Ermittlungen laufen

Mord und tödlicher Polizeieinsatz halten Mörfelden-Walldorf weiter in Atem

Ein brutaler Mord an einem Familienvater und eine tödliche Auseinandersetzung zwischen einem jungen Mann und Polizisten halten die Menschen in der Doppelstadt weiter in Atem.

Meist ist nach 45 Minuten der Täter gefasst. Gelegentlich dauert es auch 90 Minuten – aber am Ende wird den Bösen das Handwerk gelegt. Dass die Realität etwas anders ausschaut, als die Fernsehkrimis zeigen, ist an zwei aktuellen Fällen in Mörfelden-Walldorf zu sehen. Im vergangenen August wurde ein 43-jähriger Familienvater vor den Augen seiner kleinen Tochter und der Ehefrau von einem Unbekannten auf offener Straße erschossen. „Die Sonderkommission (SoKo) arbeitet unverändert mit Hochdruck“, bestätigte der Pressesprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Robert Hartmann, gegenüber dieser Zeitung. Allerdings gebe es immer noch keine heiße Spur, musste Hartmann eingestehen. „Wir haben selbstverständlich das Geschoß sicherstellen können Das wurde mittlerweile vom Landeskriminalamt (LKA) untersucht“, erklärte der Oberstaatsanwalt. Allerdings gebe es noch keine passende Waffe dazu, wie er weiter ausführte.

„Vieles ist dabei vom ,Modus Operandi’ abhängig“, fügte Hartmann hinzu. Gemeint ist damit die Art der Durchführung einer Tat. In dem vorliegenden Fall gebe es einfach sehr wenige Spuren oder Zeugenaussagen, sagte der Pressesprecher. „Je mehr Aktion, desto mehr Spuren“, fügte er hinzu.

In diesem Fall kam der Täter, schoss und verschwand wieder – das alles in wenigen Sekunden. Das macht es für die SoKo so schwer, stichhaltige Beweise zu finden. „Die Soko wird noch bis zum Ende des Jahres bestehen“, machte Hartmann deutlich. Im kommenden Jahr hänge es dann davon ab, was noch zu machen sei und ob andere Verbrechen die Bildung einer Sonderkommision erforderlich machen. In so einem Fall könnten die Spezialisten abgezogen werden. Robert Hartmann rechnet aber damit, dass die SoKo noch bis zum Frühjahr bestehen bleibt.

Auch der zweite Fall in der Doppelstadt ist noch nicht abgeschlossen. Ende Oktober wurde ein 19-Jähriger durch Schüsse, abgegeben von Polizeibeamten, getötet. „Wir haben erst eine Zeugenaussage“, erklärte Robert Hartmann. Die drei Beamten, die nach ersten Ermittlungen mit acht Schüssen getroffen haben, hätten sich mittlerweile Anwälte genommen. Ursprünglich hatten sie von ihren Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Der 19-Jährige hatte einen jungen Mann mit mehreren Messerstichen verletzt und war dann in die Gaststätte des Mörfelder Bürgerhauses geflüchtet. Als die Polizei, neben den drei Beamten waren wohl noch zwei Polizistinnen anwesend, die aber nicht geschossen hatten, ihn festnehmen wollte, kam es zur tödlichen Auseinandersetzung. „Diese Ermittlungen werden in Deutschland immer aufgenommen, wenn es beim Dienstwaffeneinsatz zu Verletzten oder gar Toten kommt“, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Natürlich gelte die Unschuldsvermutung auch für die Polizisten“, ergänzte Hartmann. „Die Ermittlungen sollen nun aufzeigen, ob es einen strafrechtlich relevanten Sachverhalt gibt“, sagte der Pressesprecher. In den TV-Krimis spielen auch solche Situationen oft keine Rolle.

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