+
Thomas Winkler rückt im Kino Lichtblick besonders den Erhalt der „Grünen Mitte“ zwischen beiden Stadtteilen in den Fokus.

Wahl in Mörfelden-Walldorf

Diese Themen will Bürgermeisterkandidat Thomas Winkler angehen

Unter dem Titel "Mehr Gemeinsinn in der Stadtpolitik" hatte Bürgermeisterkandidat Thomas Winkler (Grüne) zu einem Gespräch eingeladen. Dort erhielt er prominente Unterstützung.

Vor allem mit neun zentralen politischen Aussagen möchte Stadtrat Thomas Winkler am 24. März bei der Bürgermeisterwahl punkten. Der Kandidat der Grünen hatte gestern zu einem öffentlichen Gespräch in das Walldorfer Kino Lichtblick eingeladen, um Bürgern seine Standpunkte zu erläutern und ihre Fragen zu beantworten. Moderiert wurde die Veranstaltung, die unter dem Motto „Mehr Gemeinsinn in der Stadtpolitik“ stand, vom früheren Ersten Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne). Dieser konnte rund 50 Zuhörer sowie drei prominente Gäste begrüßen, die zur Unterstützung Winklers gekommen waren: Rosemarie Heilig, Umwelt- und Frauendezernentin der Stadt Frankfurt, die Landtagsabgeordnete Nina Eisenhardt und den Kelkheimer Bürgermeister Albrecht Kündiger (alle Grüne). 

Mörfelden-Walldorfs Bürgermeisterkandidat Thomas Winkler macht authentische Politik

Urhahn machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass er für die Wahl optimistisch sei. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) sei bei der vergangenen Wahl mit den Stimmen der Grünen wiedergewählt worden, doch diese Unterstützung werde ihm jetzt fehlen. Der Rathauschef und die SPD hätten die Grünen seit 2016 politisch „links liegen lassen“, obwohl Rot-Grün bis dahin viele gemeinsame Erfolge erzielt habe.

Urhahn übergab das Wort dann an Rosemarie Heilig, die sich ebenfalls energisch für Winkler als neuen Bürgermeister aussprach: „Authentische Politik in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz gibt es nur mit den Grünen.“ SPD, CDU und FDP hätten hier nur unter Druck der Grünen überhaupt politisch reagiert. Generell stünden diese essenziellen Themen aber nur bei den Grünen stets oben auf der Agenda. Nina Eisenhardt knüpfte hier an. Für die von der schwarz-grünen Landesregierung angestrebte „Verkehrswende“ für den Ausbau umweltfreundlicher Technologien und Antriebsformen im Verkehr brauche es tatkräftige Bürgermeister der Grünen in den Kommunen. Kündiger gab einen plastischen Einblick in die Arbeit eines Rathauschefs und machte deutlich, dass er sich mehr Amtskollegen aus seiner Partei wünsche.

Hauptredner war freilich Thomas Winkler, der sich sichtlich über die Unterstützung freute. Der Kandidat zeigte Zuversicht: „Die Wechselstimmung ist da.“ Die Politik der seit 2016 regierenden Koalition aus SPD, Freien Wählern und FDP sei von „oben herab“, die Bürger hätten „unruhige Zeiten“ erlebt. Als Beispiele nannte er das Abhängen der Banner für ein Nachtflugverbot und gegen einen weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens, die vor einigen Jahren erfolgte deutliche Anhebung der Grundsteuer B, mehrere Gebührenerhöhungen, die zwischenzeitlich eingeführte und wieder abgeschaffte Straßenbeitragssatzung sowie den von der Koalition geplanten, aber in einem Bürgerentscheid abgelehnten zentrale Feuerwehrstandort. 

Bürgermeisterkandidat Thomas Winkler plädiert für die Rückkehr zu einer sparsamen Verwaltung

Die Sanierung der beiden Feuerwehrgerätehäuser ist auch einer von Winklers neun zentralen Eckpunkten. „Die Grüne Mitte muss geschützt bleiben“, ging Winkler auf einen weiteren ihm sehr wichtigen Inhalt ein. Das zentrale Feuerwehrgerätehaus zwischen den Stadtteilen hätte seiner Meinung nach ein Auftakt für ein Baugebiet auf der grünen Wiese sein sollen, was Winkler entschieden ablehnt. „Wir brauchen Grünflächen, um das Klima und die Artenvielfalt zu schützen.“

Der Kandidat will auch den „Klimaschutz im Alltag“ voranbringen, etwa durch die Förderung des Fahrrad- und des Öffentlichen Personennahverkehrs. Erfolgte Kürzungen bei der Vereinsförderung während der Zeit des Schutzschirms will Winkler zurücknehmen. In der Finanzpolitik plädiert er für eine „Rückkehr zur sparsamen Verwaltung“, vor allem die Grundsteuer B müsse reduziert werden. Die derzeit von der Stadt geplante Baugröße bei der Sanierung der Kläranlage sei „deutlich überdimensioniert“ und müsse überprüft werden, um eine drastische Abwassergebührenerhöhung abzuwenden.

Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus soll in städtischer Eigenregie für Menschen mit geringem Einkommen und junge Familien bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. In den Kitas will Winkler den Personalschlüssel verbessern und die Randzeiten erhalten. Gegenüber der Fraport will er „Probleme klar benennen“ und sich aktiv für weniger Fluglärm einsetzen. Bei allen seinen Entscheidungen wolle er die Bevölkerung mitnehmen: „Der direkte Dialog mit den Bürgern ist mir wichtig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare