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Ratten in Mörfelden-Walldorf: Einzelfall oder Massenphänomen?

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Von: Anne Kerleau

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Ratten im Stadtgebiet: Das schein zumindest in Mörfelden-Walldorf kein Problem zu sein.
Ratten im Stadtgebiet: Das schein zumindest in Mörfelden-Walldorf kein Problem zu sein. © Arno Burgi (dpa-Zentralbild)

Die CDU hat sich in einer aktuellen Anfrage nach den Rattenpopulationen im Stadtgebiet erkundigt. Laut der Antwort der Stadtwerke Mörfelden-Walldorf gibt es hier in der Doppelstadt kein akutes Problem.

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hat die CDU-Fraktion ein in Bezug auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Hygiene in der Stadt sensibles Thema aufgegriffen: „Ist bekannt, ob es im Untergrund unserer Stadt Rattenpopulationen gibt? Gibt es in diese Richtung gehende Beschwerden von Bürgern in unserer Stadt? Wenn ja, was unternimmt die Verwaltung gegen eine Rattenplage?“, wollten die Christdemokraten vom Magistrat wissen.

In Ergänzung zu diesen grundsätzlichen Fragen ging die CDU-Fraktion ins Detail und fragte den Magistrat nach Präventionsstrategien: „Wie kann das Vordringen der Tiere durch die Abwasserleitungen bis in die Wohnungen der Bürger verhindert werden? Gibt die Stadt Verhaltenshinweise an die Bürger hinsichtlich der geeigneten Lagerung von Abfällen im Stadtgebiet? Wenn ja, welche? Wenn nein – warum nicht?“

Im Verhältnis eins zu eins

Die Stadtwerke Mörfelden-Walldorf haben im Auftrag des Magistrats die Anfrage beantwortet. So bewege sich die Rattenpopulation in einer für die Einwohnerzahl der Doppelstadt normalen Größenordnung. Im Stadtgebiet von Mörfelden-Walldorf seien Ratten vorhanden, was aber in allen durch Menschen besiedelten Gebieten nicht zu verhindern sei. Als realistischer Richtwert für die Rattenpopulation im Vergleich zur menschlichen Bevölkerung sei von einem Verhältnis von eins zu eins auszugehen.

Jährlich meldeten Bürger den für die Bekämpfung der Ratten in der Kanalisation zuständigen Stadtwerken im Durchschnitt 15 Fälle, wo Ratten gesichtet worden seien. Die Stadtwerke nähmen jährlich zwei Aktionen zur Schädlingsbekämpfung im Stadtgebiet vor. Hiermit werde eine Fachfirma beauftragt, die großflächig Giftköder in Kanalschächten auslegt. Nach etwa zwei bis drei Wochen werde nachkontrolliert. Im Fall der Aufnahme des Ködermaterials durch Ratten würde nochmals Gift gelegt. Die jüngste Bekämpfungsaktion sei im Mai ausgeführt worden. Falls ein Rattenbefall gemeldet werde, würden gezielt im betroffenen Gebiet in den Kanalschächten Giftköder ausgelegt.

Keine Speiseabfälle

Den Stadtwerken seien keine Meldungen über Ratten in Wohnungen bekannt. Die Tiere mieden generell den Kontakt zu Menschen, so dass in Wohngebäuden im Regelfall nicht mit direktem Kontakt zu diesen Tieren zu rechnen sei. Präventiv könne durch Einbauten wie einer Hebeanlage und einer Rückstausicherung in der Grundstücksentwässerungsanlage der Zugang der Tiere in die Gebäudeleitungen verhindert werden. Weiterhin verweisen die Stadtwerke auf die Homepage der Stadt Mörfelden-Walldorf, wo Ratschläge zur Reduzierung der Rattenpopulation gegeben würden. Besonders wichtig sei es, keine Speiseabfälle in die Kanalisation abzuleiten, sondern diese ordnungsgemäß in der Biotonne zu entsorgen.

(ak)

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