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Die Jusos Mörfelden-Walldorf um Vorsitzenden Maximilian Gegenheimer (Dritter von rechts) haben 783 Unterschriften für einen barrierefreien Bahnhof Walldorf gesammelt, die sie Bürgermeister Heinz-Peter Becker (Vierter von rechts) überreichten, um ihn für die Gespräche mit der Deutschen Bahn im März zu stärken.

Signal an Deutsche Bahn

Die Jusos sammeln 783 Unterschriften für Barrierefreiheit am Walldorfer Bahnhof

Seit langem ist die nicht gegebene Barrierefreiheit am Bahnhof Walldorf am Gleis in Richtung Frankfurt ein wichtiges Thema vor Ort. Aktuell haben die Jusos 783 Unterschriften in einer Petition an die Deutsche Bahn für die Herstellung der Barrierefreiheit gesammelt.

Im Herbst 2018 hatten die Jusos Mörfelden-Walldorf eine Petition unter dem Titel „Bahnhof Walldorf – jetzt barrierefrei!“ an die Deutsche Bahn (DB) gestartet, den Bahnhof Walldorf am Gleis in Richtung Frankfurt endlich barrierefrei zu gestalten. In den letzten drei Monaten haben die Jusos hierfür fleißig Unterschriften gesammelt.

Interessierte Bürger konnten bei einer Onlinepetition mitmachen. Zudem stellten sich die Jusos an den Bahnhof Walldorf und andere öffentliche Plätze, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und bei dieser Gelegenheit weitere Signaturen zu sammeln.

Die vollständige Barrierefreiheit am Bahnhof Walldorf sei längst überfällig. Vor allem für Menschen mit Gehbehinderung, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrer oder Reisende mit schwerem Gepäck seien die Zustände unzumutbar. „Die Deutsche Bahn beschneidet hiermit mobilitätseingeschränkte Menschen in ihrem Grundrecht und schränkt sie in ihrer Mobilität zusätzlich ein. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit allen betroffenen Personen, damit der ÖPNV künftig für alle vollständig nutzbar ist“, sagte der Juso-Vorsitzende Maximilian Gegenheimer zum Beginn der Aktion.

Am Donnerstagabend konnten die Jusos 783 Unterschriften an Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) im Rathaus Mörfelden übergeben. Neben den Jusos war auch Walter Wieczorek vom VdK Walldorf zur Übergabe gekommen, um das Anliegen eines barrierefreien Bahnhofs Walldorf zu unterstützen. Druck aufbauen

Die im Rahmen der Petition geleisteten 783 Signaturen sollen den Bürgermeister als Vertreter der Stadt bei im März anstehenden Gesprächen mit der Deutschen Bahn (DB) stärken. Zudem sollen sie ein klares Signal an die DB senden. Die Deutsche Bahn hatte nach dem Beginn der Aktion auch zu den Jusos Kontakt aufgenommen, um ihre Sichtweise darzustellen. Zu den 783 Unterschriften sagte Gegenheimer: „Unterschrieben haben vor allem Einwohner aus Mörfelden-Walldorf, aber auch einige Bürger aus anderen Kommunen, die den Bahnhof Walldorf ebenfalls nutzen.“

Laut Bürgermeister Becker ist es wichtig, dass politischer und öffentlicher Druck auf die DB aufgebaut werde. Hierzu könne auch die Petition der Jusos einen Beitrag leisten. So habe die rechtliche Prüfung inzwischen ergeben, dass ein Klageweg gegen die DB wohl nicht erfolgversprechend sei. Aber auch die vielen Gespräche mit der DB hätten bislang leider zu keinem Ergebnis geführt. Große Umwege

Im vergangenen Jahr hatte der Magistrat zum Thema einen umfangreichen Sachstandsbericht vorgelegt. Dieser dokumentiert den ausführlichen Schriftverkehr zwischen der Stadt Mörfelden-Walldorf und der DB über die barrierefreie Erschließung der Unterführung und des Mittelbahnsteigs am Bahnhof Walldorf, wo die Züge in Richtung Frankfurt abfahren, seit 1999. Im Ergebnis hat sich seither nichts bewegt.

So wurden bislang die Vorschläge der DB von der Stadt als „unrealistisch“ abgelehnt und umgekehrt. So hatte die Stadt als Lösung Aufzugs- und Rampenanlagen in der Nähe zum Bahnhofsgebäude vorgeschlagen. Sie hatte zudem auf ihre Kosten bereits 2012 ein renommiertes Planungsbüro beauftragt, das die Machbarkeit der städtischen Vorschläge bestätigt hatte. Das beurteilte die DB allerdings anders. Sie war nur bereit, am nördlichen Ende des Mittelbahnsteigs, deutlich entfernt vom Bahnhofsgebäude, eine neue Personenunterführung zu bauen sowie einen Fahrstuhl einzurichten. Dieser Vorschlag war für die Stadt jedoch wegen zu großer Umwege für die Fahrgäste inakzeptabel. Im vergangenen Jahr hat die Stadtverordnetenversammlung eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe zum Thema eingesetzt. Doch verläuft der Gegensatz bei diesem Thema im wesentlichen Kern nicht zwischen den Fraktionen, sondern zwischen Stadt und DB. „Mit unserer Petition wollen wir die Stadt für die im März anstehenden Gespräche mit der DB stärken“, so Gegenheimer abschließend.

von Alexander Koch

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