+
Die erst 17 Jahre alte Jessica Epstein zeigt Porträtfotografien im Kunstfenster in Mörfelden. Foto/Repros: Carmen Erlenbach

Die Neue im Kunstfenster

  • schließen

Noch nicht die Schule abgeschlossen und schon als Fotografin und Künstlerin tätig. Die Abiturientin Jessica Epstein stellt nun bereits zum zweiten Mal einen Teil ihres Werke in Mörfelden aus.

„Mit siebzehn hat man noch Träume“, sang einst Udo Jürgens. Dass sich aber auch im Alter von 19 Jahren noch gut träumen lässt, beweist die Hobbyfotografin und Nachwuchszeichnerin Jessica Epstein. Sie zeigt zurzeit etwa 20 ihrer Arbeiten im Kunstfenster in der Bahnhofstraße in Mörfelden.

Es ist ihre zweite öffentliche Präsentation, nachdem die Künstlerin Ulrike Gähtgens-Maier sie im Vorjahr zur Teilnahme an der Open-Air-Galerie rund um das Bürgerhaus bewogen hatte. Die 19-Jährige hat sich noch nicht beworben, will aber ab dem Wintersemester Fotografie studieren. Ihr Traum sind ein eigenes Fotostudio und die spätere Selbstständigkeit.

Dass es einmal schwierig werden könnte, sich als Fotografin den Lebensunterhalt zu verdienen, das kann sich Epstein zurzeit nicht vorstellen. Nicht verwunderlich, denn sie ist bereits seit eineinhalb Jahren mit ihrer Kamera gewerblich tätig – und das, obwohl sie die Schule nicht mal hinter sich gelassen hat.

Epstein besucht die 13. Klasse der Bertha-von-Suttner-Schule und will in drei Wochen ihr Abitur abgeschlossen haben. Ihre Ausstellung zeigt mit 20 Arbeiten, darunter Schwarz-Weiß- und Farbfotografien, einen Querschnitt ihres bisherigen Wirkens. Zu den Exponaten zählen auch einige Porträtzeichnungen. Epstein fertigt sie mit normalen Bleistiften auf Zeichenblöcken im DIN-A-5-Format nach Fotografien aus dem Internet, die andere Menschen dort eingestellt haben, an. Das bedeute kein rechtliches Problem, weil die Zeichnungen immer anders ausfielen als die Originale.

Bereits als Fünftklässlerin habe sie vor allem gerne Augen gezeichnet, so Epstein. Gesichter habe sie später geübt, nachdem sie seit ihrem zwölften Lebensjahr ihrem Großonkel Roland Epstein, einem Maler, oft zugesehen hatte. „Ich war schon immer künstlerisch interessiert“, so die Ausstellerin.

Zum Fotografieren kam sie, als sie zu ihrem elften Geburtstag eine einfache Digitalkamera geschenkt bekam. Mit ihrer Freundin arrangierte sie Figuren in gewissen Perspektiven und lichtete sie ab. Als Epstein 17 Jahre war, ging eine Spiegelreflexkamera in ihren Besitz über. Kurz darauf richtete sie sich im Keller ein eigenes Fotostudio ein und startete mit Porträtaufnahmen. „Ich bearbeite alles am Computer“, so Epstein.

Die Möglichkeit der analogen Fotografie, Filme selbst zu entwickeln und Fotos eigenhändig abzuziehen, daran denkt die 19-Jährige zurzeit (noch) nicht. Aber was nicht ist, kann noch werden. Eine nächste Ausstellung hat Epstein nicht im Visier, sie wartet auf Vorschläge von Ulrike Gähtgens-Maier. Die jetzige Ausstellung im Kunstfenster kann bis einschließlich 19. Juni besichtigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare