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In Begleitung des Lehrers Stefano Lucifero (rechts) übergeben die Neuntklässler des Neuen Gymnasiums einen Scheck an den Verein „Pädagogisch-Soziale Kinder- und Jugendhilfe in Mörfelden-Walldorf“.

Spendenaktion

Schüler des Neuen Gymnasiums zeigen Engagement

Der Verein "Pädagogisch-Soziale Kinder- und Jugendhilfe in Mörfelden-Walldorf" erhält eine große Spendensumme zum Einsatz vor Ort. Damit wurde die dritte Aktion für minderjährige unbegleitete Ausländer finanziert.

Dass man etwas Großes mit Hilfe von vielen, kleinen anpackenden Händen erreichen kann, haben die Schüler des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim bewiesen. Sei es durch Gartenarbeit, Babysitten oder Eis verkaufen – einen Tag lang gingen die Acht- und Neuntklässler nicht zur Schule, sondern unter der Kampagne „Aktion Tagwerk“ arbeiten.

Mit dem Mobil der „Aktion Tagwerk“ präsentierten Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres am Neuen Gymnasium aktuelle Projekte in Afrika, auch im Erdkundeunterricht lernten die Schüler etwas über sowohl klimatische als auch politische Ursachen, die ausschlaggebend für die Flucht vieler afrikanischer Jugendlicher waren. All dies motivierte sie zu einem Tag Arbeit für den guten Zweck.

Auch wenn die Schüler zur Teilnahme am Projekt verpflichtet waren, sagte eine Schülerin im Gespräch entschlossen: „Ich hätte das auch freiwillig gemacht. Das Arbeiten hat Spaß gemacht, weil man sich bewusst war, wohin das Geld fließt.“

Insgesamt verdienten sie über 5000 Euro, wobei sie selbst entscheiden durften, wofür zumindest die Hälfte des Geldes investiert wird. Während ein Teil des Erlöses, den die Schüler des Neuen Gymnasiums erarbeitet hatten, einem Kinderfamilienprojekt in Afrika zugute kommen soll, gehen 1350 Euro an den Verein „Pädagogisch-Soziale Kinder- und Jugendhilfe in Mörfelden-Walldorf“. Der Verein ermöglichte so das Zustandekommen eines sozialen Kompetenztrainings für minderjährige unbegleitete Ausländer. Bei diesem Kompetenztraining sei es besonders wichtig gewesen, den Jugendlichen Verhaltensstrategien für schwierige Begegnungen beizubringen. Nun trafen sich die Schüler der 9 a in Begleitung ihres Lehrers mit dem Leitungsteam des Vereins, zwei Angestellten des Jugendamts, einigen minderjährigen unbegleiteten Ausländern und ihren Betreuern, um die Aktion zu besprechen und einander kennen zu lernen. „Es ist wichtig, auch vor Ort zu helfen, um ein Zeichen zu setzen“, betonte Lehrer Stefano Lucifero vom Neuen Gymnasium.

2015 war das Jahr, in dem die Zuwanderung der Flüchtlinge einen Höhepunkt erreichte, seitdem kooperieren das Pestalozzi-Haus und das Jugendamt, um Minderjährigen, die unbegleitet sind, das Gefühl zu geben, sie seien „angekommen“, sagte Dolores Guhl-Graumann, pädagogische Gesamtleiterin des Vereins.

Im Kreis gibt es mehrere Außenwohngruppen mit über 100 Betten für minderjährige unbegleitete Ausländer aus beispielsweise Eritrea, Guinea und Afghanistan. Die 24-Stunden-Betreuung im Pestalozzi-Haus soll dabei helfen, dass sie die deutsche Sprache lernen und sich beruflich bilden. „Das Ziel ist es, dass sie selbstständig werden“, so Guhl-Graumann.

Zum Schluss tauschten sich die neugierigen Schüler mit den Geflüchteten aus. Auf die Frage, wie ihm Deutschland gefalle, lachte der 19-jährige Aman, ursprünglich aus Eritrea, und antwortete: „Es gefällt mir gut, aber ich mag das Wetter hier nicht so.“

von MELIS NTENTE UND SARAH GRUND

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