Renato Ribic (links) und Ralf Baitinger freuen sich über die neue Notrufsäule an der Badestelle Walldorfer See.
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Renato Ribic (links) und Ralf Baitinger freuen sich über die neue Notrufsäule an der Badestelle Walldorfer See.

Sicherheit

Mörfelden-Walldorf: Neue Notrufsäule an der Badestelle Walldorfer See soll für schnelle Hilfe sorgen

DLRG Landesverband Hessen und Björn Steiger Stiftung starten neues Projekt gegen den Ertrinkungstod

In diesem Jahr gelten aufgrund der Corona-Pandemie besondere Bedingungen für den Badespaß im Sommer. Ohne das Coronavirus hätte der Badebetrieb längst begonnen. Doch sobald die hessische Landesregierung hierfür die Freigabe erteilt, ist mit einem großen Andrang zu rechnen. Neben dem Nachholbedarf ist davon auszugehen, dass 2020 wahrscheinlich weniger Menschen in den Sommerurlaub fahren werden als 2019.

Mit steigendem Andrang wächst aber auch die Gefahr von Badeunfällen. Daher wollen die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Björn Steiger Stiftung in einer gemeinsamen Kooperation für mehr Sicherheit an Badegewässern sorgen. Hier werden Notrufsäulen installiert, die bei Notfällen für möglichst schnelle Hilfe sorgen sollen. Das System erinnert an jenes an Fernstraßen. Über eine Notrufsäule kann schnell ein Notruf abgesetzt werden.

Rettungswesen verbessern

An der Badestelle Walldorfer See wurde am gestrigen Donnerstag die erste dieser Notrufsäulen an einem Badegewässer in Hessen offiziell in Betrieb genommen. Insgesamt sollen zunächst 25 davon in Hessen aufgestellt werden. Laut DLRG gab es in Hessen im vergangenen Jahr 20 tödliche Badeunfälle. Zusammen mit der Björn Steiger Stiftung, die sich seit mehr als einem halben Jahrhundert für Lebensrettung im Notfall einsetzt, will sie daher mit diesem Projekt das Rettungswesen an Badegewässern verbessern. "Wir haben bereits in Baden-Württemberg sehr erfolgreich mit der DLRG zusammengearbeitet, dort konnten bereits viele Notrufsäulen an Badegewässern aufgestellt werden", so Christian Lang von der Björn Steiger Stiftung. Er war für diese zusammen mit Projektmanager Andreas Mihm zur Einweihung der Notrufsäule an die Badestelle Walldorfer See gekommen.

Das erfolgreiche Projekt wird dieses Jahr nach Baden-Württemberg auf weitere Bundesländer ausgeweitet, darunter Hessen. Mörfelden-Walldorf profitiere hiervon so früh, da das städtische Sport- und Kulturamt so schnell reagiert habe. Sport- und Kulturamtsleiter Ralf Baitinger und Badestätten-Betriebsleiter Renato Ribic waren als Vertreter der Stadt zum Ortstermin gekommen.

Einfache Bedienung

"Wir können für die Bürger mehr Sicherheit gewährleisten und für die Stadt entstehen keine Kosten", zeigt sich Ralf Baitinger sehr dankbar. Die Kosten für die Säule in Höhe von 4500 Euro und die Wartungskosten werden von der Björn Steiger Stiftung übernommen.

Christian Lang erläuterte, die Säule werde umweltfreundlich durch ein Solarpanel mit Energie versorgt. Andreas Mihm ergänzte, die Bedienung sei einfach. Der Knopf müsse ein Mal gedrückt und dann losgelassen werden, schon werde eine Verbindung zur Zentralen Leitstelle in Groß-Gerau hergestellt. Die Säule sei stabil und wetterfest. Daher sei sie ganzjährig in Betrieb.

Für die DLRG waren Michael Hohmann, Präsident der DLRG in Hessen, sowie Sascha Spengler (Vorsitzender) und Denis Siebeneichner (Technischer Leiter Einsatz) vom DLRG-Bezirk Rüsselsheim gekommen. Michael Hohmann hielt die offizielle Ansprache für die DLRG und betonte: "Die Notrufsäulen der Björn Steiger Stiftung sind ein wichtiger weiterer Beitrag für die Sicherheit an Hessens Binnengewässern." Das gelte insbesondere im Sommer 2020.

Der ganzjährige Betrieb ermögliche zudem, dass die Notrufsäule vielleicht auch mal im Winter das Leben eines Spaziergängers retten könne. Die Säule sendet automatisch die GPS-Daten. Der Anrufer wird gebeten, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte an der Säule zu bleiben und ist damit leicht zu finden. Auch im Zeitalter von Smartphones dürfe die Bedeutung der Säule laut Hohmann nicht unterschätzt werden. Wegen des Wassers und der Angst vor Diebstahl hätten viele Badegäste gar kein Handy dabei oder ließen dieses im Auto zurück. Zudem reiche bei der Säule nur ein Knopfdruck. Hier könne wertvolle Zeit gespart werden. Von Alexander Koch

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