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Emily Barkat von den London Pirates fächerte sich beim ?Big Bowl? in Walldorf elegant Kühlung zu.

„Big Bowl“ in Walldorf

So schön kann Flagfootball sein

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Beim „Big Bowl“ auf dem Gelände der TGS Walldorf ging es heiß her. Das lag weniger an den hochsommerlichen Temperaturen, als am sportlichen Kräftemessen von insgesamt 48 Flagfootball-Teams aus aller Welt. Die Organisatoren hatten für beste Rahmenbedingungen gesorgt.

Mit dem Football in der Hand blickt Mathias Bieniek nach vorne, signalisiert seinem Wide Receiver Marian Becker, dass er losrennen soll, dann folgt der Pass. Becker stimmt seinen Lauf mit der Flugbahn des Footballs ab und fängt das Ei zwei Meter vor der Auslinie. Noch schnell eine Körpertäuschung, der Griff des Gegners nach der Flagge am Gürtel (Flag) geht in Leere, und Marian Becker stürzt sich laut jubelnd über die Touchdown-Linie. Alle Akteure der Wanderers, auch jene, die an der Seitenlinie standen, rennen aufs Feld, um den gelungenen Spielzug zu bejubeln.

Auf dem Sportgelände der Turngesellschaft (TGS) Walldorf herrschte am Wochenende überaus reges Treiben. Die Walldorf Wanderers, wie sich die Abteilung Flagfootball der TGS nennt, hatte erneut zum großen „Big Bowl“-Turnier eingeladen. Insgesamt 48 Herren- und weitere 15 Damenmannschaften aus allen Teilen der Welt gaben sich ein Stelldichein. „Wir haben Teams aus Philadelphia hier, genauso wie aus England und natürlich aus ganz Deutschland“, berichtete Jonathan Vierrath, Sprecher der Walldorf Wanderers. „Wir haben das zwar als Freizeitturnier deklariert, aber dennoch sind die Damennationalmannschaften aus Mexiko und Österreich hier vertreten, um sich mit starken Teams aus Holland oder England zu messen“, erklärte Vierrath.

Das Organisationsteam um Wanderers-Vorsitzenden Benjamin Klever hatte sich wieder viel Mühe gegeben, so dass auch die elfte Auflage des Turniers jene besten Voraussetzungen bot, für welche die Walldorfer Flagfootballer bekannt sind. Mit Peter Rehfeld stand der bewährte Turnierleiter am Regiepult und garantierte einen reibungslosen Ablauf. „Wir haben an vieles gedacht, nur ein Sonnensegel konnten wir nicht über die Spielfelder spannen“, scherzte Jonathan Vierrath. So waren denn auch schattige Plätzchen sehr gefragt. Wer konnte, der verschaffte sich selbst Kühlung, teilweise sogar sehr elegant, so wie es Emily Barkat mit einem spanischen Fächer tat. „Hier in Walldorf ist es immer sehr schön, man trifft viele Bekannte wieder“, nannte die Britin ihre Beweggründe, an den Gundbach zu kommen.

Auf den Spielfeldern ging es ohnehin heiß her, da spielten die Temperaturen von mehr als 30 Grad eine untergeordnete Rolle. „Das betrifft ja alle“, sagte Stephanie Konencny vom österreichischen Flagfootball-Damennationalteam. „Wir nutzen dieses Turnier, um uns noch einmal intern abzustimmen, und der Vergleich mit anderen Nationalteams gibt uns Aufschluss, wo wir wirklich stehen“, so die Ergotherapeutin. Ihre beruflichen Fähigkeiten will sie beim Turnier lieber nicht einsetzen. „Flagfootball ist die schmerzlosere Variante, da sollte eigentlich nicht viel passieren“, so Konencny. Beim Flagfootball wird der Gegner nicht mit Körpereinsatz vom Ball getrennt, sondern es wird versucht, ihm eine der beiden Flags, die zu beiden Seiten der Hüfte per Clip befestigt sind, zu entreißen. Gelingt dies, ist der Spielzug beendet.

„Viele Footballbegeisterte, die keine Verletzung riskieren wollen, spielen Flagfootball“, erläuterte Jonathan Vierrath. So ganz ohne geht es manchmal dennoch nicht, aber dieses Restrisiko besteht bei jeder sportlichen Betätigung. „Wir können wieder einmal sehr zufrieden sein, wenn ich das zugrunde lege, was ich bisher aus dem Kreis der Teilnehmer gehört habe“, zog Vierrath ein positives Fazit des elften Flagfootball-Turniers der Walldorf Wanderers.

Zwar funktionierte beim Team der Gastgeber nicht alles so perfekt, wie eingangs geschildert. Sonst hätten sie vermutlich den Turniersieg davongetragen. Aber immerhin kamen die Wanderers im 48er-Feld auf einen elften Platz – aus Sicht der Walldorfer ein toller Erfolg.

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