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Laurens van der Zee und Salman Ezzammoury (l.) und aus der Partnerstadt Wageningen zeigen zurzeit ihre Arbeiten im Rathaus Walldorf.

Ausstellung

Kunst gegen Hass und Gewaltbereitschaft

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Bilder von Salman Ezzammoury und Gedichte von Laurens van der Zee beleuchten die Nazi-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Grundlage für die Ausstellung ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

Eindrücke vom Holocaust-Mahnmal in Berlin als Gedenkstätte für alle Juden, die im Zweiten Weltkrieg den Tod fanden, stehen im Mittelpunkt einer Kunstausstellung im Rathaus Walldorf. Dort zeigen zwei Künstler aus der niederländischen Partnerstadt Wageningen, wie sie ihre Eindrücke vom Besuch dieser Gedenkstätte verarbeitet haben.

So zeigt der Fotograf und bildende Künstler Salman Ezzammoury malerisch verfremdete Fotografien, während der Musiker und Stadtdichter von Wageningen, Laurens van der Zee, Gedichte zu den jeweiligen Bildern verfasst hat. Alex Arndt hat sie ins Deutsche übersetzt. Unter dem Titel „Das Holocaust-Mahnmal und wir“ kann die Ausstellung bis Freitag, 10. April, im Rathaus besucht werden.

Zur gut besuchten Vernissage war unter anderem Geert van Rumund angereist, der Bürgermeister der niederländischen Partnerstadt. Er erklärte, dass es ihm eine große Ehre sei, diese Ausstellung zu eröffnen. In ihr hätten die Künstler mit Bildern und Gedichten ihre eigenen Erfahrungen mit dem Mahnmal zum Ausdruck gebracht. Es habe auch ihn selbst sehr beeindruckt – ebenso, dass sich die Bundeshauptstadt Berlin zum größten Verbrechen aller Zeiten bekenne, auch wenn es von dort aus lediglich geplant wurde. Anlass für die Ausstellung in Walldorf sei das Kriegsende in den Niederlanden, das sich in Wageningen als „Stadt der Befreiung“ zum 70. Mal jährt.

Van Rumund wies auch auf den Film hin, der die Präsentation untermalt. Er zolle den Deutschen Respekt dafür, wie sie sich mit ihrer Geschichtsbewältigung beschäftigten. Er zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Der hatte einst darauf hingewiesen, dass es in der Verantwortung junger Menschen liege, was aus der Geschichte werde. Ihnen müsse gezeigt werden, dass es erforderlich sei, schlimme Erinnerungen wach zu halten. Mit von Weizsäcker appellierte van Rumund, dass niemand in Hass und Gewaltbereitschaft verfalle. Die Ausstellung verdeutliche, was nicht mehr geschehen dürfe. „Nutzen wir unsere Freundschaft und Städtepartnerschaft für diesen Zweck.“

Auch Bürgermeister Heinz-Peter Becker würdigte die Exponate. In Anlehnung an das Mahnmal in Berlin mit 2700 dunklen Betonsäulen sei der Boden im Foyer des Rathauses eigens mit ebenso dunklen Belägen ausgestattet worden. Der Unterschied zum Mahnmal in Berlin bestehe lediglich darin, dass die Blöcke dort viereinhalb Meter hoch seien. Dass sich der Holocaust ereignete und jederzeit wieder passieren könne, sei traurig. Es gelte, wachsam zu sein, weil sich überall Gruppen formierten, die nicht im Einklang mit einer toleranten Gesellschaft agierten. Die beiden hätten einen außerordentlichen Beitrag geleistet, damit der Holocaust nicht in Vergessenheit gerate.

Der gebürtige Marokkaner Salman Ezzammoury versteht es, mit seinen Werken den Kern dessen zu betonen, was er in Gebäuden, Menschen und Situationen bei der Besichtigung des Mahnmals wahrnahm. Er sieht religiösen Fanatismus ebenso als Schreckgespenst wie totalitäre Regierungen. Untermalt werden die Arbeiten von Gedichten von Laurens van der Zee, die diese Botschaft mit einfühlsamen Gesichtspunkten bereichern.

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