„MöWa für zwei“ geht an den Start

Neue Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt der beiden Feuerwehrgerätehäuser ein

Der Bürgerentscheid am 16. Dezember über den Erhalt der beiden Feuerwehrgerätehäuser wirft bereits seine Schatten voraus. Nun hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für zwei Standorte einsetzt.

„MöWa für zwei“ ist der Name einer Bürgerinitiative (BI), die sich im Hinblick auf den Bürgerentscheid am 16. Dezember, bei dem über den Erhalt der zwei Feuerwehrgerätehäuser in Mörfelden-Walldorf abgestimmt wird, gegründet hat. Am Freitagabend, 21. September, waren rund 60 Personen in den restlos gefüllten Sitzungsraum des Lokals „Goldener Apfel“ in Mörfelden zur Gründungsversammlung der BI gekommen. Diese wurde von Peter Schulmeyer aus Mörfelden moderiert.

Eingeladen hatten Sebastian Gleser, Raphael Anger und Marco Schmitz, die drei Vertrauensleute des erfolgreichen Bürgerbegehrens „Erhalt der beiden Feuerwehrstandorte in Mörfelden und Walldorf“. In dessen Rahmen waren 4371 gültige Unterschriften für einen Bürgerentscheid zum Thema gesammelt worden. Da das erforderliche Quorum von 2511 Signaturen weit übertroffen wurde, dürfen die Bürger nun am 16. Dezember über folgende Frage abstimmen: „Sind Sie dafür, dass zwei Feuerwehrgerätehäuser in Mörfelden und Walldorf erhalten bleiben sollen?“

Mit der Gründung der BI erhoffen sich die drei Vertrauensleute eine „Signalwirkung“: „Wir sind in den vergangenen Wochen von vielen Bürgern angesprochen worden, die sich um ihre Sicherheit sorgen und sich für den Erhalt der beiden Gerätehäuser engagieren wollen. Die Bürgerinitiative soll auch dafür ein parteiunabhängiges Forum bieten“, erklärte Gleser. Die Versammlung verabschiedete einmütig ein Gründungspapier, in dem vor allem drei Themen und Ziele der BI festgehalten sind: „1. Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über die Folgen einer zentralen Wache. 2. Durchführung eines erfolgreichen Bürgerentscheids. 3. Stärkung des Ehrenamtes.“

Zur Gründungsversammlung waren viele interessierte Bürger, zahlreiche aktive Feuerwehrleute sowie einige Politiker gekommen. Karsten Groß, Ines Claus und Holger Höflein (alle CDU), Gerd Schulmeyer (DKP/Linke Liste) und Thomas Winkler (Grüne) ergriffen das Wort und sagten der neuen BI ihren Rückhalt zu. Diese dient den Befürwortern von zwei Feuerwehrgerätehäusern fortan der besseren Koordinierung und Bündelung ihrer Anstrengungen. Bei den in der BI engagierten Feuerwehrleuten ist zu beachten, dass sie sich als Bürger einbringen und ausdrücklich nicht in ihren Funktionen, die sie bei der Feuerwehr bekleiden.

Unterstützt wird die BI von den drei Oppositionsparteien CDU, DKP/Linke Liste (LL) und Grüne. Das zeigt sich auch daran, dass Holger Höflein (CDU), Dietmar Treber (DKP/Linke Liste) und Thomas Winkler (Grüne) dem am Freitag einstimmig gewählten sechsköpfigen Vorstand der BI als Beisitzer angehören. Die drei Vorstandssprecher sind Gleser, Anger und Schmitz. Aus dem Vorstand waren Schmitz und Treber am Freitag entschuldigt, die anderen vier Vorstandsmitglieder waren anwesend und ergriffen jeweils das Wort. Raphael Anger betonte zu den Zielen der BI: „Uns geht es hierbei einzig und allein um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Diese sehen wir durch die Pläne des Magistrats massiv gefährdet.“

Zahlreiche Redner meldeten sich zu Wort, welche die Magistratsvorlage für ein zentrales Feuerwehrgerätehaus und die Zustimmung zur Vorlage durch die Stadtverordnetenversammlung, die mit der Mehrheit der Koalition aus SPD, Freie Wähler und FDP gegen die Opposition erfolgte, kritisierten. Der geplante neue Standort an der Wageninger Straße liege an einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt an der B 44, was den Feuerwehrleuten die Anfahrt zum Gerätehaus erschwere. Gegenüber zwei Standorten würden sich bei einer Zentrale die Hilfsfristen bei einem Einsatz für die meisten Wohngebiete deutlich verschlechtern. Zudem würde ein zentraler Standort die Ehrenamtlichkeit der Feuerwehr gefährden. Viele jetzige Feuerwehrleute würden dann vermutlich aufhören, da sie dann nicht mehr zum Einsatz kämen. Somit würde nach Meinung der BI bei einer Zentrale wohl eine hauptamtliche Unterstützung der Feuerwehr nötig werden, welche die Stadt aber rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr kosten würde.

Nach ihrer Gründungsversammlung plant die BI nun noch zahlreiche weitere Veranstaltungen, Aktionen oder Infostände, besonders nach der Landtagswahl am 28. Oktober.

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