Hohe Kosten

Die Kläranlage wird modernisiert

Die Kläranlage der Doppelstadt wird saniert. Damit wird sie auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Bürger müssen mit Kosten rechnen.

Von Rüdiger Koslowski

Die Kläranlage der Doppelstadt ist sanierungsbedürftig. Vor einigen Jahren war den Stadtverordneten bereits die problematische Situation der Kläranlage geschildert worden. Auch eine Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt sei deshalb untersucht worden, so der Erste Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne). Deshalb sei eine Erweiterung und Sanierung ins Auge gefasst worden.

Eine Entwurfsplanung wurde am Montag dem Ausschuss für Umwelt, Ver- und Entsorgung und gegen Flughafenerweiterung vorgelegt. Das Projekt sei auf acht bis zehn Jahre angelegt. Dem Ausschuss würden Informationen über die technische Struktur vorgelegt, um einen Eindruck über das Projekt gewinnen zu können. Die Frage der Finanzierung und der Bedingungen der Zulassungsbehörde stünden noch nicht zur Diskussion. Es werde lediglich eine erste Kostenschätzung vorgelegt, so Urhahn.

Die Gesamtkosten werden aktuell von Diplom-Ingenieur Uwe Biermann bei drei Bauabschnitten mit 20,62 Millionen Euro angegeben. Von der CDU wurde die Frage nach einer zweiten Kostenschätzung gestellt. Die sei bisher nicht eingeholt worden, so Urhahn. Die SPD wunderte sich, dass bisher von 10 Millionen Euro gesprochen worden sei, jetzt aber 20 Millionen genannt werden.

Die Fraktion der DKP/LL fragte nach der Finanzierung. Laut Urhahn könnten noch keine belastbaren Aussagen getätigt werden. Aber es würden Kosten auf die Bürger zukommen. Die Stadt habe kostendeckend zu arbeiten, das Abwasser werde teurer werden. Die Investitionen für die höher werdenden Anforderungen müssten abgearbeitet werden.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) sagte, dass die Investitionen über Jahre gestaffelt abgerechnet werden. Die Kosten würden auf die Nutzer umgelegt werden, das sei rechtlich geregelt. Ein zweites Büro mit einer Entwurfsplanung zu beauftragen hält er für unsinnig. Uwe Biermann hatte zuvor erläutert, dass die Sanierung aufgrund der Betriebszeiten von 20 bis über 50 Jahre erforderlich sei. Außerdem würde ein Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt zur Einhaltung der Wasserrichtlinien vorliegen.

Mit dem Umbau werde der aktuelle Stand der Technik erreicht. Die Sanierung der Leitungen würde die Kontaminierung des Erdreichs verhindern. Der Ausbau würde zudem eine stabilere und effizientere Reinigungsleistung bewirken.

Die Kosten könnten auf rund 300 000 Euro pro Jahr reduziert werden. Eines machte Uwe Biermann deutlich: „Abbruch, Neubau, Umbau, von der Anlage bleibt nichts, wie es war.“ Im Gegensatz zu Urhahn sieht er die Bauabschnitte jedoch auf nur sechs Jahre verteilt, was ein sportliches Ziel sei.

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