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TGS Walldorf: 60 000 Euro für neue Trainingsflächen

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Ein Sportplatz und eine Sporthalle sind auf einem Hinweisschild an einer Straße ausgeschildert.
Ein Sportplatz und eine Sporthalle sind auf einem Hinweisschild an einer Straße ausgeschildert. © Hauke-Christian Dittrich/Archiv

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ist ein wichtiger Beschluss für die Turngesellschaft (TGS) Walldorf gefallen. Sie soll einen Zuschuss für den Umbau ihrer Squash-Courts in Trainings- und Übungsräume erhalten.

Nicht nur für die beiden Einsatzabteilungen der Feuerwehr, sondern auch für die zwei größten Sportvereine der Doppelstadt – die Sport- und Kulturvereinigung (SKV) Mörfelden und die Turngesellschaft (TGS) Walldorf – war die jüngste Stadtverordnetenversammlung eine wichtige Sitzung.

Während für das Hallenprojekt der SKV Mörfelden eine Sonderzuwendung beschlossen wurde (wir berichteten), erhielt die TGS Walldorf einen Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro für den geplanten Umbau ihrer beiden Squash-Courts in ihrem Sportzentrum. An deren Stelle sollen zwei Training- und Übungsräume entstehen.

Veränderter Bedarf

In ihrem Antrag an den Magistrat der Stadt Mörfelden-Walldorf für die Gewährung eines Zuschusses erläuterte die TGS die Ausgangssituation: „Der Gesamtvorstand der TGS Walldorf beschäftigt sich schon seit längerem mit der Erweiterung der bestehenden Sportflächen, insbesondere mit der Schaffung zusätzlicher Trainingsflächen für den Senioren-, Gesundheits- und Reha-Sport, aber auch für unsere Sportarten Judo, Aikido sowie Ringen und Taekwondo.“

Diese hohe Nachfrage steht in einem klaren Gegensatz zu einer eindeutig rückläufigen Entwicklung beim Squash. So hat das Interesse an der einstigen Trendsportart stark nachgelassen. Im Schreiben der TGS an den Magistrat der Stadt heißt es dazu: „Die Nutzung der beiden Squash-Courts im Sportzentrum ist in den letzten Jahren stark rückläufig. Derzeit haben wir eine Belegung von circa 500 bis 600 Stunden im Jahr, was im Jahresdurchschnitt pro Court eine Belegung von weniger als einer Stunde pro Tag entspricht.“ Hinzu komme, dass hiervon lediglich ein Drittel dieser Belegung von den Mitgliedern gebucht werde, heißt es weiter im Schreiben der TGS. Zwei Drittel der Nutzung entfielen auf Nichtmitglieder.

„Als Verein haben wir jedoch in erster Linie die Interessen unserer Mitglieder wahrzunehmen. Hier haben wir insbesondere im Bereich des Senioren-, Gesundheits- und Reha-Sport eine hohe Nachfrage und führen derzeit sogar Wartelisten. Weiterhin möchten und müssen wir die Trainingsbedingungen unserer Abteilungen Judo, Aikido sowie Ringen und Taekwondo verbessern.“

Einstimmig und ohne Aussprache stimmten die Stadtverordneten für die Gewährung eines städtischen Zuschusses für das Projekt in Höhe von maximal 60 000 Euro. Der Betrag entspricht 20 Prozent der Baukosten, die bei 300 000 Euro liegen sollen. Dieser Zuschuss in Höhe von 20 Prozent ist in Mörfelden-Walldorf bei solchen Bauprojekten von Sportvereinen geübte Praxis. Er wird auf einen Zeitraum von drei Jahren verteilt, beginnend mit dem Jahr 2020.

Andere profitieren

Von der Investition könnten nicht nur die TGS und ihre Mitglieder profitieren, sondern auch andere Sportvereine der Doppelstadt. Durch die neuen Trainings- und Übungsräume im Sportzentrum der TGS könnten Kapazitäten in der Waldenserhofhalle sowie der Stadthalle in Walldorf frei werden. Im Gegensatz zum beschlossenen Umbau der Squash-Courts in Trainings- und Übungsräume in ihrem Sportzentrum ist die Situation bei einem anderen Projekt der TGS derzeit kompliziert, nämlich dem möglichen Ersatzbau für die alte Waldenserhofhalle.

In der vorletzten Sitzungsrunde im April hatten die Grünen eine Anfrage an den Magistrat unter dem Titel „Ersatzbau für Waldenserhofhalle kommt doch nicht“ gestellt. In ihrer Anfrage hatten die Grünen scharfe Kritik an der Stadt geübt: „Der vieldiskutierte Neubau einer Sporthalle auf dem Gelände der TGS Walldorf kann heute endgültig als gescheitert angesehen werden. Aufgrund fehlender Zusagen der Stadt Mörfelden-Walldorf zur Mitfinanzierung hat sich der Verein inzwischen anders orientiert und baut nunmehr sein bestehendes Gebäude an der Okrifteler Straße gemäß einer Entscheidung der Mitgliederversammlung im Februar 2018 für neue Angebote im Reha- und Seniorensport und weitere Übungsräume bedarfsgerecht um.“

In der von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) unterzeichneten Antwort aus dem Stadtplanungs- und Bauamt wird der Sachverhalt hingegen ganz anders beurteilt, die Anfrage der Grünen würde wichtige Sachverhalte nicht berücksichtigen: „Die TGS ist derzeit dabei, ihr Hallenprojekt grundsätzlich zu überarbeiten. Das Projekt soll gegenüber den bekannten Planungen reduziert werden. Nach Beratung und Entscheidung der Vereinsgremien soll die überarbeitete Konzeption im nächsten Jahr den städtischen Gremien vorgestellt werden. Die Verwaltung wird mit der TGS über dieses Projekt im Gespräch bleiben und die städtischen Gremien bei einem neuen Sachstand informieren.“

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