phantasie der Kinder anregt. „Ein Mädchen überlegte über zehn Minuten lang, was sie erschaffen könne, aber ihr fiel einfach nichts ein. Da riet ich ihr, die Augen zu schließen und mit einem Stift etwas auf ein Stück Papier zu malen.“ Die Zeichnung sei dann so hervorragend gewesen, dass es für eine außergewöhnliche Skulptur, eine Art Blüte in deren Öffnung ein Zylinder ruht, gereichte.

Jugendliche, wie die 16-jährige Michelle Zecher, würden dagegen bereits „nach Perfektion streben“. „Sie hat ihr abstraktes Werk ohne Titel schon im vorigen Jahr begonnen. Heute hat sie es fertiggestellt“, erzählte Mirante hoch erfreut. „Sie ist eine wirklich großartige Künstlerin.“ Im Ergebnis aller würden neben der immensen Arbeit auch „Kopfweh, Energie, Schmerzen in den Gliedern und vor allem viel Kreativität“ stecken, sagte er. „Ganz besonders hat mich diesmal die Arbeit von Rebecca und Emma berührt“, berichtete er weiter. Die beiden Zehnjährigen haben jeweils die Hälfte eines großen Herzens aus Ytong geformt. Jedes Kind wird seinen Teil dieser markanten Form mit nach Hause nehmen.

Eine herausragende Arbeit sei ebenso der „Fantasiezwerg“ von Miriam. Die zwölf Jahre alte Schülerin aus Walldorf, die bereits das dritte Jahr in Folge beim Kinder-Kunst-Wochenende mit dabei ist, suche das Komplizierte, sagte Mirante lobend. „Sie würde Tag und Nacht arbeiten, wenn man sie ließe.“ Dabei werke sie völlig selbstständig, lediglich ein wenig technische Unterstützung sei noch notwendig. „Sie sucht und findet ihren eigenen Weg und wird bestimmt einmal eine bedeutende Künstlerin“, ist sich der Portugiese sicher.

„Ich bin 62 Jahre alt und habe nie etwas anderes als Kunst gemacht, aber die Möglichkeit, die die Stadt Mörfelden-Walldorf dem Nachwuchs mit dieser Veranstaltung bietet, flößt mir Respekt ein“, sagte Filipe Mirante.

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