Austellung im Rathaus

Silke Grohnmeier-Wächter präsentiert beeindruckende Aufnahmen von Kuba

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Ob ein amerikanischer Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren, eine Zigarre rauchende Frau oder Szenen aus dem alltäglichen Leben in Havanna: Unter dem Titel „Cuba libre“ zeigt die Fotografin Silke Grohnmeier-Wächter im Walldorfer Rathaus überaus sehenswerte Impressionen von der Karibikinsel.

Die dritte Ausstellung mit Fotografien von Silke Grohnmeier-Wächter in der Doppelstadt steht ganz im Zeichen Kubas. „Ich freue mich sehr, dass so viele Besucher gekommen sind“, meinte die Fotografin während der Vernissage im Walldorfer Rathaus, wo im ersten Obergeschoss 26 Exponate die Wände zieren. „Cuba libre“ ist der verbindende Titel ihrer Bilder, die sie auf zwei Reisen zur karibischen Insel im November und Dezember 2016 sowie im März 2017 aufgenommen hatte. Das alltägliche Leben der Menschen aus Kuba und typische Symbole von dort hätten sie dabei inspiriert.

Stadtrat Steffen Seinsche eröffnete die Vernissage mit den Worten: „Wir sind froh, dass wir weiterhin Künstler finden, an deren Werken sich die Bürger von Mörfelden-Walldorf erfreuen können.“ Mit „Cuba libre“ gebe Silke Grohnmeier-Wächter zwar einen Einblick in das Leben auf Kuba, aber ursprünglich hätten US-Soldaten das bekannte Getränk mit diesem Namen kreiert. „Als Fidel Castro noch regierte, war die Armut vorherrschend. Durch die neuerliche Öffnung Kubas wird es jetzt spannend, wie sich die Lebensbedingungen dort verändern“, sagte Seinsche.

Von „marodem Charme“ ist in dem Flyer für die Ausstellung zu lesen, der aber bei den Fotografien nicht unbedingt zum Ausdruck kommt. „Das ist unsere Vorstellung von Kuba, aber das Land hat viel mehr zu bieten, die berühmten amerikanischen Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren, einen gewissen Charme und Tanz“, erklärt die Fotografin. Bei ihrer ersten Reise habe sie die Trauerzeit in der Hauptstadt Kubas miterlebt, als der Sarg des gerade gestorbenen Staatspräsidenten Fidel Castro durch die Straßen getragen wurde und eine tagelange Trauerzeit die Bevölkerung in eine Starre versetzt habe. „Bei meinen Bildern sind vor allem Menschen das Ziel. Ich will das Leben zeigen“, beschreibt Grohnmeier-Wächter ihre Arbeiten.

Ihre ausgestellten Fotografien, die mal grau-düster, zumeist jedoch farbenreich anmuten, zeigen Szenerien aus Havanna, Santiago de Cuba und Trinidad im Süden Kubas. „Ich reise sehr gerne. Dabei fällt mir Fremdes und Interessantes sofort auf, was ich schließlich mit meiner Spiegelreflexkamera unbedingt festhalten möchte“, erläutert die passionierte Fotografin, die Mitglied der Fotofreunde Ingelheim ist.

Ursula Göttlein, die gerne vorliest und mit Silke Grohnmeier-Wächter die Liebe zu Chorgesang teilt, bei dem sich beide kennengelernt haben, rezitierte aus einem Gedicht von Carlos Valerias, „Der Stein des Sisyphos“. Die erste Zeile daraus lautet: „Ungewiss sind die Abende“, und dies solle synonym für Kuba gelten. Göttlein berichtete von der Entdeckung der Insel Mittelamerikas durch Christoph Kolumbus und von der Geschichte danach. Hunderttausende seien während der Herrschaft Fidel Castros nach Miami in die USA geflohen. Trotz des Todes des langjährigen Kuba-Regierungschefs habe sich dort kaum etwas geändert, fügt sie hinzu.

„Es ist nun schon die 46. Ausstellung der Flurexponate, die sowohl in Mörfelden als auch in Walldorf fest etabliert ist“, schilderte Claudia Rügner. Sie ist Referentin von Stadtrat Steffen Seinsche und würde sich über weitere Künstler freuen, die dort ausstellen wollen. „Voraussetzung ist, dass sie in Mörfelden-Walldorf ihren Wohnsitz oder ihre Werke einen Bezug zur Doppelstadt haben“, erklärte sie. Ein Kontakt für Aussteller sei über die Telefonnummern (0 61 05) 93 82 02 und (0 61 05) 93 82 20 möglich.

Die Fotografien unter dem Titel „Cuba libre“ sind noch bis 11. Januar 2019 im Flur im ersten Stock des Rathauses Walldorf in der Flughafenstraße 37 zu sehen.

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