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Die Große Garde ?Melodies? zauberte mit einem Showtanz den Charme junger Franzosen auf die Bühne.

Damensitzung der Sandhasen

Narren erobern die Stadt der Liebe

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Mit sehenswerten Tänzen, Stimmungsmusik, launischen Büttenbeiträgen und närrischen Schaueinlagen von Männern, die mit ihren Reizen nicht geizten, ließ die Damensitzung der Sandhasen im Bürgerhaus Mörfelden so gut wie keine Wünsche offen. Auch die Kostüme der Besucherinnen konnten sich absolut sehen lassen.

Jede Menge Spaß, Jux und gute Laune hielten fast 400 Jokusjüngerinnen bei der 25. Damensitzung des Fastnachtsvereins „Die Sandhasen“ im ausverkauften Bürgerhaus Mörfelden bis in die tiefe Nacht bei der Stange. Nicht zuletzt dank tatkräftiger musikalischer Unterstützung der Band „Take Four“ und ihren Gassenhauern ging es überaus ausgelassen zu. Sitzungspräsidentin Iris Geiß führte gekonnt und mit launischen Sprüchen durch das abwechslungsreiche Programm. Die einfallsreich kostümierten Frauen genossen die närrische Gaudi unter dem Motto „Paris“ bis in die frühen Morgenstunden – und das nach Herzenslust und frei von männlicher Begleitung.

Dass die Narhalla wohl wegen Terminüberschneidungen bereits zum dritten Mal ohne das einstige Zugpferd Woody Feldmann und ihr „Super Tupper Schüsselsche mit Deckel“ auskommen musste und nun auch Entertainerin Corinna Kuhn in ihrer beliebten Rolle als „Die Dolle“ fehlte, tat der prächtigen Stimmung keinen Abbruch. Dafür gab es andere Höhepunkte wie den „Nummernboy“ Alexander, der sich in der Rolle eines Bauarbeiters nicht nur wegen eines Helms auf dem Kopf stahlhart zeigte. Zum Gekreische quietschvergnügter Frauen entledigte sich der gut gebaute Stripper aufreizend nach und nach seiner gesamten Kleidung, bis er schließlich sein Bündel packte und sich nur noch in Boxershorts rasch hinter der Bühne vor den gierigen Blicken noch mehr fordernder Frauen in Sicherheit brachte.

Für frischen Wind bei der Damensitzung der Sandhasen sorgte auch die Männertanzgruppe „The Men Show auf TCV“ vom Taunussteiner Carneval-Verein „Die Gockel“, die gleich in mehreren Kostümierungen debütierte und für Furore sorgte. Zunächst eroberten die Herren als harmlose und niedliche Schornsteinfeger und Glücksbringer die Herzen ihres weiblichen Publikums, bevor sie es als Orientalen mit deutlich hervorgehobenen „Waffen eines Mannes“ unter den Kostümen zum Johlen brachte. Einige Damen erklommen ihre Stühle, um die angedeuteten und stark übertrieben männlichen Reize besser erblicken zu können.

Nicht alle Tanz- und Redebeiträge orientierten sich am Motto „Paris“ – im Gegensatz zu den vielen hübschen und fantasievollen Kostümierungen der meisten Besucherinnen. Beim Showtanz der Großen Garde „Melodies“ standen der Charme der französischen Hauptstadt und das Glück junger verliebter Franzosen im Fokus. Die kleinen Dankeschön-Geschenke des weiblichen Komitees an die närrischen Akteure – bestehend aus Beuteln mit Nudeln – waren hingegen einem anderen europäischen Land entlehnt.

Dies galt auch für Ciro Visone, der sich mit seinem Mundwerk als italienischer Pizzabäcker und amüsantem Akzent zwar nicht so recht in die Bühnendekoration mit dem Eiffelturm einfügen wollte, aber doch für kräftige Attacken auf die Lachmuskeln der Narrenschar sorgte. Heike Hildebrandt vom Hofheimer Karneval Verein, die erstmals bei der Damensitzung gastierte, kratzte mit ihrem Beitrag ein wenig an der Gürtellinie und wurde ebenfalls mit vielen Lachern bedacht.

Zwischendurch wurden die schönsten Kostümgruppen und Einzelkostüme mit kleinen Aufmerksamkeiten gewürdigt. Den ersten Platz bei den Gruppen belegten die „Friedhofsengel von Paris“, die mit aufwendigen Kostümen und passender Körperbemalung wie in Stein gemeißelt daherkamen. Auf dem zweiten Platz rangierte die Gruppe „Pantomime“ mit funkelnden Fingerspitzen vor ebenfalls niedlichen „Pierrots“. Zu den hübschesten Einzelkostümen wurden von der Jury der „Glöckner von Notre Dame“ vor der „Hoppla-Oma“ und einem „Leuchtturm“ gewählt.

Zu Spaß und guter Laune bis tief in die Nacht trugen unter anderem auch die Tanzsolistinnen Tamara Hirseland und Julia Kessler, das tanzende Damenkomitee, die Formation „Dancing Disaster“ vom Okrifteler Turnverein, „Die Söhne Heusenstamm“, das Männerballett „Hegbach Girls“ der Sandhasen sowie einmal mehr die Schwulen-Garde „Pink Tigers“ aus Frankfurt bei, die dem Auditorium vor dem großen Finale noch einmal so richtig einheizte.

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