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Spanischer Pfarrer übernimmt zum 40. Mal Urlaubsvertretung

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Aus dreifachem Anlass gratulierten Isabell Bienias und Paul Nieder (rechts) dem spanischen Priester Santiago del Cura Elena aus Burgos.
Aus dreifachem Anlass gratulierten Isabell Bienias und Paul Nieder (rechts) dem spanischen Priester Santiago del Cura Elena aus Burgos. © Mara Paul

Um besser Deutsch zu lernen, hatte der Priester Santiago des Cura Elena vor 40 Jahren nach einer Vertretungsstelle in Deutschland gesucht. Seitdem ist er regelmäßig zu Gast in Walldorf und spricht die Sprache perfekt.

Das schönste Geschenk kam vom Himmel. Als Priester Santiago del Cura Elena aus dem nordspanischen Burgos in der katholischen Pfarrei Christkönig in Walldorf aus gleich drei Anlässen feierte, zeigte sich ein herrlicher Regenbogen – das Zeichen Gottes zur Versöhnung mit den Menschen.

Der spanische Pfarrer vertrat seinen Kollegen Paul Nieder zum 40. Mal während seines Urlaubs. Darüber hinaus beging Santiago del Cura Elena am letzten Tag seines zweieinhalbwöchigen Aufenthalts in Walldorf seinen 70. Geburtstag und auch noch seinen Namenstag am Fest des Heiligen Jakobus. Santiago sei eine Ableitung dieses Namens, erklärte Gemeindereferentin Isabell Bienias.

Die Heilige Messe, in welcher der Spanier predigte, erinnerte an die Worte Jesu, dass jeder jedem wie Brot sein solle. Die Kirche war voll besetzt. Gekommen waren auch Christen aus Hanau-Steinheim, wo Nieder einst mit seinem spanischen Vertreter tätig war, sowie drei Schwestern und ein Schwager von Santiago del Cura Elena. Sie waren zu seinem Ehrentag extra aus Spanien angereist und begleiteten ihn gestern wieder auf seinem Heimweg.

Andrang beim Empfang

Vor 40 Jahren teilte das Bistum in seinem Amtsblatt mit, dass ein spanischer Priester in Deutschland auf der Suche nach einer Vertretungsstelle sei, weil er besser Deutsch lernen wolle. So kam er zu Pfarrer Paul Nieder. Inzwischen spricht der spanische Priester perfekt Deutsch.

Nach der Messe gab es einen Empfang mit Speisen und Getränken für ihn im Gemeindehaus „Arche“. Der Andrang war derart groß, dass die gestellten Tische und Stühle nicht ausreichten, umgeräumt und nachgerüstet werden musste. Die Wartezeit vertrieben sich die Gäste damit, dem Jubilar zu gratulieren. Die Gemeinde hatte sich auf Geldgeschenke geeinigt, denn der 70-Jährige ist ein Bücherfreund und stets auf der Suche nach neuer theologischer Literatur. So nutzt er seine jährlichen Aufenthalte in Walldorf unter anderem dazu, um in Frankfurt in der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen nach neuen Büchern zu stöbern.

Schreiben vom Bischof

Freilich gab es für den Priester auch einige kleine eingepackte Geschenke. Die aber hielten sich in Grenzen, denn er musste gestern alles nach Spanien transportieren.

Mit einem wertvollen Geschenk hatte der Mainzer Bischof, Peter Kohlgraf, den Jubilar mit einem persönlichen Dankesschreiben bedacht. Dass er Nieder seit 40 Jahren während seines Urlaubs vertrete, zeuge von Treue und Beständigkeit. Er sei seither vielen Menschen ans Herz gewachsen und habe viele Entwicklungen miterlebt. Der Spanier freut sich bereits auf seine Vertretung im nächsten Jahr.

(mapa)

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