Der dichte Randbewuchs und die weitgehend gerade verlaufende Straße verleiten die Autofahrer in der Berzallee schneller zu fahren, als erlaubt ist. Foto: Rainer Beutel
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Der dichte Randbewuchs und die weitgehend gerade verlaufende Straße verleiten die Autofahrer in der Berzallee schneller zu fahren, als erlaubt ist. Foto: Rainer Beutel

Verkehr

Anwohner klagen über Raser in der Berzallee

Vor allem an den Wochenenden herrscht in der Berzallee reger Verkehr. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) sieht jedoch keinen Grund für Tempo 30 in der Erschließungsstraße.

Nauheim -Anwohner der Berzallee klagen über "zu viele Raser". Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrssicherheit ist bereits auf das Thema aufmerksam gemacht worden. Ebenfalls informiert ist Bürgermeister Jan Fischer (CDU). Er sieht im Moment keine Möglichkeit, Tempo 30 vorzuschreiben.

Die Berzallee verläuft vom Kreisel an der Ostumgehung bis zum Waldwiesengraben weitgehend gerade. Wer in östlicher Richtung fährt, könnte zum Gasgeben verleitet werden. Der Seeweg zweigt von der Berzallee Richtung Hegbachsee als Einbahnstraße ab. Von dort könnten Radfahrer oder Falschfahrer kommen, die gegen die Einbahnstraße fahren. Auch vom Parkplatz des Culinariums könnten Autofahrer einbiegen.

Eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, um "nicht als Meckertante dazustehen", sieht über die Gefahr von Geschwindigkeitsüberschreitungen hinaus einen Unfallschwerpunkt beim Übergang der Berzallee in den Bereich des Regionalparks. Von rechts kommt aus dem Wald die Zimmermannschneise. Die Kreuzung sei dort wegen der vielen Bäume uneinsichtig.

Vor allem an Wochenenden gehe es auf der Berzallee und an besagter Kreuzung schlimm zu, informiert die Anliegerin. Dann herrsche reger Verkehr Richtung Skaterpark und Freizeitgärten. Besonders gefährdet seien Kinder von radfahrenden Familien, die diese Route für einen Ausflug nehmen. Es sei ein Wunder, dass noch nichts Schlimmes passiert ist, sagt die Frau. Unter der Woche halte sich das Verkehrsaufkommen in Grenzen.

Die Bürgerin hat, wie sie berichtet, mit Petra Ziemainz gesprochen. Die Gemeindevertreterin der CDU leitet nicht nur die Arbeitsgemeinschaft Verkehrssicherheit, sie ist selbst Anliegerin. Ziemainz habe signalisiert, dass sie die Kreisverkehrswacht konsultieren und um eine Stellungnahme bitten wolle.

Bürgermeister Fischer bestätigt, dass er über die Problemlage informiert ist. Die Bürgerin habe ihn angeschrieben. Während der Hochphase der Corona-Beschränkungen seien bei Kontrollen keine besonderen Vorkommnisse aufgefallen. In jüngerer Zeit sei ebenfalls nicht zu erkennen gewesen, dass es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt.

Ähnliche Probleme in der Schillerstraße

Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde sei die Berzallee "eine klassische Erschließungsstraße", die von vielen Nutzern befahren werde. Es gebe dort klar abgetrennte Rad- und Fußwege. Die Verkehrsverhältnisse an der Kreuzung zur Konrad-Adenauer-Allee seien klar gekennzeichnet und ersichtlich. Durch den neuen Kindergartenbetrieb am Seeweg seien keine Verkehrsprobleme aufgetreten. Im Gegenteil: Eltern, die ihre Kinder chauffieren, verhielten sich sehr sensibilisiert und umsichtig. "Ich kann keine Begründung ableiten, die eine Tempo-30-Regelung nach sich ziehen würde", sagt Fischer als Chef der Straßenverkehrsbehörde. Allerdings räumt er ein, dass das subjektive Empfinden anders sei, und es den einen oder anderen Raser tatsächlich gebe.

Bürger, die sich in Facebook äußern, sehen das völlig anders. In dem sozialen Netzwerk wurde eine "Raserei auf der Berzallee" thematisiert und appelliert, "mal ein bissl anständig zu fahren", wie es Lisa Scholz ausdrückt. Dagmar Schiemann verweist auf Katzen, die die Straße queren, während Lisa Scholz auf "kleine Kinder aus dem Wohngebiet" hinweist.

Die Berzallee scheint nicht das einzige Sorgenkind der Bürger zu sein. Maria Glotzbach sieht ähnliche Probleme in der Schillerstraße, Gerlinde Daum beschwert sich über die "Raserei in der Königstädter Straße". Tanja Nikolai wundert sich, dass in der Waldstraße Tempo 30 missachtet werde. Ein weiterer Nutzer habe beobachtet, dass am Seeweg gegen die Einbahnstraße gefahren werde. Rainer Beutel

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