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Die Aktivisten machen sich an den Wiederaufbau des Camps.

Umweltschützer

Nach Brand im Waldcamp beginnt das große Aufräumen

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Schock, aber keine Schockstarre: Nach dem Feuer, das am Dienstagabend die Küche und ein Versorgungszelt im Protestcamp nahe dem Terminal 3 zerstörte, packen die Aktivisten schon wieder beim Wiederaufbau mit an – unterstützt von Bürgern. Derweil verdichten sich Hinweise auf einen mutwilligen Zerstörungsakt.

Zwei Tage nach dem Brand im Waldcamp der Naturaktivisten, die dort seit 7. Januar gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens protestieren, haben die Wiederaufbauarbeiten begonnen. Unterstützt werden die Demonstranten dabei wieder von den verschiedenen Bürgerinitiativen, die die Aktion von Anfang an begleitet hatten.

Das bestätigten die Waldbesetzter gestern auf Anfrage dieser Zeitung. „Jeder, der Widerstand leistet, muss mit so etwas leben“, erklärte die Aktivistin mit dem Tarnnamen „Tatze“ auf die Frage, wie sehr die Gruppe durch den mutmaßlichen Brandanschlag getroffen sei. „Da ist kein langes Hadern oder Trauern“, ergänzte sie. Es tue zwar weh, müsse aber sofort weiter gehen. An der Motivation und den Zielen der Campbewohner habe sich nichts geändert.

Für den Wiederaufbau gebe es keinen bestimmten Zeitplan. „Es braucht solange, wie es braucht“, sagte die Aktivistin. Viele Gegenstände seien verbrannt, doch die würden mit der Zeit ersetzt werden. Am wichtigsten sei es, „dass wir uns schnell an diesem Ort wieder aufhalten und versorgen können. Dafür benötigen wir unsere Küche wieder“.

Die sei „richtig schön mit Dach, Sitzen und Tischen gebaut worden – aus dem, was uns der Wald zur Verfügung stellte.“ Daneben habe noch ein Versorgungszelt gestanden, das ebenfalls ein Opfer der Flammen wurde.

Im Übrigen gingen die Aktivisten „fest davon aus, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat“. Zwei von ihnen hätten wenige Stunden vor dem Brand vom Baumhaus aus unten Menschen beobachtet. „Das waren keine von uns, sie randalierten und schienen alkoholisiert.“ Da sich jeweils nur einer von oben habe abseilen können und „sie keinen Zoff wollten“, hätten die Campbewohner ihr Versteck nicht verlassen. Erst als die Unbekannten weg waren, seien sie vom Baum heruntergekommen.

Unten hätten sie festgestellt, dass der Feuerlöscher entleert und der Löschschaum komplett in der ganzen Küche verteilt worden sei. Außerdem sei die Gasflasche für den Herd aufgedreht worden, so dass das ganze Gas entwichen sei. Danach habe es „ein kurzes Loch in der Camp-Übergabe“ gegeben, das die Täter offensichtlich nutzten.

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