Andrang herrschte bei der Eröffnung des Heimatmuseums am 24. März 1990, zu welcher der damalige Bürgermeister Bernhard Brehl (r.) eine Rede hielt.
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Andrang herrschte bei der Eröffnung des Heimatmuseums am 24. März 1990, zu welcher der damalige Bürgermeister Bernhard Brehl (r.) eine Rede hielt.

Heimatmuseum Mörfelden

Von der Scheune zum Museum: Vor 25 Jahren wurde Eröffnung gefeiert

  • VonCarmen Erlenbach
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Zunächst war in dem Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, eine Scheune. 1977 gründeten 20 Mitglieder den Heimatverein, um ein Museum einzurichten.

Das Heimatmuseum Mörfelden feiert sein 25-jähriges Bestehen. Schon jetzt lädt Anneliese Krichbaum, seit 19 Jahren Vorsitzende des Heimatvereins, zu einer Feier für den 27. Juni von 17 Uhr an in den Museumsgarten ein. Dort sorgt dann die „Magic Sound Big Band“ für Unterhaltung.

Einst diente das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, als Scheune mit Stallungen der angrenzenden Hofreite „Goldener Apfel“. 1977 begründeten etwa 20 Mitglieder im Grünen Haag in der Rüsselsheimer Straße den Heimatverein mit dem Ziel, ein Museum einzurichten. Als erster Vorsitzender fungierte Hans-Peter Schulmeyer.

Arbeitsgruppe gebildet

Die Stadt hatte das Gebäude in den 1970er Jahren gekauft und am 9. Februar 1988 einen Kooperationsvertrag mit dem Heimatverein für eine Mischträgerschaft geschlossen. Doch was hat der Heimatverein bis dahin seit seiner Gründung elf Jahre lang gemacht? Er hatte eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, zu der sich durchschnittlich 10 bis 15 ehemalige Handwerker und auch Frauen trafen. Sie restaurierten gespendete Gegenstände, die später als Exponate dienen sollten. Ein Teil wurde in der Scheune untergestellt, ein anderer in einer Werkstatt in der Kalbsgasse bei Benz und wieder ein anderer Teil wie Großgeräte und eine alte Dreschmaschine in einer Halle auf dem Gelände der heutigen Lifestyle-Werkstatt.

Am Um- und Ausbau der Scheune zum heutigen Museum war der Arbeitskreis handwerklich nicht involviert, jedoch brachte er Wünsche und Vorschläge ein. Die Stadtverwaltung hatte nach der Unterzeichnung des erwähnten Kooperationsvertrags zügig Fachfirmen mit der Sanierung der alten Scheune beauftragt. Eingeweiht wurde das Museum am 24. März 1990. Bei der Eröffnung war die Basis der heutigen Ausstellungen dank der restaurierten Exponate bereits vorhanden.

So waren schon damals im Erdgeschoss die Vor- und Frühgeschichte zu finden, die Handwerker-Abteilung und Mobiliar der 1920er Jahre aus der Gaststätte Sattler, die bis dato die einstige Wohnkultur vermittelt. „Wir hatten nicht sehr viel ganz Altes, weil wir erst später begonnen haben zu sammeln“, so Krichbaum.

Das Obergeschoss war damals noch nicht eingerichtet. Bei der Einweihung musizierte auf der einen Seite das Salonorchester, auf der anderen Seite wurden Kaffee und Kuchen gereicht. Das Heimatmuseum wurde immer nur von einem einzigen Arbeitskreis betreut. „Bis auf Ernst Schulmeyer und den stellvertretenden Vorsitzenden Konrad Däubner hat der Arbeitskreis keine Mitglieder mehr“, so Krichbaum – und beide Herren seien zu alt, um noch aktiv arbeiten zu können. Jedoch müssten heutzutage auch keine alten und kaputten Gegenstände mehr restauriert werden. Diese Arbeit sei erledigt. Jenseits dieser Arbeitsgruppe habe sich eine lose Gruppe junger Männer gefunden, die sich „Freunde der Dreschmaschine“ nennen und sich um das Großgerät kümmern.

Modenschauen

Schon bald nach der Eröffnung des Museums starteten die Sonderausstellungen. Die erste war „Das Kopftuch“ betitelt. Es handelte sich um eine Wanderausstellung, die der Heimatverein um Exponate deutscher und türkischer Bürgerinnen ergänzt hatte. Zu den Sonderausstellungen der besonderen Art zählte auch eine Präsentation zum 50-jährigen Bestehen des Sport- und Kulturvereins. 1995 wurde mit Modenschauen im Stil der 1950er Jahre begonnen, die sogar durch die Region tourten und über die in einem Fall sogar das Hessenfernsehen berichtete. Darüber hinaus gab es eine Ausstellung über Mörfelder Maurer, die im Hessenpark in Neu-Anspach neu aufgebaut wurde. Alle Exponate des Heimatmuseums Mörfelden landeten dort als Dauerleihgaben.

Auch die Entwicklung des Museumsgartens ist aus der Geschichte des Heimatmuseums nicht wegzudenken. Zu den Höhepunkten in dem Garten mit großen, alten Bäumen zählt der Wiederaufbau der Mörfelder Schule im Jahr 1999 von Mitgliedern des Heimatvereins. Seit der Einweihung auch des Gartens 1990 kommen regelmäßig Schulklassen zu Pflanzaktionen. Zu den längst vergangenen Zeiten des Museums zählten gut besuchte Mundartabende und Brunnenfeste, die von anderen Veranstaltungen abgelöst wurden.

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