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Klettern unter freiem Himmel bei der TGS Walldorf

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Von: Carmen Erlenbach

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Die Klettersaison bei der TGS ist eröffnet: Annika Häferer (links) sicherte Maximilian auf seinem Weg nach oben.
Die Klettersaison bei der TGS ist eröffnet: Annika Häferer (links) sicherte Maximilian auf seinem Weg nach oben. © Carmen Erlenbach

Die Saison ist eröffnet: An den Kletterwänden der Turngesellschaft Walldorf kann unter freiem Himmel in die Höhe gekraxelt werden. Dafür wurden vorher rund 250 Griffe ausgetauscht.

Wo waren sie denn, all die eifrigen Kletterer, die zum Saisonbeginn der Kletterabteilung der Turngesellschaft (TGS) Walldorf auf das Vereinsgelände gekommen waren? Sie hingen dort so herum – nicht etwa auf Bänken, sondern, von Übungsleitern an Seilen gesichert, in luftigen Höhen zwischen mehr als sechs und zwölf Metern und genossen die Aussicht. Am Boden trieben TGS-Präsident Horst Bauer und Pressewart Hans Schweitzer bei einem Bierchen ihre Späße und scherzten, danach ließen sie sich an den Seilen in die Höhe ziehen.

Doch Scherz beiseite. Der Zuspruch beim Anklettern an der Südseite der TGS-Halle konnte wegen des herrlichen Wetters nicht besser sein. Viele Kinder und Jugendliche fanden sich ein, um die Kletterwand von 6 Metern, die 2004 errichtet worden war, und eine von 12,40 Metern, die 2012 folgte, zu erklimmen. Damit alles tadellos klappte und die notwendige Sicherheit beim Klettern garantiert war, hatte die Abteilung laut ihrem Leiter Markus Finke und Übungsleiter Olbert Franke für den Austausch von rund 250 Griffen an den beiden Wänden gesorgt. Dazu mussten die alten ab- und die neuen Stück für Stück von Hand angeschraubt werden. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die zehn Routen an der niedrigeren und vier an der höheren Wand verändert.

Fahrt in die Berge

Die Abteilung zählte laut Finke bei ihrer Gründung im Jahr 2004 lediglich vier Mitglieder. Inzwischen seien es neun, alles Übungsleiter zwischen 18 und etwa 60 Jahren. Sie stellen sich zum Klettern aber nicht nur an den zwei vereinseigenen Wänden ein. In kleinen Gruppen zu vier bis fünf Personen besuchen sie auch mal Klettermöglichkeiten in Frankfurt, Bensheim und Kelkheim – und wenn es der Terminkalender erlaubt, nehmen einige Übungsleiter zusammen Urlaub und fahren gemeinsam zum Klettern in die Berge, beispielsweise nach Frankreich oder in die nähere Umgebung wie den Odenwald oder Taunus. Den Winter über werde jedoch ausschließlich in Hallen geklettert.

Zu den Nutzern des wöchentlichen Kletterangebots an der TGS-Halle bis Ende September gehören Kinder ab vier Jahren, aber auch Erwachsene und mitunter ganze Familien. Laut Finke ist es wichtig, keine Angst vorm Klettern zu haben. „Wenn die Kinder auf den ersten paar Tritten denken, sie schaffen das nicht bis oben, und dann ihre Freunde oben ankommen sehen – das motiviert“. Deshalb biete die Kletterei einen pädagogisch wertvollen Aspekt – und laut Olbert Franke auch einen therapeutischen. Es schaffe Freude und stärke das Selbstbewusstsein, speziell von Kindern.

Stärkt die Motorik

Er selbst habe sich vor zehn Jahren wegen eines Bandscheibenvorfalls, der starke Beschwerden verursachte, der Kletterei verschrieben. Vom Gang in ein Fitnessstudio hielt Franke nichts. „Das stärkt die Motorik, die Körperspannung, die Muskulatur des gesamten Bewegungsapparats und stabilisiert die Wirbelsäule.“ Das Klettern tat ihm gut. So trat er der Abteilung bei, absolvierte seinen Klettertrainerschein und machte seinen Sicherungsschein.

Wer die Wände an der TGS-Halle erklimmen möchte, kann sich dort bis Ende September jeden Samstag zwischen 15 und 18 Uhr einfinden. Mitglieder zahlen vier Euro, Nichtmitglieder sechs Euro. Die erforderliche Ausrüstung wird gestellt.

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