Petra Vogt hat ihre Tochter Tina beim Gitarrespielen gemalt.
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Petra Vogt hat ihre Tochter Tina beim Gitarrespielen gemalt.

Kunstfenster in Mörfelden

Sie legt Wert auf fotografische Genauigkeit

  • VonCarmen Erlenbach
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22 Exponate von Petra Vogt sind derzeit im Kunstfenster ausgestellt. Die Maschinenbautechnikerin liebt die Detailtreue und bunte Farben.

Den Faktor Zufall sucht der Betrachter in ihren Arbeiten vergeblich. In den authentischen Werken von Petra Vogt aus Walldorf ist jedes Detail diffizil ausgearbeitet. Das ist nicht etwa Glückssache, sondern Absicht. Denn die Künstlerin setzt alles daran, jedem ihrer Motive eine fotografische Genauigkeit zu verleihen. Zu diesem Zweck arbeitet sie zunächst mit einem Fotoapparat, lichtet ihre Motive ab oder lässt Modelle bei einem Fotografen fotografieren und setzt dann einen Beamer als unerlässliches Hilfsmittel ein, um wichtige Details der Fotografie auf Leinwände zu übertragen.

Anlässlich ihrer ersten derzeitigen Einzelausstellung im Kunstfenster in der Bahnhofstraße in Mörfelden verriet die 52-jährige Maschinenbautechnikerin, Ehefrau und Mutter einer erwachsenen Tochter ihre Arbeitsweise.

Bis zum 14. August zeigt Vogt im Kunstfenster mit 22 Exponaten einen Querschnitt ihrer Arbeiten. Bunt und bunter muss es dabei zugehen, und ihre Bilder will sie künftig wegen ihrer Vorliebe für kräftige und grelle Farben noch bunter gestalten.

Keine Betitelung

So zeigt sie beispielsweise Motive von ihrem ersten Nordseeurlaub vor zwei Jahren, wie einen Strandkorb vor einem farbenfroh gehaltenen Himmel mit einem erdachten Sonnenuntergang, der auf dem Originalfoto nicht auftaucht. Eine Vorliebe für Sonnenuntergänge hat Vogt, „weil sie so schön bunt sind“.

Zu ihren Lieblingsmotiven jedoch zählen Menschen und Tiere wie Hunde von Freunden und Verwandten, aber auch Schweine, die ihre Lieblingstiere sind. Ausgestellt sind auch zwei Acrylbilder mit Rosen und Orchideen. „Ich hab’s ausprobiert, aber Blumen sind nicht mein Ding“, meint Vogt. Es sei auch nicht ihr Art, ihre Bilder zu betiteln.

Lebensechte Ausstrahlung

Die Arbeiten im Format von 1 bis 1,50 Meter zeigen auch eine lasziv wirkende junge Frau, die an Marilyn Monroe erinnert. Für dieses Bild mit Eitempera ließ Vogt ein Modell schminken und in einem Fotostudio ablichten und investierte somit erst einmal ordentlich in die Vorbereitungen. Mitunter muss aber auch Vogts Tochter Tina Modell sitzen – beispielsweise an einem Schlagzeug oder an einer Gitarre, wie die Ausstellung zeigt.

Vogt malt seit jeher gerne. Seit 2011 beschäftigt sie sich intensiv mit ihrer Malerei. Ihr Traum war stets ein Kunststudium, „doch dieser Zug ist abgefahren“. Sie besuchte zwischen 2011 und 2013 die Städelschule in Frankfurt und geht seither regelmäßig im Werkstatthaus in Offenbach privat in eine Gruppe, um dort in Gemeinschaft zu malen. „Alleine malen ist langweilig.“

Vogt begann im Backfischalter von etwa 15 Jahren mit Ölmalerei, nachdem sie von ihren Eltern zu Weihnachten Ölfarben geschenkt bekommen hatte. Seit 2011 malt sie auch mit Acrylfarben, weil sie einfacher zu verarbeiten seien. Bisher hat Vogt einen Versuch für eine Zusammenarbeit mit einer Galerie unternommen. „Aber wenn man nicht studiert hat, kommt man dort nicht an.“ Sie hätte die Möglichkeit zum Grafik-Design-Studium gehabt, als sie einst ihr Fachabitur in Frankfurt ablegen wollte. „Ich bin aber nicht hingegangen.“ Mit Anfang 20 hatte die junge Frau eine Aufnahmeprüfung bei der Schule für Grafik und Design in Darmstadt absolviert, „aber ich habe nicht bestanden“. So blieb es bei dem Traum vom Kunststudium. Dass Vogt keines absolviert hat, beeinflusst die lebensechte Ausstrahlung ihrer Bilder jedoch nicht.

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