Autorin Daniela Böhm wiedereröffnet mit ihrer Lesung den Kulturbahnhof Mörfelden nach dessen langer Corona-Pause. foto: koch
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Autorin Daniela Böhm wiedereröffnet mit ihrer Lesung den Kulturbahnhof Mörfelden nach dessen langer Corona-Pause. foto: koch

Lesung

Mörfelden-Walldorf: Daniela Böhm wünscht sich eine bessere Welt für Tiere

Autorin setzt sich mit ihren Büchern für die Rechte der Vierbeiner ein

Der ehrenamtlich betriebene Kulturbahnhof Mörfelden ist für sein buntes Programm mit Lesungen, Konzerten, Spieleabenden und vielem mehr bekannt. Doch in Corona-Zeiten fanden über Monate keine Veranstaltungen statt. Im August ist es nun endlich wieder so weit. Den Anfang machte am Sonntag der 2012 gegründete Verein "Tierrecht EU21". Dieser ging verantwortungsbewusst mit der Situation um, es galten diverse Schutzvorkehrungen. Darüber hinaus gab es mit Peter Franz Pierre Tesar extra einen "Corona-Beauftragten", der die Einhaltung der Regeln und Schutzmaßnahmen im Blick hatte.

Der gemeinnützig agierende Verein vertritt die Überzeugung, dass Tiere die gleichen unveräußerlichen Grundrechte wie Menschen besitzen. Menschen sollen daher im Zusammenleben mit Tieren moralisch begründete Grundsätze befolgen. Das unveräußerliche Recht auf Leben soll nicht auf Menschen beschränkt bleiben, sondern auch auf Tiere ausgedehnt werden. Der Mensch sollte nach Ansicht des eingetragenen Vereins nicht mehr Rechte als Tiere besitzen, sondern beide das gleiche Lebensrecht. Die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier sieht der Verein deshalb als unangemessen an - Menschen und Tiere sind für ihn gleichwertige Lebewesen.

"Wie Phoenix aus der Asche"

Am Sonntag führte "Tierrecht EU21" die erste Veranstaltung im Kulturbahnhof Mörfelden nach der Corona-Pause durch. Diese trug den Titel "Prosa vegan 6". Bereits in den Vorjahren wurden Lesungen zum Thema "Tierrecht" veranstaltet. Dem Publikum wird ausnahmslos veganes Essen angeboten. Ein Buffet war dieses Jahr wegen Corona nicht möglich, das Essen wurde auf Tellern direkt serviert. Es konnte mit Unterstützung des Mörfelder Restaurants "Meze-Bar Ammos" eine umfangreiche Speiseauswahl ermöglicht werden. "Unsere Reihe ,Prosa vegan' wird von unserem Verein einmal pro Jahr im Kulturbahnhof veranstaltet", so Vorsitzender Volker Arndt in seiner Eröffnungsrede. Er ging hierbei darauf ein, dass die Veranstaltung nach der langen Corona-Pause auch für den Kulturbahnhof etwas Besonderes ist: "Mit unserer heutigen Lesung steigt an diesem Ort wieder ein Stück Kultur - wie Phoenix aus der Asche - empor."

Für die Lesung konnte die bekannte Autorin und Tierrechtlerin Daniela Böhm gewonnen werden. Sie ist das dritte Kind des Schauspielerpaars Karlheinz Böhm und Gudula Blau. "Meine Mutter prägte meine Liebe zum Schreiben und auch das Bedürfnis, für die Rechte der Tiere einzustehen", erläuterte die Autorin. Sie war für die Lesung aus der Nähe des Ammersees angereist. In der von mehreren Pausen unterbrochenen Veranstaltung las die Autorin aus mehreren ihrer Bücher - darunter "Die sechs magischen Steine" und "Das Mädchen aus dem Niemandsland". Rund 25 Personen waren in den Kulturbahnhof gekommen, die der Autorin viel Beifall spendeten. Mehr Zuhörer wären wegen Corona auch nicht möglich gewesen.

Über ihre Literatur sagt die Autorin: "Schon immer habe ich gerne Geschichten über Tiere erfunden, die Welt der Fabeln und Tiergeschichten ist für mich eine ganz eigene und wundersame Zauberwelt." Der Leser beziehungsweise Zuhörer findet sich als Mensch in den Geschichten von Daniela Böhm wieder. Die Herausforderungen und Abenteuer, denen sich die Tiere stellen müssen, sind ihm vertraut. Das macht die Geschichten lebendig und gut verständlich.

Zu ihrem schriftstellerischen Hintergrund sagt Daniela Böhm: "Die Tiergeschichten von Manfred Kyber begleiteten mich durch meine Kindheit und Jugend, ebenso wie das selbst verfasste Märchenbuch meiner Großeltern und auch die Geschichten meiner Mutter, die drei Kinderbücher gezeichnet und geschrieben hat." Neben ihrer Literatur engagiert sich Daniela Böhm auch mit dem von ihr gegründeten gemeinnützigen Verein "Ein Licht der Hoffnung" für Tiere und deren Rechte.

Zusätzlich zur Lesung hatte das aktive Team von "Tierrecht EU21" weitere Programmpunkte organisiert. Roland Sturm sorgte für die musikalische Begleitung, er spielte mehrere Lieder. Die Schülerin Leonie Stubbe hatte einen Auftritt als "Poetry-Slammerin". Beide verbanden hierbei ihre Kunst mit einer Botschaft für das Tierrecht. Für den Verein "Tierrecht EU21" betonte Vorsitzender Volker Arndt: "Wir alle müssen den Begriff Tierrecht und die Bedeutung, die damit verbunden ist, transferieren." alexander Koch

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