Fraktionsvorsitzender

CDU nominiert Karsten Groß einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) hat nun auch offiziell seinen ersten Herausforderer. Die Christdemokraten nominierten Karsten Groß mit allen 31 Stimmen zu ihrem Kandidaten um den Chefsessel im Rathaus.

Bereits seit Wochen war der CDU-Fraktionsvorsitzende Karsten Groß designierter Bürgermeisterkandidat seiner Partei. Sowohl der Parteivorstand als auch die Fraktion der örtlichen CDU hatten ihn jeweils einstimmig für diese Aufgabe vorgeschlagen. Am Montagabend folgten auch die CDU-Mitglieder diesem Votum: Alle 31 Stimmberechtigten votierten im gut gefüllten Clubraum der Stadthalle Walldorf für Groß und bescherten ihm damit ein Traumergebnis.

Zur Mitgliederversammlung waren neben den örtlichen CDU-Mitgliedern auch interessierte Bürger sowie verschiedene Unions-Politiker aus dem Landkreis Groß-Gerau gekommen. Neben dem Mitgliederbeauftragten des CDU-Kreisverbands, Franz-Josef Eichhorn, ist hier vor allem die Landtagskandidatin Ines Claus zu nennen. Claus übernahm auch die Sitzungsleitung der Mitgliederversammlung, bei der die Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten eindeutig im Mittelpunkt stand. Neben Groß gab es keine weiteren Bewerber.

In ihrem kurzen Grußwort am Anfang der Versammlung ging Claus als Landtagskandidatin im hiesigen Wahlkreis 48 kurz auf die Landtagswahl am Sonntag, 28. Oktober, ein. Sie lobte hierbei die CDU-geführte Landesregierung insbesondere für die Beitragsfreiheit für sechs Stunden pro Tag in den Kindergärten und für die Einstellung neuer Lehrkräfte. Claus betonte die Wichtigkeit des Ehrenamts, womit sie den Bogen zur örtlichen Standortdiskussion bezüglich der Feuerwehr in Mörfelden-Walldorf spannte: „Wir stehen den Kameraden bei“.

Diesen Ball nahm Groß in seiner anschließenden Bewerbungsrede entschlossen auf: „Wir sagen ja zu zwei Feuerwehrgerätehäusern.“ Daher wolle die CDU auch die sich gründende Bürgerinitiative, die für die Beibehaltung von zwei Feuerwehr-Standorten eintritt, unterstützen. Die Christdemokraten hoffen, dass die Mörfelden-Walldorfer dann beim Bürgerentscheid am 16. Dezember für die Beibehaltung von zwei Feuerwehrgerätehäusern stimmen werden, wofür man sich energisch einsetzen wolle.

Neben der Zukunft der Feuerwehr genießt für Groß auch die weitere Entwicklung des Deutschen Roten Kreuzes Walldorf, die derzeit unklar sei, höchste Priorität. Für alle ehrenamtlich Aktiven will Groß in Mörfelden-Walldorf zudem eine „Ehrenamtscard“ einführen – analog zum landesweit gültigen Hessenticket.

Groß spannte in seiner Rede insgesamt einen großen Bogen. Er stellte ein „Zwölf-Punkte-Programm“ vor, das sich in vier Hauptbereiche gliedert: Wirtschaft, Finanzen und Umwelt; Familien und Kinderbetreuung; Vereine und Ehrenamt; Verwaltungsreform und Bürgerbeteiligung. Dieses Programm will Groß als Startschuss für eine intensive programmatische Arbeit mit externer Beteiligung verstanden wissen. Er will zudem gezielt um bisherige Wähler anderer Parteien werben, besonders um die von Grünen, FDP und Freien Wählern. Der Kandidat machte deutlich: „Ich trete an, um diese Wahl zu gewinnen.“

Groß verkündete in seiner Rede eine „

Agenda 2025

“. Hiermit ist vor allem gemeint, dass er als Bürgermeister Anliegen bis 2025 verwirklichen möchte, die zwar seit langem vorgesehen sind, aber bislang noch nicht in die Tat umgesetzt werden konnten. Hierzu zählt Groß beispielsweise die Südumgehung für Mörfelden oder die Barrierefreiheit am Bahnhof Walldorf. Die Wirtschaftsförderung möchte der Kandidat intensivieren, die Gewerbegebiete besser vermarkten. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, möchte Groß die Baugebiete verdichten, wo dies praktisch umzusetzen ist, beispielsweise in „Walldorf Ost“ mit „An den Eichen“ und westlich der B 44. Steuerlich möchte der Kandidat Bürger und Unternehmen ab 2019 entlasten. In der Kinderbetreuung will Groß eine hohe Qualität sicherstellen und die Einkommensstaffelung bei den Gebühren abschaffen.

Zudem sagte Groß: „Ich will die Bürger stärker beteiligen.“ Das will er etwa durch einen Bürgerhaushalt und Bürgerbefragungen erreichen. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende René Rink lobte Groß nach dessen Rede für seine Kandidatur und sagte zufrieden: „Wir haben einen klasse Kandidaten mit einer Menge politischer Erfahrung.“

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