Mit weißen und gelben Helmen helfen die Kinder aus der Sportkita beim ersten Spatenstiche. Der Erdaushub hat allerdings schon Anfang der Woche begonnen. Bürgermeister Jan Fischer, TV-Vorsitzender Wolfgang Glotzbach und Architekt Frank heim (von links) halten sich im Hintergrund. FOTO: RAINER BEUTEL
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Mit weißen und gelben Helmen helfen die Kinder aus der Sportkita beim ersten Spatenstiche. Der Erdaushub hat allerdings schon Anfang der Woche begonnen. Bürgermeister Jan Fischer, TV-Vorsitzender Wolfgang Glotzbach und Architekt Frank heim (von links) halten sich im Hintergrund. FOTO: RAINER BEUTEL

Betreuung

Bauarbeiten für den Kita-Anbau haben begonnen

Für den ersten Spatenstich standen an der Jahnhalle die Maschinen kurze Zeit still. Dort hat man Anfang der Woche mit dem Erdaushub für den Kita-Anbau begonnen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2021 geplant.

Nauheim -Den symbolischen ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des Sportkindergartens haben am Mittwochmorgen elf Mädchen und Jungen ausgeführt. Einige trugen einen weißen oder gelben Helm. Bereits Anfang der Woche hatten die Aushubarbeiten begonnen. Der Parkplatz vor der Jahnhalle ist nun etwa zur Hälfte gesperrt. Überall stehen Baufahrzeuge. Die Zufahrt für TV-Mitglieder ist noch über die Straße Am Sportfeld möglich.

Die Bauarbeiten ruhten am Mittwochmorgen für 20 Minuten. Architekt Frank Heim, der Vorsitzende des Turnvereins (TV) und Geschäftsführer der gemeinnützigen Sportkita GmbH, Wolfgang Glotzbach, und Bürgermeister Jan Fischer (CDU) überließen dem Nachwuchs den Vortritt. Schließlich sind es die Kinder, die von dem Anbau an der Jahnhalle am meisten profitieren sollen. Auf Kommando von Kita-Leiterin Karin Brehm machten sich die Kleinen ans Schaufeln. Im weichen Nauheimer Sandboden fiel ihnen das sichtlich leicht.

Bürgersaal mit 199 Plätzen

Durch die Erweiterung der Sportkita entstehen 40 neue Plätze. Damit verdoppelt sich die Kapazität. Es könnten sogar noch 20 Kinder mehr aufgenommen werden, wenn sich der Turnverein als freier Träger nicht entschlossen hätte, auch Plätze für Kinder unter drei Jahren zu schaffen. Deshalb müssen die Gruppengrößen verringert werden - von maximal 25 auf zwölf Mädchen und Jungen. Insgesamt soll es in der Einrichtung künftig fünf Gruppen geben, derzeit sind es zwei.

Im kommunalen Leben wird der Neubau ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Integriert wird ein Bürgersaal mit 199 Plätzen, wie der Nauheimer Architekt Heim kürzlich bei der Vorstellung der Pläne bestätigte. Dass es diesen Saal geben wird, war und bleibt unter Kommunalpolitikern umstritten. Die einen sagen, dass sich dadurch der auf 4,5 Millionen Euro geschätzte Anbau unnötig verteuere und die Gemeinde einen solchen Saal nicht benötige. Die anderen argumentieren, ein solcher Treffpunkt habe Nauheim schon immer gefehlt. Bürgermeister Fischer sagte beim Spatenstich, dass die Gemeinde brachliegendes Gelände nutze, der Bau sei "effektiv und nachhaltig".

Rund ein Jahr Bauzeit

Im neuen "Generationenzentrum", wie Fischer den Erweiterungsbau nennt, soll alles barrierefrei zu erreichen sein. Das gelinge nicht nur durch eine Rampe, die vom Parkplatz ins neue Gebäude führen soll, sondern durch einen Aufzug, der Nutzer in die erste Etage bringt. Das Haus sei für alle Altersgruppen, von den Kita-Kindern bis zu Senioren geeignet, weil außerdem Büros untergebracht werden, die unter anderem vom VdK-Ortsverband für dessen Beratungsdienst genutzt werden.

Zu den ersten Maßnahmen in den kommenden Tagen gehört die Beseitigung der Erde, die bei der Anlage des Sportparks vor mehreren Jahrzehnten aufgeschüttet worden war. Das Material werde zum Teil entsorgt, teilweise aber auch wiederverwertet. Architekt Heim rechnet mit einem Aushubvolumen von 4300 Kubikmetern.

TV-Vorsitzender Glotzbach ("Wir sind froh, dass der Bau jetzt beginnt") geht von einer Bauzeit von "zwölf bis 13 Monaten" aus. Bis Oktober/November 2021 sei bei gutem Wetter alles fertig. Die Zeitverzögerungen bei der Planung führt der Bürgermeister auf das Zustandekommen der Finanzierung zurück, die über einen Kommunalkredit der Gemeinde abgewickelt wird.

Ob alle derzeit dort untergebrachten Kinder die vergrößerte Einrichtung besuchen werden, darf bezweifelt werden. Einige werden bald sechs Jahre alt und wechseln 2021 in die Grundschule. Wenn sie Glück haben, werden sie dort ebenfalls in einem Neubau aufgenommen, denn die Ganztagsschule soll auch bis 2021 fertig werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Rainer Beutel

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