Muslimische Hospizhelfer dringend gesucht

Die Hospizhilfe sucht Muslime, die gern bei der Hospizarbeit mithelfen wollen. Für diesen interreligiösen Dialog wurde ein eigenes Projekt eingerichtet.

Die Rüsselsheimer Hospizhilfe bildet interessierte Menschen für die ehrenamtliche Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörige aus und koordiniert die Einsätze der Helfer. Da der Verein auch muslimische Patienten begleitet und dabei immer wieder – sowohl wegen bestehender Sprachbarrieren als auch aufgrund kultureller und religiöser Unterschiede – an Grenzen stößt, besteht bereits seit längerem der Wunsch, auch Menschen mit Erfahrungen in diesem Kulturkreis zu Hospizhelfern auszubilden.

Deshalb startete der Verein 2014 das Projekt „Würdevoll Abschied nehmen in islamischen Familien“, das vom IBF-Programm („Integration im Bündnis für Familie“) des Kreises Groß-Gerau gefördert wird. Beteiligt sind neben der Hospizhilfe und dem Büro für Integration des Kreises die DITIB Gemeinde Rüsselsheim, die Alevitische Gemeinde Mainspitze und die Othman Ibn Affan Moschee (Islamischer Arbeiterverein in Rüsselsheim und Umgebung).

Das Projekt will einerseits Gemeinsamkeiten und Unterschiede im religiösen und kulturellen Handeln herausarbeiten, um Offenheit und gegenseitige Wertschätzung zu fördern. Andererseits soll generell ein Beitrag zur Enttabuisierung des Themas Hospizarbeit geleistet werden. Und vor allem will sollen Personen erreicht werden, die an der Qualifizierung teilnehmen und als Hospizhelfer geschult werden.

Während des Projekts wurden bisher zahlreiche Gespräche mit islamischen Gemeinden geführt, in denen die Arbeit der Hospizhilfe vorgestellt wurden. Die Resonanz war durchweg positiv, so dass es derzeit regelmäßige Treffen gibt, bei denen inhaltliche und konzeptionelle Dinge diskutiert werden. Als erster Schritt wurde das Curriculum der von der Rüsselsheimer Hospizhilfe angebotenen Ausbildung um wesentliche Merkmale interkultureller und interreligiöser Aspekte in der Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen ergänzt. Eine religionsspezifische Zusatzqualifikation wird entwickelt.

Wer sich für das Projekt interessiert kann sich bei der Rüsselsheimer Hospizhilfe, Veronika Weizsäcker, Telefon (0 61 42) 1 33 94, ruesselsheimer.hospizhilfe@t-online.de, oder dem Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau, Sedef Sertkan, Telefon (0 61 52) 98 95 17, bfi@kreisgg.de, melden.

(fnp)

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