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Saniert, aber ungenutzt: Das Parkdeck.

Nauheim

Anwohner klagen über Falschparker in der Heinrich-Heine-Straße

Der Parkplatzmangel in der Heinrich-Heine-Straße spitzt sich zu. Anwohner klagen über Falschparker und fordern mehr Kontrollen. Ein Parkdeck bleibt bislang ungenutzt.

Immer mehr Autos in Städten und Gemeinden. Wohin damit abends in den Wohngebieten? Fahrzeuge werden in jede Lücke gequetscht. Strafzettel müssen die Halter offenbar nicht befürchten, vermuten Anlieger der Heinrich-Heine-Straße.

Waltraud Hermann wohnt an der Ecke von Heinrich-Heine- und Albert-Einstein-Straße. Schaut sie aus dem Küchenfenster, kann sie täglich beobachten, wie Verkehrsvorschriften missachtet werden. Autofahrer stellen ihre Vehikel in Kurven ab oder parken einfach parallel einer Straße in den Kurvenbereich hinein.

Die Seniorin findet das unmöglich und für Nachbarn untragbar, weil diese fast keine Chance hätten, sicher aus der Albert-Einstein-Straße zu lenken. Ihnen werde durch Falschparker die Sicht in die querende Heine-Straße genommen.

Ihr Sohn Jörg Hermann hat Glück gehabt. Am Montagabend kam er so früh nach Hause, dass er für sein Transportfahrzeug in der Einstein-Straße einen komfortablen Stellplatz gefunden hat. Sei das nicht der Fall, nehme er eben einen kleinen Fußweg in Anspruch, weil er abseits parke. Anders sehe das bei den Bediensteten diverser Paketzusteller aus, die ihre langen Karossen abstellten, wo und wie es beliebt – notfalls in der Kurve.

„Dort fehlen Zickzacklinien“, betont Waltraud Hermann und zeigt auf die Kurvenausfahrt vor ihrer Haustür. Die Gemeinde hatte vor einigen Monaten zwar angekündigt, in den von der Heine-Straße abzweigenden Straßen die Parkverbotszonen sichtbarer zu machen, doch in der Einstein-Straße kamen die Straßenmarkierer offenbar gar nicht an.

Wenn es, wie weiter nördlich, doch solche Linien gebe, würden sie ignoriert, hat Jörg Hermann festgestellt. Kontrollen? Nicht am Abend. „Da ist das Ordnungsamt im Feierabend, auch am Wochenende“, sagt der Mann. Er und seine Mutter fordern ein konsequentes Einschreiten. Es sollten so viele Knollen ausgestellt werden, „dass das Mieten einer Garage ein billiger Jakob ist“, fordert Jörg Hermann.

Entspannen könne sich die Lage, wenn Hausbewohner der Mehrfamilienhäuser in der Heine-Straße ein Parkdeck nutzten, das jahrelang gesperrt war, bis ein Feuerwehrmann bereits vor einigen Jahren auf den dadurch entstehenden Parkdruck auf der Straße hingewiesen hatte.

Bürgermeister Jan Fischer (CDU) bestätigt auf Anfrage, dass die Gemeinde im Zusammenwirken mit dem Kreisbauamt anschließend darauf gedrängt habe, das Parkdeck instand zu setzen. Das sei dann auch geschehen. Er gehe davon aus, „dass diese Parkplätze verfügbar sind“.

„Doch nach wie vor ist es leer“, bemerken die Hermanns. Fischer ist das bekannt. Nach seiner Kenntnis biete der verantwortliche Hauseigentümer die Parkplätze vergeblich zur Miete an. Die Bewohner seien nicht bereit oder könnten es sich nicht leisten, extra Kosten aufzubringen. Sie stellten ihre Fahrzeuge deshalb auf der Straße ab. Für Jörg Hermann ist das „eine Vorteilsnahme zulasten von anderen“. Betroffen seien keineswegs nur sie in der Albert-Einstein-Straße, sondern viele andere im weiten Umfeld der Heinrich-Heine-Straße.

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