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Der künstlerisch begnadete Fotograf Jürgen Enkelmann zeigt rund 30 Exponate im Wasserturm.

Kunst

Im Wasserturm sind Fotografien von Jürgen Enkelmann ausgestellt

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„Surreale Meereswelten“ hat Jürgen Enkelmann vor die Linse genommen. Dabei verschwimmen Illusion und Biografien zu einem Gesamtkunstwerk.

Unser Planet ist schön. Er bietet unendlich viele interessante Motive, die sich mit der Kamera dokumentieren lassen. Manche Bilder jedoch gibt es in Wirklichkeit nicht. Dann schlagen ihr surreale Fantasien eines Künstlers ein Schnippchen. Wenn die Realität auf Traumwelten trifft, ist Jürgen Enkelmann mit von der Partie.

Der gelernte Kaufmann, Rentner und langjährige stellvertretende Vorsitzende des Fotolubs Mörfelden-Walldorf versteht es vorzüglich, Illusion und Biografien von Daseinsformen zu einem Lebensfunken miteinander zu verknüpfen. Zurzeit zeigt der Künstler unter dem Motto „Surreale Meereswelten“ rund 30 auf hochwertigem Fotopapier ausgedruckte und meist großformatige Exponate im Wasserturm in Mörfelden.

Enkelmann begeistert sich für alle Schalen-, Krusten- und Muscheltiere im Meer. „Nein, ich tauche nicht“ – und er fröne nicht etwa der Unterwasserfotografie. Dass die Bilder solcher Meerestiere den Weg in seine Kunstwerke gefunden haben, dazu bedient sich der Künstler eines kleinen Tricks. Er bezeichnet sich nicht als Sammler, legt sich aber besonders schöne Exemplare beispielsweise von Muscheln zu.

„Ich kenne weder ihre Namen, geschweige ihre wissenschaftlichen Bezeichnungen.“ Enkelmann liegt die wissenschaftliche Beleuchtung fern. Er fotografiert die Muscheln, Krusten- und Schalentiere lediglich, bearbeitet die Aufnahmen am Computer und fügt sie dort mit Details anderer zu Collagen zusammen – jedoch so raffiniert, dass sie als solche nicht mehr zu erkennen sind und ein neues Realitätsempfinden schaffen. „Die Ideen sprudeln dabei nur so aus mir heraus.“

Enkelmann fotografiert seit seinem neunten Lebensjahr. Sein künstlerisch interessierter und begabter Onkel – ein Kunst- und Modellschreiner – schenkte dem heute 68-Jährigen zur Kommunion eine Agfa Klack mit Rollfilm. Auf ihn passten zehn Aufnahmen. Die Verwandtschaft habe 1959 mit dem Kopf geschüttelt und sich gefragt, was der Bub mit der Kamera anfangen solle. Dieses Geschenk jedoch sollte Enkelmann für sein ganzes Leben prägen – und die Kamera sollte sein Schicksal werden.

So begann Enkelmann bereits als Kind, sich für die Sicht auf bestimmte Motive zu interessieren, die er dann ablichtete. Brachte der Vater einen Film zur Entwicklung und für Abzüge ins Fotogeschäft, bekam er dort stets zu hören, dass er wieder mal tolle Aufnahmen gemacht habe. Der Vater stellte klar, dass nicht er, sondern sein kleiner Sohn fotografiert hatte.

Der Lehrer von Enkelmann forcierte seine Leidenschaft für die Fotografie, „indem er mich von Kirche zu Kirche und von Schloss zu Schloss schleppte“, wo die herrlichsten Motive auf den Knaben warteten. Im Alter von 20 Jahren zog der gebürtige Frankfurter Enkelmann nach Walldorf und schloss sich dort sofort einem Kurs der Volkshochschule zum Thema Fotografie an.

Von da an begann die Ära des Fotografierens. Aus den Mitgliedern dieses Kurses ging 1976 der Fotoclub hervor. Fünf Jahre später wurde Enkelmann stellvertretender Vorsitzender. Er bekleidet dieses Amt bis dato. Bis 2005 fotografierte Enkelmann analog, entwickelte seine Filme und bearbeitete seine Aufnahmen für die Abzüge im Labor auch selbst. Danach begann für den Künstler das Zeitalter der digitalen Fotografie.

Enkelmanns derzeitige Ausstellung führt nicht zufällig durch die Faszination einer maritimen Welt. Als besonders ästhetisch empfand er stets die Gattung Nautilus. Über diese Faszination kam Enkelmann zur Freude an Muscheln, Krusten- und Schalentieren.

Die zum Wasserturm passende Ausstellung ist an den beiden Sonntagen, 14. und 21. Oktober, zur kostenfreien Besichtigung jeweils zwischen und 10 und 12 sowie von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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