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Eine Klasse für sich: Annika Koch (TuS Griesheim), die schnellste Frau.

Triathlon

Koch und Ramali siegen ganz souverän

Während der Luft- und Raumfahrtingenieur wieder durchgestartet ist, sprach die schnellste MöWathlon-Frau im Ziel von einem entspannten Rennen.

„Wir hatten bisher beim MöWathlon eigentlich immer schönes Wetter“, freute sich eine Athletin, dass auch zur Jubiläumsauflage des beliebten Kurzdistanz-Triathlons in Mörfelden-Walldorf die Sonne vom Himmel lachte und die über 500 Sportler bei Temperaturen deutlich jenseits der 20-Grad-Marke am frühen Morgen empfing.

Bereits zur zehnten Auflage hatten die Organisatoren der Triathlonsparte der SKV Mörfelden eingeladen. Und während kurz vor dem Schwimmstart am Walldorfer Badesee sicherlich der Adrenalinpegel bei vielen Teilnehmern deutlich anstieg, so kletterte auch am Vormittag das Thermometer munter weiter empor, so dass bei schwüler Witterung der Schweiß in Strömen floss. Im Zielareal im Mörfelder Waldstadion wartete auf die Ausdauersportler dann nach ihrem Wettkampf jedoch die nötige Stärkung mit Wasser, Iso-Getränken und Obst.

Als Schnellster vom Ausflug über 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer im Radsattel und einem abschließenden 5-Kilometer-Laufkurs im Mörfelder Wald kehrte Pascal Ramali zurück. Und das einmal mehr in einer besonders schnellen Zeit. 57:58 Minuten wurden für den 32-jährigen Triathleten gestoppt, was gleichbedeutend war mit einem neuen Streckenrekord, da heuer erstmals ein neuer, komplett für den Autoverkehr gesperrter Radkurs zu absolvieren war.

„Auf dem Radkurs war es etwas windig, ich habe mich deshalb dann voll und ganz auf das Laufen konzentriert“, berichtete Ramali, der bei seinem Heimrennen – Ramali wohnt in Mörfelden-Walldorf – dann auch mit flotten Schritten bereits nach dem Radabstieg durch die Wechselzone eilte. In 17:13 Minuten sollte er am Ende dann auch klar die schnellste Laufzeit aller Einzelstarter auf seinem Konto verbuchen können.

Nachdem es um den Luft- und Raumfahrtingenieur 2017 verletzungsbedingt etwas ruhiger war, möchte er nun wieder durchstarten. Allerdings nicht mehr als Triathlon-Profi. Die Doppelbelastung aus Vollzeit-Job und Training war einfach zu hoch. „Für mich ist das kein Rückschritt. Vielmehr habe ich eingesehen, dass meine momentanen sportlichen und beruflichen Umstände nicht zu einem Leben als Profi passen. Zumindest nicht zu dem, um meine hoch gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen“, fasst Pascal Ramali seine Entscheidung auf seiner Website in Worte.

Und so startet Pascal Ramali, der nach einer langen, erfolgreichen Karriere im Speedskating 2014 sein Herz für den Triathlon entdeckte, fortan als Altersklassenathlet. Hat da aber eben nicht minder große Ziele: Beim Ironman Maastricht-Limburg möchte er in den Niederlanden in knapp drei Wochen das Ticket für die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii lösen.

Bei den Frauen setzte sich beim 10. MöWathlon mit Annika Koch eine junge Athletin gekonnt in Szene und sicherte sich souverän den Sieg in 1:03:48 Stunden. Die 19-jährige Triathletin des Frauen-Bundesligisten TuS Griesheim sprach dann auch bei der Siegerehrung von einem „entspannten Rennen“. Nun ja, in der Triathlon-Bundesliga geht es da natürlich wirklich zuweilen viel rasanter zu, die Zeitabstände sind natürlich auch wesentlich enger.

In Mörfelden heftete sich zwar noch die Groß-Gerauerin Nicole Best (DSW Darmstadt) beim Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke an die Fersen der jungen Griesheimerin, musste diese dann aber jedoch rasch ziehen lassen.

„Da konnte ich einfach nicht mithalten“, so Best, die in 1:06:58 Stunden Zweite wurde. Um es charmant auszudrücken: Nicole Best ist da doch auch schon ein klein wenig älter und so ist es umso bemerkenswerter, dass die mittlerweile der Altersklasse W50 angehörende Athletin bei vielen Triathlonrennen auch im Frauen-Gesamtklassement noch ganz vorne mitmischt. Chapeau!

Das Damen-Podium komplettierte Tina Lucas (EOSC masters) in 1:09:56 Stunden. Bei den Männern wurde Julian Schepp vom Tria-Team Bruchköbel in 1:00:15 Stunden Zweiter. Rang drei in der Gesamtwertung ging an M40-Sieger Serhad Gündogan (TuS Griesheim) mit einer Zeit von 1:00:48 Stunden.

Aus dem Kreis überzeugten zudem gleich drei Athleten der TG Rüsselsheim mit starken Auftritten. Christoph Lasinski als Zweiter der M40 (1:02:33) gehörte ebenso zu den erfolgreichen TG-Ausdauerathleten wie Vereinskollege Frank Hoffmann, der in der gleichen Altersklasse in 1:03:57 Vierter wurde. Thomas Kröll konnte sich derweil in 1:03:25 über Rang zwei in der M50 freuen. Ebenfalls den zweiten Platz belegte in der M45 Friedel Becker (Atlas Mörfelden) in 1:06:32 Stunden.

Die Organisation des Triathlon-Wettbewerbs war einmal mehr vorbildlich. Hinter und vor den Kulissen waren abermals gut 130 Helfer im Einsatz. Die neue Radstrecke dürfte sich indes bewährt haben. Es gab jedenfalls von vielen Athleten Zustimmung zum neuen Streckenverlauf. Einziger Wermutstropfen: die technischen Probleme bei der Auswertung, was dazu führte, dass die Siegerehrungen erst mit deutlicher Verzögerung durchgeführt werden konnten.

Bei dem großen und reichhaltigen Angebot an der Imbisstheke sowie Live-Musik konnten dieses Malheur viele Ausdauersportler wohl aber auch verschmerzen. Der eine oder andere Athlet war jedoch zwischenzeitlich bereits aufgebrochen und bei der Siegerehrung nicht mehr anwesend. Vermutlich sollte das schöne Sommerwetter noch für weitere sportliche Betätigungen genutzt werden. Triathleten sind da doch stets recht fleißig, was das Trainingspensum betrifft.

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