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Derzeit wird der ?Waldenserhof? von der Kreisvolkshochschule als Bildungsstätte genutzt.

Gastronomiebetrieb

Zukunft des "Waldenserhof": Eine Sanierung ist zu teuer

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Der Stadt fehlt das Geld, um die Technik im „Waldenserhof“, die nicht mehr zeitgemäß ist, auf Vordermann zu bringen. Das ist aber noch nicht alles, was die Wiederaufnahme des Gastronomiebetriebs verhindert.

Zwar wird der „Waldenserhof“ in der Langstraße in Walldorf derzeit von der Kreisvolkshochschule (KVHS) für Seminare, Fortbildungen und ähnliche Veranstaltungen genutzt, aber der Gastronomiebetrieb in dem eigentlich als Restaurant konzipierten Gebäude liegt bereits seit Frühjahr 2015 brach. Die CDU hat sich in einer Anfrage an den Magistrat nun nach der aktuellen Sachlage und der Zukunft des in städtischem Besitz befindlichen „Waldenserhofs“ erkundigt.

Wie das Stadtplanungs- und Bauamt darauf erklärt, ist der „Waldenserhof“ für insgesamt drei Jahre und damit bis zum 31. August 2019 an die KVHS Groß-Gerau vermietet. Die Miete beträgt 500 Euro im Monat, hinzu kommt eine monatliche Vorauspauschale für die Nebenkosten in Höhe von 400 Euro. Wie aus einer Aufstellung des Stadtplanungs- und Bauamts hervorgeht, beliefen sich die Miet- beziehungsweise Pachteinnahmen für die Gaststätte von 2006 bis 2015 auf 1500 bis 2000 Euro. Allerdings gab es zwischendurch auch immer wieder Leerstände.

Im Erdgeschoss des aus dem 17. Jahrhundert stammenden denkmalgeschützten Gebäudes, das Ende der 1990er Jahre abgetragen, wieder aufgebaut und erweitert worden war, wurde eine Leichtbauwand eingezogen, um zwei Tagungsräume für Bildungsveranstaltungen zu erhalten. Die Wand könne nach der Nutzung seitens der KVHS problemlos wieder entfernt werden, erklärt Holger Fritz, der zuständige Sachbearbeiter im Stadtplanungs- und Bauamt. Küche und Theke blieben unverändert. Weitere bauliche Veränderungen wurden nicht vorgenommen.

Die CDU wollte ferner wissen, worin die Gründe liegen, die eine erfolgreiche Vermietung oder Verpachtung des „Waldenserhofs“ bislang verhindert hätten. Das Bauamt verweist darauf, dass im Gebäude aufgrund der begrenzten Möglichkeiten aus dem städtischen Haushalt keine heizungs-, lüftungs-, und kältetechnischen Modernisierungen vorgenommen und nur notwendige Instandsetzungen zur Funktionstüchtigkeit ausgeführt werden konnten. Deshalb sei die Technik nicht mehr zeitgemäß und effizient. Die notwendigen Investitionen in die technische Sanierung und bauliche Unterhaltung würden sich nach ersten Schätzungen auf insgesamt rund 100 000 Euro belaufen.

Weitere Nachteile für eine Verpachtung des „Waldenserhofs“ ergäben sich aus den fehlenden Parkplätzen im unmittelbaren Umfeld. Zudem störten der angrenzende Saalbau und die umliegende Wohnhäuser die Einrichtung eines optisch ansprechenden Biergartens.

Aufgrund des nicht effizienten technischen Gebäudezustands und den daraus resultierenden hohen Nebenkosten sowie der nicht mehr zeitgemäßen Ausgestaltung des Gastraums und den geschilderten Rahmenbedingungen sei eine Verpachtung der Gaststätte derzeit schwierig. Ohne den Einsatz städtischer Finanzen könne keine Verbesserung der Missstände erreicht werden.

Zur aktuellen Nutzung der Waldenserhofhalle erklärt das Stadtplanungs- und Bauamt, dass dort inzwischen keine Flüchtlinge mehr untergebracht seien. Der Saal werde derzeit von mehreren Sportvereinen für Trainings- und Übungsstunden genutzt. Wenn diese Nutzungen verlagert würden, sei für das Areal ein Ideen- und Realisierungswettbewerb seitens der Verwaltung vorstellbar, der von städtischen Gremien zu gegebener Zeit zu beraten und beschließen sei.

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