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In den sozialen Netzwerken wird bereits spekuliert, wann die vor Jahren begonnene Sandsteinmauer fertiggestellt wird.

Keine Genehmigung

Mönchbruchmühle: Muss der Biergarten schließen?

Ein Mauerbau, der nicht beantragt war, brachte zutage, dass für den Biergarten an der Mönchbruchmühle keine Betriebsgenehmigung vorliegt. Im August soll es eine Anhörung geben.

Eigentlich sollte alles schöner werden. Doch dann drohte die Kreisverwaltung mit der Schließung des Biergartens der denkmalgeschützten Mönchbruchmühle, die am Donnerstag unter Auflagen für die Eigentümerin vorübergehend wieder zurückgenommen wurde.

Der Spuk begann mit einer angefangenen Sandsteinmauer, die hässliche Bauzäune zur B 486 abgrenzen, doch nicht vollendet wurde, weil Baustopps verhängt wurden. Seither wird die scheinbar ewige Baustelle in sozialen Netzwerken als Schandfleck im Herzen des zweitgrößten Naturschutzgebiets in Hessen diskutiert.

Claudia Grote, Inhaberin der von Landgraf Ernst Ludwig 1603 erbauten Mönchbruchmühle und des darin untergebrachten Restaurants sowie des angrenzenden, 1730 errichteten Jagdschlosses, war das Stückwerk auf ihrem Anwesen leid. „Hier Waschbetonplatten, da ein Holzzaun, dort wieder andere Materialien.“ Deshalb beauftragte sie einen Architekten mit einer Lösung zur optischen Aufwertung des Gebäudeensembles.

Gemäß seinem Rat wurde der alte Zaun als Flickwerk zur B 486 abgerissen und mit einer angeblich genehmigungsfreien Sandsteinmauer als Lärmschutz für den angrenzenden Biergarten begonnen. Sie sollte zwei Meter hoch werden. Dabei handelte es sich wegen der besonderen Lage der Mönchbruchühle aber doch um eine genehmigungspflichtige Bebauung im Außenbereich. Der Kreis verhängte daraufhin einen Baustopp, weil Grote die geplante Mauer beim Kreisbauamt nicht beantragt hatte.

„Dabei wurde deutlich, dass der Biergarten seit jeher ohne die erforderliche Betriebsgenehmigung und somit illegal betrieben wird“, erklärte Angelika Taubel, Pressesprecherin der Kreisverwaltung Groß-Gerau. Er sei lediglich auf uralten Plänen verzeichnet. Nach Angaben von Grohe wird der Biergarten seit dem Jahr 1900 betrieben: „Und bis dato hat sich niemand an einer fehlenden Genehmigung gestört.“ Doch weil diese nicht vorliege, sei der Grund für den Baustopp gewesen, so Taubel.

So wurde ein runder Tisch mit Teilnehmern der Unteren Naturschutzbehörde, der Denkmalbehörde sowie der Stadt Mörfelden-Walldorf ins Leben gerufen, um mit Grote zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.

Laut Taubel gab es zwei Ansätze. Grote sollte mit einem kleinen genehmigten Biergarten mit etwa 30 Plätzen beginnen, was keine weiteren Stellplätze für Fahrzeuge und Fahrräder erfordert hätte. Unter diesen Voraussetzungen stellten sich die Teilnehmer des runden Tischs die Fertigstellung der Mauer vor. Dazu hätte Grote einen Antrag stellen müssen. Auf den verzichtete sie aber, weil ein Großteil des Biergartens weggefallen wär. „Das hätte meinen finanziellen Ruin bedeutet“, so Grote.

So suchte sie sich einen neuen Architekten und reichte vor etwa einem Monat Pläne für eine große Lösung beim Kreisbauamt ein, die am runden Tisch zuvor jedoch verworfen worden war. Denn eine Genehmigung für die gesamte Nutzung des Biergartens mit etwa 300 Plätzen bedürfe weiterer Parkplätze und somit auch einer Nutzung angrenzenden Grund und Bodens der Stadt Rüsselsheim.

Somit wurde Grotes Antrag am 9. Juli wegen Unvollständigkeit zurückgeschickt – und das gesamte Planungsverfahren steht wieder am Anfang. Laut Taubel legt die Kreisverwaltung Wert auf eine unkompliziert realisierbare Lösung. Sofern Grote wieder nicht reagiere, drohe die Schließung des Biergartens.

Mitte August soll es eine Anhörung zu den zusätzlich zum Biergarten entstandenen baulichen Maßnahmen geben, teilte Kreispressesprecher Volk Trunk mit. Weil der Biergarten jedoch seit mehreren Jahren in Betrieb sei, werde er bis zur Genehmigung geduldet. Grote unterdessen will sich vom Kreisbauamt alle Details mitteilen lassen, die in ihrem neuen Antrag für die große Lösung des Biergartens zu stehen haben.

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