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Mirja Boes startete im Bürgerhaus Mörfelden mit ihrem Programm ?Für Geld tun wir alles? so manche Attacke auf das Zwerchfell.

Comedian im Bürgerhaus Mörfleden

Mirja Boes: Ein Angriff auf die Lachmuskeln

Beim Gastspiel von Mirja Boes bekamen nicht nur die Männer ihr Fett weg. Die Comedian nahm auch die Niederungen des Berufslebens aufs Korn. Das Publikum war begeistert.

„Für Geld tun wir alles“ – das bewiesen Comedian Mirja Boes und ihre Band „Honkey Donkeys“ mit ihrem gleichnamigen Programm im Bürgerhaus Mörfelden. Dabei zeigte die „böse Mirja“, dass sie weitaus mehr drauf hat als feministisch angehauchte Männerwitze, auch wenn sie mit einer mehr oder minder ernst gemeinten Entschuldigung dafür den Abend eröffnete.

Immer wieder schafft es der Leiter des städtischen Sport- und Kulturamts, Ralf Baitinger, bekannte Namen ins Mörfelder Bürgerhaus zu holen. Auch bei Mirja Boes fragte er einfach an. „Sie haben es sich angehört und zugesagt“, freute er sich und lobte die Komikerin und ihre Band als „total entspannt“.

Gegen 19 Uhr war es mit der Entspannung jedoch vorbei. Boes kam auf die Bühne und holte mit einer „Entschuldigung an die Männer“ ihr Publikum an gewohnter Stelle ab. So führte sie auch ihre Band „Honkey Donkeys“ in ihren Kostümen vor. „Das ist wie Männerabend in Köln“, meinte sie beim Anblick der fünfköpfigen Combo als Prinzessin, Banane oder Einhorn.

Ebenso offenbarte Boes dem Publikum, dass auch die „Honkey Donkeys“ für Geld alles machen. Zusammen seien sie bei Florian Silbereisen beim Sommerfest der Volksmusik („dem Walhalla der Bierzeltbarden“) gewesen, und im großen Finale habe der Gitarrist Nana Mouskouri („300 Millionen Platten verkauft, aber nicht Milliardärin – das schaffen nur Griechen“) mit einem Wasserball die Brille vom Kopf geschossen. Diese sei sehr teuer, und so müsse die Band jetzt eben alles machen, um Geld aufzutreiben.

Aber auch Mirja Boes macht für Geld (fast) alles. So berichtete sie von ihren „erbärmlichen Nebenjobs“. „Ich habe in der Pommesbude gearbeitet – 24 Stunden lang als Aushilfe. Ich habe danach drei Jahre nach Pommes gerochen“, beschrieb sie, warum sie den Job nicht lange gehalten habe. Auch im Lager habe sie mangels einer Gabelstaplerausbildung nicht lange gearbeitet.

„Bei McDonalds im McDrive, da sind die Leute alle so schlecht drauf, wohl weil sie Hunger haben“, erzählte Boes von ihren Erfahrungen im Segment des Burgerbratens. „Für mich war das wie eine Geisterbahn – nur anders herum.“ So versuchte sie die Kunden aufzuheitern, aber weder schöne Vorhänge am Ausgabefenster noch der Verweis auf „fangfrischen Fisch Mac“ hätten die Situation merklich verbessert.

„Ein Job, den ich nicht bekommen habe, ist Model. Als ich 17 war, hat die ,Brigitte’ Models gesucht. Ich war total begeistert, habe mich beworben und war sicher, dort genommen zu werden – ich warte bis heute auf Antwort“, holte sich die Comedian eine Runde Mitleid aus dem Publikum ab.

Nicht erst seit ihrem Engagement bei den „Fabulösen Thekenschlampen“ ist bekannt, dass Mirja Boes auch singen kann. Dies bewies sie auch in Mörfelden. Ob der Vorwurf „Spaßbremse“ oder das Motto-Lied „Für Geld tun wir alles“ – Boes verstand es, ihr Publikum auch musikalisch zu begeistern. Damit sich ihre Band auch zwischendurch nützlich machen konnte, bastelte sie etwa einen Adventskalender für eine Dame im Saal. Auch hier konnte sich Boes die eine oder andere Spitze gegen die Herren der Schöpfung nicht verkneifen. „Selbst gebastelte Adventskalender mögen wir, selbst gebastelte Weihnachtsgeschenke hingegen nicht – es sei denn Ihr heißt Luis Vuitton!“

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