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Skulpturenpark: Kunstvoller Sprung in die dritte Dimension

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Von: Volker Arndt

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Seit 20 Jahren verwandelt sich der Bürgerpark Mörfeldens im Monat August zu einem Open-Air-Ausstellungsraum. Die Galeristin Barbara Stechow sprach bei der gestrigen Eröffnung das Grußwort.

Die neue Ausstellung des Skulpturenparks in der Parkanlage am Mörfelder Bürgerhaus, unter der Schirmherrschaft von Professor Ottmar Hörl, wurde jetzt offiziell eröffnet. Bei herrlichem Sommerwetter avancierte die Vernissage zu einem wahren Publikumsmagneten. Die Frankfurter Galeristin Barbara von Stechow, die schon seit der ersten Skulpturenparkausstellung mit dabei ist und das Grußwort hielt, sagte: „Wir suchen Künstler mit Niveau aus.“ Dass die Werke im öffentlichen Raum gezeigt werden, halte sie für vorbildlich. Otto Schaffner, selbst Künstler aus der Doppelstadt, der seit den Anfangsjahren den Skulpturenpark aktiv begleitet hat, fügte hinzu: „Die Künstler sind in der Regel keine Top-Verdiener und darauf angewiesen, Aufmerksamkeit, wie es die Stadt hier bietet, zu erhalten.“

So wie die aus Südkorea stammende Jaewon Park, Kunststudentin aus Stuttgart. „Meine Professorin Susanne Windelen hat mich vorgeschlagen“, erzählte sie. Sie habe extra für die Grünanlage in Mörfelden etwas ganz Spezielles konzipiert. „Aufgrund meiner Unfruchtbarkeit kann ich keine Kinder bekommen, und als ich einmal in Mauritius war, hat mich dort ein seltsam anmutender Vulkanhügel zu dem Kunstwerk, das ich für den Skulpturenpark erstellte, stark inspiriert.“ Ihr Kunstobjekt mit der Bezeichnung „Land-Schaft I“ sei das unfruchtbare Bindeglied zwischen lebendiger Natur. Dafür habe sie Erde mit Leim vermischt und zu einem Hügel aufgeschüttet. „Es wirkt zwar wie ein befremdlicher Störfaktor, aber wenn jetzt doch etwas dort wächst, hat die Natur gesiegt“, sagte Jaewon Park.

Der Frankfurter Künstler Wulf Kirschner hat sich für Metall als Werkstoff entschieden. Seine rostroten Prismen in geschwungener Reihe sollen auch als „Schnittfläche zur Poesie“ angesehen werden, so Kirschner. Die Art und Weise, wie er das Metall bearbeitet hat, solle die Phantasie anregen. „Mein Markenzeichen sind parallel geschweißte Linien“, sagte er, und dass diese im Skulpturenpark wie Notenlinien oder eine Art Schrift anmuten würden. Zudem müsse der „Sprung in die dritte Dimension“ erkennbar sein, seine Prismenreihe habe weder Anfang noch Ende. „Darin steckt für mich ein Unendlichkeitsgedanke.“ Und er berichtete noch: „Als ich die schweren Einzelobjekte mit ihrer Unterkonstruktion aufbaute, bin ich bei dieser enormen Hitze fast gestorben.“

Bei der Künstlerin Elizabeth Thallauer hatte am Vorabend Otto Schaffner telefonisch angefragt, wie sie darauf gekommen sei, für ihre „große schwarze Wand“, wie er sagte, gedrehte Tonbänder zu verwenden. Und er erfuhr: Ganz spielerisch habe sie mit einem alten Tonband herumhantiert, bis es ihr zufällig aus der Hand gefallen sei und sich dabei gedreht habe. Als sich dann noch das Licht darin gespiegelt hätte, sei die Idee zum Werk geboren gewesen. „Ein ganz toller Einfall“, resümierte Schaffner begeistert. Die vielen, parallel verlaufenden Tonbänder im Kunstwerk „Kreuzung“ flattern beim kleinsten Windhauch und animierten einige Besucher, diese Besonderheit mit ihren Smartphones in einem Filmchen festzuhalten.

„Auch mit dieser aktuellen Ausstellung, ein echtes Highlight übrigens, will die Stadt Mörfelden-Walldorf erneut in die Region hineinwirken“, erklärte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD).

Die Freundinnen Liz, sieben Jahre, und Jolie, fünf Jahre, hatten mit den Ausstellungsgegenständen ihren Spaß, auch wenn sie zugaben, dass sie bei manchem nicht wussten, „was es bedeuten soll“. Immerhin konnte „Kubus V“ von Peter Helmstetter die kleine Jolie begeistern: „Weil da so ein Loch drin ist, durch das man durchsehen kann.“

Die „zwölf Positionen der zeitgenössischen Skulptur- und Objektkunst“ die der diesjährige Skulpturenpark zu bieten hat, sind noch bis zum 2. September in der Parkanlage neben dem Bürgerhaus Mörfelden zu besichtigen.

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