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Kinder fühlen sich bei den Ferienspielen der Turngesellschaft wie echte Indianer

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Unter dem Thema ?Indianer? trug die TGS Walldorf allen Wünschen der kleinen Teilnehmer im Grundschulalter Rechnung. Sie zeigten sich sehr zufrieden und glücklich.
Unter dem Thema ?Indianer? trug die TGS Walldorf allen Wünschen der kleinen Teilnehmer im Grundschulalter Rechnung. Sie zeigten sich sehr zufrieden und glücklich. © Mara Paul

Ob Trommeln basteln, Tipis bauen oder den richtigen Umgang mit Pfeil und Bogen lernen: Den Kindern wird bei den Ferienspielen der TGS Walldorf unter dem Motto „Indianer“ eine Menge geboten.

Der eine hat eine Laktose-Intoleranz, der andere verträgt kein Gluten. Darüber hinaus müssen Chefkoch Hans Schweitzer und sein Kollege Norbert Mayer bei der Zubereitung des täglichen Mittagessens während der Ferienspiele der Turngesellschaft (TGS) Walldorf viele weitere Lebensmittelunverträglichkeiten berücksichtigen. Irgendwie gelingt es aber immer, alles unter einen Hut zu bringen. So standen am Mittwoch Apfelküchlein mit Dinkelmehl und Wackelpudding auf dem Speiseplan.

Ausgebucht sind die Ferienspiele im Gegensatz zu den Vorjahren nicht. 21 Kinder im Grundschulalter nehmen teil, darunter 14 junge TGS-Mitglieder. Für 40 wäre laut Chefbetreuerin Lana Kornhuber Platz gewesen. Worauf die vergleichsweise geringe Teilnahme in diesem Jahr beruht, weiß sie nicht. Unter dem Motto „Indianer“ hat Lena Kornhuber mit den drei weiteren Betreuern Lutz Rothhaupt, Sonja Kemmerer und Maria Papachtristoudi ein attraktives Freizeitprogramm im Gepäck.

Kornhuber hat als Betreuerin bereits fünf Mal an den TGS-Ferienspielen teilgenommen, dieses Jahr erstmals als Chefin. „Bis auf ein paar Lebensmittelallergien läuft alles prima“, sagt sie lachend. Dass mal ein wenig gezickt werde, das sei bei Kindern in diesem Alter ebenso normal wie eine kleine Hautabschürfung. Es gebe keinen Streit und keine Verletzten. Die Gruppe der Ferienspielkinder sei problemlos und pflegeleicht.

Sensibilisierung der Sinne

Bei den Spielen mit den 21 Indianerstämmen – jedes Kind repräsentiert einen anderen – steht die Sensibilisierung der eigenen Sinne durch tasten, riechen, schmecken und fühlen im Fokus. Die Kinder unterscheiden beispielsweise verschiedenes Obst voneinander. Sie lernen, wie die richtigen Indianer einst mit Pfeil und Bogen umgingen und basteln Trommeln. Dazu hat jedes Kind einen eigenen etwas größeren Blumentopf von zu Hause mitgebracht, der außen zunächst mit Serviettentechnik verschönert wird. Über die Oberseite wird dann mit einem Gummi ein weißes Backpapier gespannt – und fertig ist die Indianertrommel.

Darüber hinaus stehen Spiele auf dem TGS-Gelände an, etwa Brennball oder Indianerreite. Dazu wird das Turngerät namens Pferd von Hindernissen umgeben, welche die Kinder überwinden müssen. Für alle Spiele haben die Mädchen und Jungen einen Laufzettel, der systematisch abgearbeitet wird. Zum Ende der Ferienspiele erhalten sie dann von Kornhuber gebastelte Zertifikate, welche die Kleinen in richtige Indianer verwandeln, und auch Fotos als schöne Erinnerung an die Ferienspiele.

Alles, was sie während der Spiele gebastelt haben wie Feder-, Perlen- und Haarschmuck, aber auch bemalte T-Shirts, nehmen sie dann mit nach Hause. Zurück bleiben nur fünf Tipis, für deren Bau die Kinder im Wald Stöcke gesammelt hatten, und ein bunt abgemalter Totempfahl mit Stammeszeichen zur Verehrung der Ahnen. Zum Abschluss gibt es am heutigen Freitag eine kleine Wasserschlacht, bei der Betreuer Lutz Rothhaupt dran glauben muss: Er wird an einen Marterpfahl gebunden und von den verkleideten und mit Kriegsbemalung geschminkten Kindern mit Wasserballons beworfen.

Viele fleißige Helfer

Jenseits ihrer Freizeitbeschäftigungen bleibt an den Mädchen und Jungen als kleine Pflichtübung lediglich das Zusammenräumen des schmutzigen Geschirrs nach dem Mittagessen und das Abwischen der Tische hängen. Den Rest erledigen fleißige TGS-Helfer, die sich ständig abwechseln.

Finanziert und ermöglicht werden die Ferienspiele durch Beiträge der Eltern teilnehmender Kinder, aber auch durch Materialien, die sie selbst mitbringen wie T-Shirts zum Bemalen und Zerschneiden, sowie die Benutzung von Utensilien verschiedener TGS-Jugendabteilungen wie Scheren, Farben und Papiere. Für die Ferienspiele im kommenden Jahr haben sich die Organisatoren noch kein Motto überlegt.

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