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Mit Claudia II. und Thomas I. grüßte erstmals beim Fastnachtsumzug das Prinzenpaar der Kreissparkasse Groß-Gerau.

Faschingsumzug in Mörfelden-Walldorf

Majestäten ließen sich nicht lumpen

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Die Merfeller Kerweborsch hatten den schönsten Wagen – das ergab die kleine Faschingsumfrage anlässlich des Umzugs in der Doppelstadt. Insgesamt schlängelten sich 24 Zugnummern durch die Straßen Walldorfs.

„Helau“, „Alaaf“ und „Sandhas hopp-hopp“ – die Auswahl närrischer Schlachtrufe beim gelungen Fastnachtsumzug durch Walldorf kannte keine Grenzen. Zu den mehr als 700 überwiegend kostümierten Zuschauern am Rathaus hatten sich auch ausländische Schaulustige gesellt, die sich die Gaudi nicht nehmen ließen und die bunten Zugnummern mit eigenen Fantasie-Faschingsrufen begrüßten. Was auch immer im Freudenrausch über die Farbenpracht und Vielfalt an närrischen Ideen geschrien wurde und wie immer es sich angehört hat: Inmitten des strahlenden Sonnenscheins, der den Umzug begleitete, stand pure Lebensfreude.

Viele Zuschauer hatten auch ihre Jüngsten mitgebracht, die teilweise nicht mal laufen konnten. So kam auch der Fastnachtsnachwuchs beim Umzug mit viel Gedöns, Tamtam und Musik – teilweise zum ersten Mal im Leben – zur fünften Jahreszeit auf seine Kosten.

Dieses Jahr mussten die Menschentrauben am Rathaus ein wenig auf den Umzug warten. Das lag daran, dass der Erste Carneval Club Walldorf als Gastgeber erstmals vier Partystopps entlang der Strecke eingerichtet hatte – zwecks Bereicherung des bisherigen Ablaufs. Dort gab es Musik und Getränke, aber auch Zugplaketten, mit deren Verkauf der Umzug finanziell unterstützt wurde.

24 Zugnummern reihten sich aneinander – angeführt von den bunt verkleideten Möhnen der Gastgeber, die sich in stets ausgelassener Manier nie für einen Spaß zu schade sind. Mit dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Dreieich-Götzenhain rahmten sie den Spatz und den Hasen als Maskottchen der beiden Fastnachtsvereine in der Doppelstadt ein, bevor sich viele hübsche, adrette und charmante Gardeböppsche die Ehre gaben und per pedes in ihren weißen Tanzstiefelchen stets mit einem Lächeln auf den Lippen das Rathaus passierten.

Erstmals dabei war mit Claudia II. und Thomas I. das Prinzenpaar der Kreissparkasse Groß-Gerau. Im offenen Cabriolet ließen sich die gut gelaunten Majestäten durch die Gassen kutschieren und bedachten die Kinder am Straßenrand mit süßen Bonbons.

Allerlei Süßigkeiten regnete es auch aus dem Motivwagen der Buschspatzen in Form einer Ritterburg, und auch die Sandhasen mit eigenem Wagen am Ende des Umzugs ließen sich nicht lumpen. Zwischendurch verteilten Umzugsteilnehmer Rosen an die Damen, Bier, Äbbelwoi und Kurze an die Herren, aber auch süße Kreppel. Die Freiwillige Feuerwehr Walldorf war mit einem großen Wagen unterwegs, der mit Nebelmaschine sowie lautem „Tatü-Tataa“ und Blaulicht anrückte und die Trommelfelle der Zaungäste nicht schonte.

Mitglieder der Turngesellschaft Walldorf und der Sport- und Kulturvereinigung (SKV) Mörfelden wie Turner und Radsportler präsentierten auf der Straße kleine Kunststücke und warben so optisch für eine Mitgliedschaft. Dazwischen gaben sich die Durlacher Mondhexen mit aufwendigen Masken die Ehre, Kindergärten warteten mit ihrem Nachwuchs auf, aber auch das Jugend-Rot-Kreuz Walldorf und der Jugendfußball der Sport- und Kulturgemeinschaft sowie die Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf und Merfeller Altkerweborsch.

Eine unbekannte Anzahl von Mitgliedern einer Jury bewertete am Rathaus auf Fragebögen die Erscheinungsbilder der verschiedenen Zugnummern. Sven Tolksdorf überreichte die Bögen nach dem Umzug den Veranstaltern zur Auswertung, denn die schönsten Gruppen wurden anlässlich des folgenden Manöverballs prämiert. Bei den schönsten Wagen rangierten die Merfeller Altkerweborsch vor der Freiwilligen Feuerwehr Walldorf und dem dortigen Jugend-Rot-Kreuz. Als schönste Gruppen wurden der evangelische Kindergarten Walldorf vor dem SKV Kinderchor und den SKV Radsportlern aus Mörfelden gekürt.

Unter dem Strich hatten alle Besucher ihren Spaß an dem bunten Umzug. Die Kinder zogen mit prall gefüllten Taschen voller Süßigkeiten ab, und auch als der Lindwurm das Rathaus längst passiert hatte, feierten die Narren am dortigen Partystopp weiter und ließen bei einem kühlen Blonden das schöne Erlebnis noch lange nachklingen.

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