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Die Organisatoren der Dankfeier Marc Mergner und Manuela Wicht (von links) sind dankbar, dass Pächter Tahir Mahmood (weißes Hemd) und sein Mitarbeiter Haci Gurbuz ihre Restauranträume am Hegbachsee für das Fest zur Verfügung stellen.

Dankfeier

Bei der Beseitigung der Schäden von Sturm Fabienne haben viele mit angepackt

Nauheim will einfach nur Danke sagen. Danke bei all den Menschen, die in der Not angepackt und versucht haben, nach dem Sturm am 23. September zu helfen.

Mit einer Feier wollen sich Bürger bei den Helfern erkenntlich erweisen, die nach dem Sturmtief Fabienne angepackt haben, um Schäden in Millionenhöhe zu beseitigen. Die Organisatoren engagieren sich selbstlos, Betroffene äußern sich glücklich, etwas zurückgeben zu können.

„Uns hat der Schlag getroffen“, sagt Martin Pscheidl. Er und seine Frau Melanie Meixner kamen am späten Nachmittag des 23. September, nachdem das Sturmtief über Nauheim gewütet hatte, aus Bischofsheim zurück. Voller Entsetzen erblickten sie das Chaos und die immensen Schäden. „Überall Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge“, erinnert sich Pscheidl.

Das halbe Dach sei bei ihnen in der Konrad-Adenauer-Allee zerstört worden. Dazu komme der Totalschaden an ihrem Opel Adam und weitere Schäden an Haus und im Hof. Das Paar äußert sein Glück, dass es nicht noch schlimmer gekommen sei. Was die beiden sagen, würden wohl zig Nauheimer unterschreiben. Der Sturm und seine Folgen sind noch immer Ortsgespräch.

Manuela Wicht und Marc Mergner wissen das aus vielen Gesprächen und spürten noch am selben Abend: „Hier muss was passieren.“ Die beiden Nauheimer bewundern die „immense Welle der Hilfsbereitschaft“, die den Ort bewegt habe, vor allem die Aufopferungsbereitschaft der Feuerwehrleute, THW-Kräfte, Sanitäter und Privatpersonen, die bis in den frühen Morgen am nächsten Tag im Einsatz waren.

Im gleichen Atemzug nennt das Paar die vielen Handwerker, die sofort angerückt seien, um Dächer notdürftig abzudichten, Gerüste zu stellen oder andere Reparaturen zu erledigen. „Das ging alles super, super schnell“, sind sich die vier jungen Leute einig, die sich im Restaurant am Hegbachsee getroffen haben, um über die Dankfeier zu reden.

Zu ihnen gesellen sich Gaststättenpächter Tahir Mahmood, sein Mitarbeiter Haci Gurbuz, Marita May und Gabi Bender von den Landfrauen. Mahmood sagt zu, dass er sein Lokal für die Dankfeier zur Verfügung stelle, die Landfrauen wollen die Besucher mit Kaffee und Kuchen bewirten. „Wir haben noch am Abend darüber gesprochen, dass wir irgendwie Danke sagen müssen“, erinnert sich Manuela Wicht an den emotionalen Drang, der sie bewegt habe.

Mit ihrem Lebensgefährte Marc Mergner ist sie versiert im Organisieren von Veranstaltungen. Sie nutzen zahlreiche Kontakte über soziale Medien und rühren seit dem Unglück die Werbetrommel für die Dankfeier. Integriert sei die Nauheimer Feuerwehr, allen voran der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Daniel Becker, der die vielen anderen Wehren aus dem Umland kontaktiert und zum Dankesfest eingeladen habe. „Die Resonanz ist umwerfend“, freuen sich die Beteiligten über etliche Zusagen. Sie erwähnen auch eine von Facebook-Nutzer Jan Bleckmann spontan initiierte Spendensammelaktion für die Nauheimer Feuerwehr. Rund 1000 Euro sollen bereits zusammengekommen sein.

Manches müsse für die Feier noch geklärt werden, etwa die Parkplatzfrage rund um den Hegbachsee, zumal damit gerechnet werde, dass die Feuerwehren von außerhalb mit Einsatzwagen anreisten. „Wir bitten die Nauheimer, mit dem Rad oder zu Fuß zu kommen“, hofft Marc Mergner auf die Einsicht der Einheimischen, die sich persönlich bedanken wollen.

Genau das Persönliche sei der entscheidende Faktor für das Fest, sagen sich alle am Tisch. Manuela Wicht vermutet, „dass den Menschen das alles noch lange in den Köpfen bleiben wird, das hat Ängste geschürt“. Bei der Dankfeier sei mal Zeit für private Gespräche. In der Nacht, bei all der Hektik, sei das unmöglich gewesen. Diese Chance wollen sich Martin Pscheidl und Melanie Meixner auf keinen Fall entgehen lassen. Sie sind einfach nur glücklich, in einem Ort zu leben, wo die meisten Menschen zusammenrücken und sich unterstützen, wenn es die Lage erfordert. „Das war einmalig“, bestätigen sie.

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