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Nach dem Unglück: Schäfer Klepp kommt mit Schafen wieder

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Von: Michael Forst

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Vor knapp drei Wochen sorgte ein tödlicher Unfall mit Tieren seiner Herde für Entsetzen bei vielen Bürgern in der Doppelstadt. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten vom beliebten Hirten Ben Klepp und seinen wolligen Gesellen.

Die Erinnerungen an das Drama um die Schützlinge des Schäfers Ben Klepp sind noch in vielen Köpfen tierliebender Bewohner Mörfelden-Walldorfs wach: . Klepp, den die Polizei am frühen Morgen von seiner anderen Herde von der Schwanheimer Düne wegholte, um die überlebenden Tiere einzufangen, zeigte sich tief geschockt.

Wie bei Bahnunglücken üblich, übernahm die Bundespolizei den Fall, deren Sprecher Klaus Ahrend gestern auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte: „Es gibt keine Neuigkeiten, die Ermittlungen dauern an – vor allem in der Frage, wie die Tiere aus ihrem umzäunten Gatter ausbrechen konnten.“

Die Stadt ließ unterdessen gute Nachricht über den beliebten Hirten und seiner landschaftspflegenden Helfer verlauten:

„In den nächsten Tagen wird der Schäfer mit einem Teil seiner Herde kommen“, teilte Bürgermeister Heinz-Peter Becker mit. Einen konkreten Termin konnte Katharina Diergarten vom Umweltamt der Stadt Mörfelden-Walldorf auf Anfrage dieser Zeitung allerdings noch nicht nennen, denn: „Die Rückkehr ist erst sinnvoll, wenn es wieder ein wenig geregnet hat.“ Dem Schäfer selbst gehe es psychisch wieder besser: „Den großen Schock zu Anfang hat Herr Klepp mittlerweile ganz gut verdaut und ist wieder auf dem Damm.“

Damit sich das Drama nicht wiederholt, hat die Stadt Gegenmaßnahmen ergriffen, wie Bürgermeister Heinz-Peter Becker berichtet: Zukünftig solle westlich der Bahnlinie zwischen Mörfelden und Walldorf auf ganzer Länge ein Schutzzaun für die Schafe aufgestellt werden. Becker: „Der Schutzzaun bleibt nur für die Dauer der Beweidung stehen und wird im Oktober wieder abgebaut“, sagt er.

Klepp und seine Herde seien seit mehreren Jahren Teil eines Landschaftspflegeprojektes im Gebiet zwischen Mörfelden und Walldorf. Das Gebiet sei besonders artenreich und ökologisch wertvoll; das zeige sich durch seinen Schutzstatus: Es ist sowohl als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) durch europäisches Recht geschützt, als auch nach der Landesgesetzgebung als Geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen. „Wir freuen uns, dass im FFH-Gebiet die Flora in den letzten Jahren so gute Fortschritte gemacht hat. Das haben wir der Beweidung durch die Schafe, dem Einsatz des BUND und Projekten wie der Wiederansiedlung von Zwerggras zu verdanken“, freut sich Becker.

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