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Nach Tod des Messerstechers: Warum die Anwohner jetzt in Angst leben

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Nach dem Todesschuss auf eine 19-Jährigen in Mörfelden wird gegen drei Polizisten ermittelt. Zwei Mörfelder, die in der Nähe des Bürgerhauses wohnen, berichten, was sie in dieser Nacht mitbekommen haben.

„Ich bin in der Nacht wach geworden und habe das Blaulicht der Polizei gesehen“, berichtet Walter Schmitt, Anwohner der Westendstraße, über die Nacht von Freitag auf Samstag, in der ein 19-Jähriger am Bürgerhaus erschossen wurde. Erst dachte Schmitt, es handele sich um einen Verkehrsunfall. Die Straße sei abgesperrt gewesen. Am nächsten Morgen habe er dann im Radio erfahren, was passiert sei.

Bei einer versuchten Festnahme am frühen Samstagmorgen war es zu Schüssen gekommen. Der junge Mann habe zuvor einen ihm vermutlich unbekannten Pakistaner mit Messerstichen schwer verletzt und dessen Rucksack mitgenommen. Das Motiv dafür ist noch unklar.

Nun gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass nach dem tödlichen Schuss gegen drei Polizeibeamte ermittelt wird. Es gehe um den Verdacht des Totschlags, teilte sie am Montag mit. Das Verfahren sei gesetzlich vorgeschrieben. Es sei noch fraglich, ob ein schuldhaftes Verhalten vorliege. Die drei Männer seien nicht vom Dienst suspendiert worden.

Stimmengewirr gehört

Auch Petra Murawski wohnt in der Westendstraße und hat in der Nacht etwas von dem Vorfall mitbekommen. „Ich habe Stimmengewirr gehört“, sagt sie. Es sei befremdlich, dass sie plötzlich mitten in einem Tatort wohne. „Überall standen Hütchen der Polizei“, erzählt Petra Murawski. „Ich wollte am nächsten Tag zum Markt und habe mir eine Schelte von der Polizei eingehandelt, weil ich über den Tatort gelaufen bin, dort wo die Spuren noch nicht gesichert gewesen sein sollen – aber ich wohne doch hier.“

Der Messerangriff erfolgte in der Ringstraße. Am Bürgerhaus sind „Kreidekringel“ der Spurensicherung auf dem Pflaster zu sehen. Petra Murawski bemängelt, dass zwischen den beiden Treppen am Bürgerhaus die Straßenlampen defekt sind. Auch das neben dem Bürgerhaus stehende Denkmal sei neuerdings ohne Licht. „Es ist alles stockdunkel dort“, kritisiert die Anwohnerin und sieht darin ein Sicherheitsproblem.

Defekt gemeldet

Auch andere Anwohner, die sich gestern am Tatort umschauten, bemängelten die defekten Laternen, die den Weg zum Bürgerhaus ausleuchten sollen – zumal am Spielplatz nebendran nachts ab und zu zwielichtige Gestalten auftauchen würden. Sie hätten den Defekt schon beim Stromversorger Mainova und bei der Stadt reklamiert, aber bislang sei nichts unternommen worden.

Indes hat die Obduktion des 19-Jährigen ergeben, dass er acht Mal getroffen wurde, so die Staatsanwaltschaft. Ein Schuss in den Oberkörper sei tödlich gewesen, die anderen sieben hätten Füße, Beine und Arme getroffen. Bisher sei unklar, was sich vor der Abgabe der Schüsse abgespielt habe. Die Ermittlungen gegen die drei Polizisten könnten einige Monate dauern. vaw

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