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Wie sich Gebäudesanierungen auszahlen

Im Quartier an der Okrifteler Straße nördlich des Festplatzes in Walldorf soll der Häuserbestand energetisch saniert und ein Nahwärmenetz mit Bioenergie aus einer lokalen Heizzentrale entstehen. Über das Projekt konnten sich Interessierte bei einer Veranstaltung im Rathaus Walldorf informieren.

Die Stadt arbeitet derzeit an einem Projekt für das Wohngebiet im Bereich der Okrifteler Straße nördlich des Festplatzes in Walldorf. Das Vorhaben kann als Modellprojekt angesehen werden, da es im Erfolgsfall auf andere Viertel der Doppelstadt übertragen werden könnte. Bei einer Veranstaltung im Rathaus Walldorf am Donnerstagabend, zu der rund 20 interessierte Bürger gekommen waren, informierten drei Referenten über das „geförderte Modernisieren im Klimaquartier Walldorf“. Nach den Vorträgen hatten die Zuhörer Gelegenheit für Fragen, wovon rege Gebrauch gemacht wurde.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) hielt der städtische Sanierungsmanager Theo Pauly den ersten Vortrag des Abends. Er fokussierte sich auf die Modernisierung des Gebäudebestands im ausgewählten Klimaquartier. Eine energetische Sanierung stelle, gerade bei Altbauten, für Hausbesitzer und deren Nachkommen eine lohnende Investition dar. Inzwischen seien beispielsweise rund 70 Prozent aller Heizkessel mehr als 15 Jahre alt. Eine energetische Modernisierung trage zur Energieeinsparung bei und damit auch zum Klimaschutz. „Auch das Wohnklima wird behaglicher“, so Pauly.

Er verwies auf die hohen Energieimporte von fossilen Stoffen wie Öl, Gas und Kohle nach Deutschland in Höhe von jährlich rund 100 Milliarden Euro. „Wir wollen die Wertschöpfung in der Region halten“, betonte Pauly. Zudem möchte er die Modernisierungsquote deutlich erhöhen. Aktuell hofft Pauly, dass möglichst viele Bürger beim Projekt im Klimaquartier mitmachen: „Was wir heute tun, das entscheidet, wie die Welt morgen aussieht.“

Im Anschluss an Pauly übernahm Michael Stoll von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, der dem Publikum erläuterte, was die geplante Sanierungssatzung im Klimaquartier für die Grundstückseigentümer bedeutet und wie sie von der Stadt gefördert werden können. Zudem schilderte er, welche weiteren Fördermöglichkeiten – wie zinsgünstige Bankkredite oder staatliche Zuschüsse – existieren und wie sie miteinander kombiniert werden können. Das ausgewählte Quartier sei für das Projekt sehr gut geeignet, da viele Gebäude einen hohen Sanierungsbedarf aufwiesen.

Den letzten Vortrag des Abends hielt der Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft BürgerEnergieRheinMain (BERMeG), Thomas Otterbein. Die Nahwärmeversorgungsanlage für das Klimaquartier bei der Stadthalle Walldorf wird durch die BERMeG in enger Kooperation mit der Stadt geplant. Der Brennstoff hierzu werden Holzhackschnitzel aus regionalem Waldrestholz sein. „Wir wollen den Bürgern die Gelegenheit geben, die eigene Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen und sich aus natürlicher Energie der Region zu versorgen sowie von Öl- und Gasimporten unabhängig zu werden“, so Otterbein.

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