1. Startseite
  2. Region
  3. Kreis Groß-Gerau
  4. Mörfelden-Walldorf

Sportverein Rot-Weiß Walldorf nimmt zweiten Kunstrasenplatz in Betrieb

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Im Rahmen eines Fußballturniers ist der zweite Kunstrasenplatz von Rot-Weiß Walldorf eröffnet worden. Zum freudigen Anlass kam viel Prominenz aus der Politik – und sogar ein ehemaliger Bundesligatrainer.

Bauprojekte müssen nicht immer lange dauern: Am vergangenen Sonntag konnte der zweite Kunstrasenplatz von SV Rot-Weiß (RW) Walldorf im Rahmen eines Fußball-Blitzturniers eröffnet werden, obwohl dessen Bau erst 2017 beschlossen worden war. „König Fußball“ stellt die größte Abteilung des 1914 gegründeten Traditionsvereins. „Das ist für uns ein großer Tag“, sagte Manfred Knacker, der erste Vorsitzende des Vereins.

Zahlreiche Ehrenamtliche hatten hierzu beigetragen – darunter die sogenannten „Montagsmaler“. Das sind 25 Rentner, die jeden Montag für „ihren Verein“ handwerkliche Tätigkeiten verrichten. Für sie gilt im Besonderen, was sich der Verein als Leitsatz mit auf den Weg gegeben hat: „Nur als Team können wir etwas bewegen.“ Knacker bedankte sich in seiner Ansprache bei der öffentlichen Hand, Spendern, Sponsoren, dem Planer Günter Gundolf sowie allen Ehrenamtlichen.

Die Platzeröffnung fand nur eine Woche nach dem „Walldorfer Weinfest“ von RW statt, dem größten Vereinsfest der Doppelstadt. Es wurde in diesem Jahr unter Mithilfe von 150 Ehrenamtlichen seit seiner Premiere von 1997 bereits zum 22. Mal gefeiert.

„Ausbildung vor Ergebnis“

Zahlreiche Ehrengäste, darunter die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Kirsten Schork und Horst Bauer, Präsident der benachbarten Turngesellschaft Walldorf, waren gekommen. Der Erste Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler), der Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) vertrat, hob in seiner Ansprache neben dem finanziellen Beitrag der Stadt vor allem das Organisations- und Planungsgeschick Knackers hervor, ohne das es den zweiten Kunstrasenplatz wohl nicht so schnell gegeben hätte.

Einer der Grundsätze von RW Walldorf lautet: „Ausbildung geht vor Ergebnis.“ Daher legt der Verein besonderen Wert auf eine gute Jugendarbeit mit rund 60 Betreuern und Trainern, davon sind 27 Personen Lizenztrainer. Die Jugendarbeit wird auch vom ehemaligen Bundesligatrainer Eckhard Krautzun anerkannt, der den Verein am Sonntag als Ehrengast besuchte.

Neben seinen Erfolgen in Deutschland war Krautzun in vielen Ländern tätig und hat mehrere Nationalmannschaften trainiert. Daher kann die Wertschätzung durch diesen international renommierten Trainer, der über 30 Trainer-Stationen in elf Ländern absolviert hat, durchaus als „Ritterschlag“ für RW Walldorf und seine Jugendarbeit gesehen werden.

Gerade aufgestiegen

Derzeit spielen rund 370 Kinder und Jugendliche aus 25 Nationen beim Verein. Landrat Thomas Will (SPD) würdigte diesen gesellschaftlichen Aspekt: „RW Walldorf leistet Integrationsarbeit im allerbesten Sinne.“ Knacker unterstrich: „Unser Verein hat eine soziale Aufgabe.“ RW Walldorf arbeitet beispielsweise eng mit dem Integrationsbüro der Stadt Mörfelden-Walldorf zusammen, unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf und fördert internationale Hilfsprojekte.

Der Verein mit seinen 1277 Mitgliedern schwimmt laut RW-Pressesprecher Erwin Mader auf einer sportlichen Erfolgswelle: Sowohl die erste Mannschaft als auch die U 23 sind gerade aufgestiegen (Verbandsliga Hessen Süd beziehungsweise Kreisoberliga DA/GG)

Die Trainer Max Martin (erste Mannschaft) und Ercan Dursun (U 23) sind zuversichtlich, die höheren Spielklassen halten zu können, zumal sich beide Mannschaften mit neuen Spielern verstärkt haben. Der zweite Kunstrasenplatz verbessert die Bedingungen für den Spiel, aber noch mehr für den Trainingsbetrieb. Das gilt laut Fußball-Abteilungsleiter Klaus Eigler nicht nur für die erste Mannschaft und die U 23, sondern noch mehr für die Kinder- und Jugendmannschaften.

Jugendleiter Uwe Wolf betont, dass der zweite Platz besonders im Winter wichtig sei, denn Kunstrasenplätze trotzen der Witterung. Von den 450 000 Euro Gesamtkosten konnten 200 000 Euro über Zuschüsse von der öffentlichen Hand finanziert werden. Etwa 100 000 Euro kamen von Spendern und Sponsoren. Die übrigen 150 000 Euro finanzierte der Verein über ein Darlehen. Zudem investierte er in drei neue Flutlichtmasten. Und der Pächter des renovierten neuen Vereinsheims, Predrag Prodanovic, freut sich auf Gäste.

Auch interessant

Kommentare